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Nürnberg/Longkamp: Beim Club ist Sausen Spezialist für wichtige Tore

Fußball : In Nürnberg ist er Spezialist für wichtige Tore

Fußball: Tim Sausen spielt seit einem halben Jahr für die U21 des 1. FC Nürnberg. Wie der 19-Jährige von den Mosel-Höhen in der Regionalligaelf des neunfachen Deutschen Meisters auf sich aufmerksam gemacht hat, und warum ihn der Trainer des Zweitligateams der Franken bereits ausdrücklich lobte.

Früher Vincent Boesen, aktuell Lukas Schleimer – und auch Tim Sausen aus Longkamp (Kreis Bernkastel-Wittlich): Der 1. FC Nürnberg hat bei Talenten aus der Region einen guten Ruf. Die zweite Mannschaft soll als Sprungbrett in den Profifußball dienen. Während der aus Pfalzel stammende und beim TuS Mosella Schweich groß gewordene Schleimer (TV berichtete in der Vorwoche) bei den Franken bereits Zweitligaluft schnuppern durfte, ist auch der 19-jährige Angreifer Sausen auf dem besten Weg dorthin. In 23 von 24 Partien kam der 1,93-Meter-Schlaks im bisherigen Saisonverlauf beim 1. FC Nürnberg II in der Regionalliga Bayern zum Einsatz. Fünf Treffer gelangen ihm dabei – noch dazu wichtige: So etwa schoss Sausen in der fünften Minute der Nachspielzeit das siegbringende 2:1 im Heimspiel gegen den SV Schalding-Heining oder traf im Auswärtsspiel beim Topteam FC Schweinfurt 05 zum 1:1-Endstand. „Es läuft ganz gut. An das höhere Tempo habe ich mich hier schnell gewöhnt. Im Prinzip musst du auf diesem Niveau schon beim Zuspiel wissen, was du mit dem Ball machst“, sagt Sausen im Gespräch mit dem TV.

Vor knapp zwei Jahren kickte er noch in der Rheinlandliga-A-Jugend des Jugendfördervereins Hunsrückhöhe Morbach. Alfred Kaminski, der Nachwuchschef von Kickers Offenbach, wurde dann auf das Durchsetzungsvermögen und den Torriecher Sausens aufmerksam und lotste ihn Anfang 2020 an den Main. Gemeinsam mit seinem früheren Coach in Morbach und Ex-Hunsrückhöhe-Koordinator Tim Schwartz, der bei den Kickers als U19-Co-Trainer und Videoanalyst anheuerte, fuhr Sausen dann fast täglich gut 300 Kilometer nach Offenbach, um zu trainieren und zu spielen. Und obwohl Corona ab März vergangenen Jahres und dann ab Anfang November schon wieder monatelang keinen Spielbetrieb zuließ, konnte der Offensivspezialist dank sechs Treffern in zehn Spielen der A-Junioren-Bundesliga nachhaltig auf sich aufmerksam machen.

Borussia Mönchengladbach, Greuther Fürth und eben der 1. FC Nürnberg: Auf einmal hatte er das Interesse von Erst- und Zweitligisten auf sich gezogen. Von den Entwicklungsmöglichkeiten beim „Club“ versprach sich der von der Agentur seines Ex-Trainers Schwartz beratene Sausen am meisten.

Er startete gleich durch und stand in der Sommervorbereitung immer mal wieder im Zweitligakader. Ende Juni, beim 5:1 im Test gegen Drittligist FSV Zwickau, gelangen Sausen sogar zwei Treffer. „Nürnberg feiert Sausen-Sause“, titelte da die Bild-Zeitung bereits voller Euphorie. Im gleichen Artikel gab es Lob von Cheftrainer Robert Klauß: „So erwarte ich es von den Jungen, wenn sie zu uns kommen, dass sie auf sich aufmerksam machen. Durch das erste Tor hat Tim gesehen, dass da was geht, dass er mithalten kann. So hat er sich dann auch frei gespielt.“

Zur Belohnung durfte das Angreifertalent Anfang Juli mit ins Trainingslager nach Südtirol. Dort bremste ihn aber eine Sprunggelenksverletzung aus. Trotzdem hat der Chefcoach den trotz seiner Größe wendigen Sausen weiter im Visier, wechselte ihn etwa Anfang September beim 0:3 im Test bei Bundesligist VfB Stuttgart ein und nimmt ihn auch regelmäßig in den Übungseinheiten des Zweitligateams unter die Lupe. Dankbar ist Sausen über die Tipps von FCN-U21-Coach Cristian Fiél, der einst in der 1. und 2. Bundesliga spielte (Stuttgarter Kickers, Union Berlin, Dynamo Dresden, VfL Bochum, Alemannia Aachen) und Dresden in der 2. Liga trainierte: „Er erzählt immer mal wieder, wie es für ihn als Profi lief und kennt das Geschäft.“

Nach dem Abitur im vergangenen Jahr am Bernkastel-Kueser Nikolaus-von-Kues-Gymnasium konzentriert sich Sausen, der zeitweise mit „Landsmann“ und Mannschaftskollege Schleimer im gleichen Haus  wohnte, aktuell voll auf den Fußball. Sein Vertrag in Nürnberg läuft bis Mitte 2023. „Bis dahin will ich mich in jedem Fall für die Profis empfohlen haben“, sagt er entschlossen. Dann könnte die „Sausen-Sause“ in Nürnberg so richtig abgehen.