Obert gewinnt rein deutsches Finale der „Luxoil Open“

Tennis : König der jungen Wilden

Adrian Obert gewinnt rein deutsches Finale der „Luxoil Open“. Das Turnier in Trier war ein Marktplatz der Talente.

Der Trend zum Favoritensturz setzte sich auch im Finale fort: Am Ende war die Nummer sieben der Setzliste die Nummer eins bei den ersten Luxoil-Open auf der Anlage des Tennisclubs Trier. Glatt in zwei Sätzen schlug im Finale des mit 15 000 US-Dollar dotierten ITF-Turniers der an Nummer sieben gesetzte Adrian Obert in einem rein deutschen Duell seinen Gegner Constantin Schmitz (Nr. 5) mit 6:4, 6:3. Im Doppel wiederholte Schmitz seinen Vorjahressieg an der Seite von Niklas Schell in drei Sätzen mit 6:4, 6:7, 10:7 gegen Luca Gelhardt/Kai Wehnelt.

Der 23-jährige Rechtshänder aus dem badischen Lahr kam, sah und siegte. Zum ersten Mal bei dem seit 33 Jahren auf den TCT-Plätzen ausgetragenen Turnier  hatte Obert am Ende das bessere Ende für sich. Kurz bevor der große Regen kam, der dem ausrichtenden TC Trier auch einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Denn viele Fans blieben dem aufgrund der Wetterprognose bereits ab 11 Uhr angesetzten Endspiel fern.

Sicherlich zum Leidwesen aus Sicht der Crew um Turnierdirektor Markus Grundhöfer. Das Regenradar hatte ab 15 Uhr ausgiebiges Nass vorausgesagt, und so beeilte man sich, das Finale noch vorher durchzuziehen. Nach nur 1:32 Stunden hatte Obert dann „den Deckel draufgemacht“. Die Moselhauptstadt verließ er um 2160 Dollar und zehn Weltranglisten-Punkte reicher.

In dem heute erscheinenden aktualisierten Ranking-Tableau wird er sich um einige Plätze höher finden als noch zu Turnierbeginn. Da war er auf Rang 721 notiert. So wie die beiden Finalisten werden auch andere Vertreter des Hauptfelds und sicher auch einige Qualifikanten von der Mosel aus zum nächsten Turnier dieser Art nach Überlingen am Bodensee weiterziehen.

Turnierdirektor Markus Grundhöfer zog noch vor den Finals am Samstag ein zufriedenstellendes Fazit. „Wir hatten in dieser Woche sehr viel mehr Zuschauerzuspruch als in den  vergangenen Jahren. Ich schätze mal, dass sich an jedem Tag rund 150 Besucher bei uns einfanden.“ Grund dafür sei  neben zusätzlichen Social-Media-Aktivitäten des Veranstalters auch das verbesserte kulinarische Angebot gewesen. „Zur Hälfte Vereinsmitglieder, zur Hälfte Interessenten, die gutes Tennis auf diesem Niveau sehen wollten“, schätzte Grundhöfer die Herkunft des Publikums ein.

Letztendlich kam dem TC Trier-Team in dem 32er Quali-Feld auch der Termin zugute: Beginn mit dem Ende der Sommerferien. „Das würde ich gerne im nächsten Jahr beibehalten, aber da habe ich keinen Einfluss drauf. Das liegt beim Deutschen Tennisbund für die Terminierung der ITF World Tennis Tour.“ Um den weiteren Fortbestand des Turniers mit vielen „jungen wilden“ Tennis-Profis macht er sich aber dennoch keine Sorgen: „Höchstens, wenn  beide Hauptsponsoren absagen würden.“

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