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Olympia: Trierer Richard Schmidt schildert erste Eindrücke aus Japan

Trierer Ruderer Richard Schmidt in Japan : Olympische Geisterspiele rücken näher

Während in Tokio ein neuer Corona-Notstand ausgerufen wird und Fans ausgeschlossen werden, bereitet sich 800 Kilometer entfernt der deutsche Ruder-Achter mit dem Trierer Richard Schmidt auf die Wettkämpfe vor. Im TV schildert der 34-Jährige seine Eindrücke.

Dass Japan nicht mal eben um die Ecke liegt, hat die Crew des deutschen Ruder-Achters mit dem Trierer Richard Schmidt eindrucksvoll am eigenen Leib gespürt. Seit Ende Juni holt sich das Team in Kinosaki in einem abschließenden Trainingslager den letzten Schliff für die Olympischen Spiele in Tokio. Die Anreise dorthin hatte es in sich.

Erst der Flug nach Tokio, dann ging’s mit dem Bus weiter. Einer Zwischen-Übernachtung folgte nochmal ein Zwölf-Stunden-Trip, um das 800 Kilometer von Tokio entfernte Kinosaki am Japanischen Meer zu erreichen. „Die Anreise war anstrengend. Bei der Ankunft in Tokio mussten wir zudem sehr viele Auflagen erfüllen“, berichtet der Trierer Schmidt. Viel Papierkram war zu erledigen, die Ruderer mussten sich zudem Apps herunterladen. Mit Beginn ihres Aufenthalts in Japan müssen die Sportler jeden Tag angeben, wo sie sich aufhalten und wie ihr Gesundheitszustand ist – gepaart mit täglichen Corona-Tests.

Wer bei diesen speziellen Olympischen Spielen Gold gewinnen will, muss auf einiges gefasst sein. Erleichtert wird so manche Hürde durch die Gastfreundschaft der Japaner. Bei der Ankunft der Ruderer in Kinosaki standen mehrere Menschen mit Deutschland-Fähnchen in der Hand Spalier. „Hier sind alle sehr bemüht, aber wegen Corona auch sehr vorsichtig“, berichtet Schmidt, der nach jüngsten Rippenschmerzen, die ihn zeitweise im Training ausgebremst hatten, wieder auf dem Damm ist. „Ich trainiere wieder voll mit. Ich merke zwar noch was, aber es geht mir wieder viel besser. Ich hoffe, dass es so bleibt“, sagt der 34-jährige Routinier, für den es die vierten Olympischen Spiele sein werden.

Jetlag, dazu eine hohe Luftfeuchtigkeit – die Ruderer mussten sich nach der Ankunft erstmal akklimatisieren, ehe nun die scharfe Vorbereitung läuft. „Zurzeit regnet es recht viel, aber das soll sich noch ändern“, sagt Schmidt, der 2012 in London Olympia-Gold im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbands gewann.

Olympia: Trierer Richard Schmidt schildert erste Eindrücke aus Japan
Foto: privat

In ihrem Hotel, das traditionell eingerichtet ist und in dem europäisch angehauchtes Essen aufgetischt wird, stehen dem Achter-Tross zwei Etagen zur Verfügung. So können sich die Athleten wie gefordert in einer ,Blase‘ bewegen.

In rund einer Woche geht’s für Schmidt und seine Teamkollegen nach Tokio ins Olympische Dorf, das sie spätestens 48 Stunden nach Ende ihrer Wettbewerbe wieder verlassen müssen. Die Ruderwettbewerbe sind direkt in der ersten Woche zwischen dem 23. Juli und 30. Juli angesetzt. Austragungsort ist der Sea Forest Waterway in der Bucht von Tokio.

Was die Ruderer in der Zehn-Millionen-Metropole genau erwartet – es bleibt ungewiss. Fest steht seit gestern: In Tokio werden auch keine einheimischen Zuschauer erlaubt sein. Nach der erneuten Verhängung des Corona-Notstands haben die Olympia-Organisatoren den Ausschluss aller Zuschauer von den Wettbewerben in Japans Hauptstadt beschlossen. Dies haben die japanischen Gastgeber nach Beratungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee am Donnerstag bekannt gegeben.

 Kinosaki eins
Kinosaki eins Foto: privat

Bis zuletzt wollten die Olympia-Macher bis zu 10 000 Fans aus dem Inland pro Wettkampf in den Arenen zulassen. Ausländischen Fans war bereits im März die Einreise untersagt worden. Anders sieht es derweil (noch) in manchen Austragungsorten außerhalb Tokios aus. So sollen unter anderem im Miyagi-Fußballstadion in Rifu Fans auf den Tribünen zugelassen werden

Schmidt blendet all das aus. Trotz immer wieder neuer Hiobsbotschaften sagt er: „Meine Vorfreude auf die Wettbewerbe steigt von Tag zu Tag.“