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Olympia- und Paralympics-Verlegung: Das sagen Asse aus der Region Trier

Olympia/Paralympics : Verlegung der Spiele: Das sagen Asse aus der Region

Enttäuschung – gepaart mit der Einsicht, dass keine andere Entscheidung möglich war: So lassen sich die Reaktionen der regionalen Sport-Asse zusammenfassen, die von der Verlegung der Olympischen Spiele und der Paralympics in Tokio ins kommende Jahr betroffen sind.

„Ich glaube, es ist die richtige Entscheidung, die Spiele nicht in diesem Sommer stattfinden zu lassen, sondern ein Jahr später“, sagt der Trierer Ruderer Richard Schmidt. Für das Mitglied im Deutschland-Achter gilt, die aktuelle Ernüchterung abzustreifen und neu zu planen:  „Froh bin ich nicht über die Verschiebung. Meine ganze Lebensplanung und auch die der anderen Olympioniken war auf Sommer 2020 ausgerichtet. Jetzt heißt es für jeden: Ärmel hochkrempeln, neu anfangen und 2021 ins Auge fassen.“

Für die 3000-Meter-Hindernis-Läuferin Gesa Krause vom Verein Silvesterlauf Trier ist die Verschiebung der Olympischen Spiele schockierend. „Ich weiß, dass es die einzig richtige Entscheidung ist. Wir stehen derzeit global vor einer Krise. Die Gesundheit eines jeden Einzelnen steht dabei im Vordergrund. Dementsprechend weiß ich, dass der Sport in diesem Fall hintenan steht“, sagt die 26-Jährige.

Dennoch wirkt die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele auf sie zunächst surreal: „Die Entscheidung schmerzt auf jeden Fall. Ich habe mich sehr, sehr lange darauf vorbereitet. Irgendwie wird einem dann das Ziel genommen. Für mich ist es erst einmal schwierig, damit umzugehen.“  Ihren Traum von einer Olympia-Medaille gibt sie aber nicht auf.

Auch Para-Leichtathletin Diana Dadzite steckt den Kopf nicht in den Sand: „Meine Träume sind nicht abgesagt, sie werden nur verschoben...“. Die in Trier-Feyen lebende Lettin kann die Verlegung der Paralympics ins Jahr 2021 nachvollziehen: „Die  Gesundheit der Menschen ist das Wichtigste.“

Dadzite muss sich auf die neue Situation einstellen: „Als Sportlerin bin ich etwas traurig, weil ich mich auf das größte Sportfest für uns freue. Das alles hat meine ganze Vorbereitungsplanung geändert – nicht nur sportlich, auch privat.“ Die Athletin, deren Spezialdisziplinen der Speer- und Diskuswurf sind, versucht, auf möglichst hohem Level weiter zu trainieren. „Eventuell haben wir dieses Jahr noch eine Europameisterschaft. Mal schauen, ob sie stattfindet. So oder so, ich werde weiter hart arbeiten, um meine Ziele nächstes Jahr in Tokio zu erreichen.“

Die aus Butzweiler (Kreis Trier-Saarburg) stammende Para-Radsportlerin Maike Hausberger spricht von einer „komischen Situation“. Sie zieht das Positive aus der Verlegung der Paralympics: „Für mich bedeutet das, bis zu einem Jahr mehr Zeit fürs Training zu haben, um mich weiterzuentwickeln. Vor allem auf der Bahn habe ich Steigerungspotenzial.“

Vorerst heißt es aber, einen Gang zurückzuschalten. Hausberger: „Wir gehen zurück aufs Grundlagentraining, das man normalerweise im Winter macht. Ich hoffe, dass es am Jahresende nochmal Wettkämpfe geben wird, um über sie die Form wieder aufbauen zu können.“

Abwarten ist auch bei Rollstuhlbasketball-Nationalspieler Dirk Passiwan das Gebot der Stunde. Und der Spielertrainer der Dolphins Trier muss umdisponieren: „Durch die Verlegung – aus meiner Sicht die einzig richtige Entscheidung – sind meine persönlichen Pläne durcheinander geworfen worden. Nach Tokio in diesem Jahr wollte ich auf internationaler Ebene als Spieler aufhören. Jetzt werde noch ein Jahr dranhängen.“

Die Herausforderungen in den nächsten Monaten werden bei diesem Unterfangen groß sein. Passiwan: „Vor uns liegt nun wahrscheinlich ein extremes Jahr 2021 mit gleich zwei großen Turnieren – der Europameisterschaft und den Paralympics.“