| 15:38 Uhr

Lebenshilfe-Turnier in Osburg
Ein Turnier, das nur Gewinner hat

 Groß war der Jubel des Trier-Saarburger-Lebenshilfeteams über den Sieg beim Handicapturnier. Fußballkreisvorsitzender Hans-Peter Dellwing (links oben) gratulierte genauso wie Michael Herrmann (2.v.l.) als Vorsitzender und  Bernd Marx (daneben) als Vize des veranstaltenden Fördervereins „Mach mit, Fußballer helfen“ sowie Turnierleiter Peter Becker (2.v.r.) und Verbands-Vize Alois Reichert (rechts). Vorne links freut sich auch Lebenshilfe-Vorstand Kilian Zender über den Erfolg seiner Mannschaft.
Groß war der Jubel des Trier-Saarburger-Lebenshilfeteams über den Sieg beim Handicapturnier. Fußballkreisvorsitzender Hans-Peter Dellwing (links oben) gratulierte genauso wie Michael Herrmann (2.v.l.) als Vorsitzender und  Bernd Marx (daneben) als Vize des veranstaltenden Fördervereins „Mach mit, Fußballer helfen“ sowie Turnierleiter Peter Becker (2.v.r.) und Verbands-Vize Alois Reichert (rechts). Vorne links freut sich auch Lebenshilfe-Vorstand Kilian Zender über den Erfolg seiner Mannschaft. FOTO: Andreas Arens
Osburg. Hallenfußball: Die Inklusion wurde zum Auftakt der Lebenshilfe-Turnierserie in Osburg großgeschrieben.
Andreas Arens

Kreissport-Mitarbeiter beim Trierischen Volksfreund

„Achtung, Achtung: Es wird spannend, es wird spaaaa-nend.“ Gegen Ende der Fußballspiele von Menschen mit geistiger Behinderung – gleichzeitig der Auftakt der dreitägigen Lebenshilfe-Turnierserie in Osburg – heizte Florian den Zuschauern auf den gut besetzten Rängen in der Hochwaldhalle noch mal kräftig ein. Kurzerhand hatte er auf einen Einsatz im Team der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Trier-Saarburg verzichtet und assistierte lieber Turnierleiter Peter Becker als Hallensprecher. Mit Erfolg, wie seine packenden Kommentare immer wieder belegten.

Aus seiner Sympathie für das Lebenshilfe-Team wollte und konnte Florian am Mikrofon erst gar keinen Hehl machen. Groß war die Freude des Hallensprechers denn auch, als die Schützlinge von Trainer Carsten Haas am Freitagmittag ihr letztes Spiel mit 3:1 gegen das Heinrich-Haus aus Neuwied gewannen und somit im Viererfeld auch noch vor den punktgleichen Mannschaften der Arbeiterwohlfahrt Bad Marienberg und vom Schönfelderhof aus Zemmer den ersten Platz belegten. Als dreifacher Torschütze hatte Angreifer Markus Bier erheblichen Anteil am Erfolg. „Das hat super Spaß gemacht“, strahlte der Lebenshilfe-Goalgetter kurz nach der Schlusssirene und fügte an: „Jetzt wird erst mal kräftig gefeiert.“ Zufrieden ob der starken Vorstellung war auch sein Coach. Aber auch für den Trainer des Schlusslichts aus Neuwied hatte sich die weite Reise in den vorderen Hochwald gelohnt. „Klar sind zunächst alle ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht zumindest ein Spiel gewonnen haben. Spätestens, wenn wir nachher im Auto sitzen, fragen mich aber bestimmt wieder alle, wann wir das nächste Turnier spielen“, ließ Heinrich-Haus-Betreuer Nicolas Odenbach durchblicken.

Im Grunde genommen gab es sowieso „nur Sieger“, wie Michael Herrmann und Bernd Marx, die Führungsspitze des veranstaltenden Fördervereins „Mach mit, Fußballer helfen“, betonten. Der inklusive Charakter des Handicapturniers wurde nicht nur bei der Zusammensetzung des Hallensprecherduos besonders deutlich, sondern auch auf dem Spielfeld selbst: Als Unparteiischer fungierte Hermann Wibier (71). „Er hat im vergangenen Jahr gerade wegen seiner ausgeprägten sozialen Ader die DFB-Verdienstnadel erhalten. Seine großartige Einstellung wurde auch bei diesem Turnier deutlich“, lobte der Kreisvorsitzende Hans-Peter Dellwing den seit 52 Jahren (!) pfeifenden, gebürtigen Niederländer für dessen umsichtige und von viel Fingerspitzengefühl geprägte Leitung der Partien.

„Danke, dass wir Jahr für Jahr dabei sein dürfen. Diese Solidarität ist fantastisch“, unterstrich unterdessen Kilian Zender, Vorstand der Kreis-Lebenshilfe. Den Sport von Menschen mit und ohne Behinderung und auch der sich jährlich oft im mittleren oder gar hohen vierstelligen Bereich bewegende Spendenerlös findet auch Alois Reichert bemerkenswert. Als „echte Institution“ bezeichnete der Vizepräsident des Fußballverbands Rheinland die inzwischen zum 24. Mal über die Bühne gehenden Turniere, welche am heutigen Samstag und Sonntag fortgesetzt werden (siehe Info).

Bereits am ersten Turniertag erwies sich die geräumige und moderne Osburger Hochwaldhalle als passender Schauplatz für die Hallenfußballspiele. Fördervereinschef Herrmann lässt aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass man nach der Sanierung der Konzer Halle ans Saar-Mosel-Eck zurückkehren will: „Die Wege sind dann gerade für die Lebenshilfe einfach viel kürzer.“