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Peter Michaeli spricht über wichtige Zukunftsfragen im Sport

Sportpolitik : Bitburg-Prüms Sportkreischef Peter Michaeli: „Wir müssen am Ball bleiben“

Sportstättensanierung, Mitgliederwerbung, Mitarbeitergewinnung: Aus Sicht des Vorsitzenden des Sportkreises Bitburg-Prüm sind das die drängendsten Zukunftsaufgaben. Nun stellt sich der 62-Jährige zur Wiederwahl.

Zum Sportkreis Bitburg-Prüm zählen 186 Vereine mit 27 579 Vereinsmitgliedern. Beim Sportkreistag an diesem Freitag, 19 Uhr, im Bürgerhaus Waxweiler, steht unter anderem die Wahl des Vorsitzenden an. Peter Michaeli tritt wieder an. Im Vorfeld äußert er sich zu wichtigen Zukunftsfragen und eigenen sportlichen Ambitionen.

Wie fällt Ihr Fazit der vergangenen vier Jahre aus?

Michaeli: In den letzten vier Jahren haben wir ein verstärktes Augenmerk auf den Seniorensport gerichtet, wodurch die Mitgliederzahlen in diesem Bereich angestiegen sind. Wir wollen jetzt neue Prioritäten setzen und andere Handlungsfelder angehen.

Welche Höhepunkte gab’s in Ihrer nun 21-jährigen Amtszeit als Sportkreisvorsitzender?

Michaeli: Besondere Höhepunkte stellen für mich die Vereinsveranstaltungen dar, in denen die Kinder und Jugendlichen eines Vereins, in möglichst großer Anzahl, eine aktive Rolle übernehmen. Wir als Vereinsvertreter haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass gerade die Kinder Zugang zu den Sportvereinen finden.

Was sind die Tätigkeitsschwerpunkte? Wie und wo können Sie den Vereinen helfen?

Michaeli: Beispielhaft seien hier genannt: Behandlung sport- und gesellschaftspolitischer Grundsatzfragen, Beratung der Vereine in verschiedenen Bereichen (Zuschüsse, Fort- und Weiterbildung, Ehrenamt), Beteiligung an kommunalen und regionalen Netzwerken, Seminare und Informationsveranstaltungen im überfachlichen Bereich (zum Beispiel Steuerrecht, Vereinsrecht), Vertretung des Sportkreises gegenüber dem Sportbund Rheinland als Mitglied des Hauptausschusses.

Was sind die Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft?

Michaeli: Eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, Mitarbeiter für die Vorstände zu gewinnen. Wir benötigen Trainer, Übungsleiter und Schiedsrichter in gleichem Maße. Wir sind gefordert, noch aktiver zu werden, da dieser Personenkreis die Grundlage für all unser Handeln bietet. Wir werden diesem Punkt in den kommenden vier Jahren eine besondere Bedeutung beimessen. Ich bin guter Dinge, dass uns dies gelingen wird, wenn wir uns um eine Personalplanung intensiv und frühzeitig bemühen. Der Sportbund kann unseren Vereinen hier eine Hilfestellung bieten, auch wenn wir vor Ort selbst tätig werden müssen.

Darüber hinaus hat die Mitgliedergewinnung eine hohe Priorität. Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland müssen wir am Ball bleiben. Die aktuellen Zahlen hierzu werde ich beim Sportkreistag präsentieren.

Als dritten Punkt nenne ich unsere Sportplätze und Sporthallen. Viele Sportstätten sind in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Das Geld, um dies zu ändern, wird nicht beziehungsweise nur unzureichend bereitgestellt. Es ist geradezu paradox, dass wir vor Jahrzehnten bei unseren Sportanlagen besser aufgestellt waren als heute. In fast allen Bereichen des täglichen Lebens sind wir moderner, schicker und zeitgemäßer geworden. Unsere Anlagen können mit denen der kommerziellen Anbieter kaum noch mithalten. Wir bieten zwar andere Vorteile, ob diese allein auf Dauer ausreichen, ist fraglich.

Das ehrenamtliche Wirken ist die Basis für die Vereine. Wie können auch künftig Menschen hierfür begeistert werden?

Michaeli: An den jüngsten Aktionen und Diskussionen für den Umweltschutz sehen wir, dass junge Menschen begeisterungsfähig sind. Es ist wichtig, dass sie den Sinn ihres Tuns und Handels erkennen. Sich im Sport ehrenamtlich engagieren heißt letztlich für jeden Einzelnen, etwas Positives für sein unmittelbares persönliches Umfeld zu tun. Die präventive Wirkung des Sports prägt junge Sportler körperlich und geistig, macht sie zu sozialen Wesen und gibt ihnen Halt und Sicherheit. Hier sollten wir uns die Frage stellen, wollen wir nicht alle ein gutes soziales Miteinander und ein gesundes Umfeld?

Der Sport kann viel bewegen, dass zeigt sich auch in den Bereichen der Integration und der Inklusion.  Durch den Sport lernen junge Menschen, sich bereits vor ihrem Berufsleben eigenverantwortlich zu betätigen und eigene Ideen einzubringen. Er ist ein Lernfeld für das ganze Leben, und dies müssen wir stärker kommunizieren.

Wie sehen die persönlichen sportlichen Aktivitäten des Sportkreisvorsitzenden aus?  

Michaeli: Diese Frage stelle ich mir manchmal auch. Sie fällt mir gerade dann ein, wenn ich die umfassenden sportlichen Aktivitäten meiner Frau betrachte.  Meine Hobbys sind neben dem Fahrrad- und Motorradfahren das Wandern, insbesondere in den Bergen. All dies werde ich nach Beendigung meines Berufslebens erheblich ausweiten. So Gott will, wird der Sport bei mir dann nicht nur theoretisch eine größere Rolle spielen. Im kommenden Jahr steht zum Beispiel eine Fahrradtour auf dem Jakobsweg nach Spanien an.

Die Fragen stellte Andreas Arens.