Pflichtaufgabe locker gemeistert: Warum kurze Szenen vom Dolphins-Sieg gegen Köln ein Millionen-Publikum im Fernsehen finden könnten.

Rollstuhlbasketball : Dolphins Trier: Ein Sport für die Werbung

Pflichtaufgabe locker gemeistert: Warum kurze Szenen vom Dolphins-Sieg gegen Köln ein Millionen-Publikum im Fernsehen finden könnten.

Vielleicht sieht man Dirk Passiwan und seine Dolphins ja bald mal zur Sportschau-Zeit in der ARD. Das könnte in ein paar Monaten so weit sein – zumindest in den Werbeblöcken: Wenn dann in einem vermutlich ziemlich actionreich zusammengeschnittenen 30-Sekunden-Spot für die bundesweiten Sparkassen Diana Dadzite aus allen Distanzen trifft, der superschnelle Correy Rossi vorbeihuscht oder Dirk Passiwan mit einem Gegner zusammenkracht, dann ist das ein Resultat des Bundesligaspiels am Samstagabend gegen den Tabellenletzten Köln (84:53). Eine aus rund 30 Personen bestehende Filmcrew dokumentierte die Partie aus so ziemlich allen möglichen Perspektiven. „Der Spot soll bundesweit zu sehen sein. Das freut uns natürlich“, sagt Passiwan, der sich ebenso wie seine Kollegen nicht von den vielen Kameras aus dem Konzept bringen ließ. „Es lief für uns so wie erhofft. Wir haben sehr konzentriert begonnen, Diana hat sensationell gespielt. Aber es war auch insgesamt eine gute Teamleistung. Das war zwar ein Pflichtsieg – aber das sind manchmal auch schwierige Spiele, weil der Gegner nichts zu verlieren hat.“ Die Dolphins hatten die Rheinländer jederzeit, bauten die Führung kontinuierlich aus. In der Schlussphase konnte auch der Luxemburger Chris Peters (sieben Punkte) sein Talent unter Beweis stellen.

So geht es weiter: Am Sonntag wird sich entscheiden, ob die Dolphins als Dritter oder Vierter ins Playoff-Viertelfinale gehen werden – im letzten Hauptrundenspiel beim punktgleichen Tabellendritten Hamburg. Gewinnen die Trierer dort, treffen sie auf den Sechsten – und damit entweder auf München oder auf Wiesbaden. Falls die Dolphins an der Alster verlieren, treffen sie auf Hannover United. So oder so – favorisiert sein werden die Trierer: Sie haben gegen München, Wiesbaden und Hannover jeweils die Heim- und Auswärtsspiele gewonnen. „Wir werden am 16. März mit einem Auswärtsspiel starten“, sagt Dirk Passiwan. „Am 23. März steht dann das Heimspiel an – bereits um 16 Uhr, weil am gleichen Abend der Allstar-Day in der Arena sein wird.“ Sollte es im „Best-of-three“-Duell ein weiteres Spiel nötig sein, wird es am Tag darauf in Trier ausgetragen. Für Passiwan ist Platz drei auch mit Blick nach vorn sehr reizvoll: „Damit würden wir in einem möglichen Halbfinale den Thuringia Bulls entgehen.“

Der ungeschlagene Tabellenführer spielt praktisch in einer eigenen Liga – der Tabellenzweite Lahn-Dill wäre von den Trierern an einem guten Tag jedenfalls eher in Bedrängnis zu bringen als das aktuell wohl weltbeste Rollstuhlbasketball-Team aus Thüringen. Zum Duell mit Lahn-Dill kommt es auch schon im Top-4-Pokalhalbfinale in München am 30. März.

Letztes Hauptrunden-Heimspiel der Dolphins gegen Köln. Foto: Andreas Feichtner

Am Rande: Schon vor dem letzten Hauptrunden-Spieltag steht fest, dass Trier alle Saisonspiele gegen die unter ihnen platzierten Teams auf den Plätzen fünf bis zehn gewonnen haben. Die Spiele gegen das Spitzenduo wurden verloren – und im Hinspiel gegen Hamburg stand es nach 40 Minuten unentschieden (die Gäste siegten in der Verlängerung). Kleiner Nachteil für die Trierer in Hamburg ist der frühe Spielbeginn (12.30 Uhr). Passiwan: „Wir müssen dann morgens um 4.30 Uhr losfahren.“

Doneck Dolphins Trier  -Köln 99ers  84:53 (41:22)

Dolphins: Passiwan 31, Dadzite 17 (8 Rebounds, 9 Assists in 27 min.), Wright 13, Rossi 8, Peters 7, Beijer 4, Davey 4, Heimbach 0, Doesken 0. Viertelstände: 18:12, 41:22 (Halbzeit), 63:33, 84:53