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Quick Mick: Sohn von Michael Schumacher steigt in Eifel in Formel-1-Auto

Nürburgring : Quick Mick: Schneller Schumi-Sohn steigt in der Eifel ins Formel-1-Auto

Dieser Tag wurde mit Spannung erwartet: Warum sich am Nürburgring am Freitag alle Augen auf den 21-jährigen Spross von Michael Schumacher richten.

Michael und Ralf. Zwei Brüder, mal Vater, mal Onkel. Und der Dritte im Bunde: Mick. Mal Sohn, mal Neffe. Die Geschichte des Nürburgrings ist zum großen Teil auch die Geschichte der Familie Schumacher aus Kerpen im Kreis Bergheim.

Nicht einmal 100 Kilometer sind es von Tür zu Tür. Die Geschichte des legendären Eifel-Kurses ist seit mittlerweile 31 Jahren mit jener der Rennfahrer-Dynastie im Rheinischen verbunden.

Als im Jahr 1989 die Formel 3 auf dem fünf Jahre zuvor eingeweihten neuen Grandprix-Kurs in der Eifel gastierte, war der junge Michael Schumacher am Start. Außerdem mit dabei: Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger, mit denen er schon ein Jahr später das Juniorteam von Mercedes in der Sportwagen-Weltmeisterschaft im Sauber-Mercedes C11 bilden sollte. Es war auch die Zeit von Josef  Kaufmann aus Wolsfeld, damals erfolgreicher Formel-3-Pilot aus der Eifel, der später in seinem Team „Kaufmann racing“ viele Talente unter seinen Fittichen hatte.

Der Weg des 1969 geborenen Michael Schumacher kannte nur eine Richtung: steil nach oben. Nach seinen ersten Formel-1-Stationen Jordan und Benetton führte der Weg zu Ferrari, wo er bis zu seiner Mercedes-Mission blieb.

1995 schließlich starteten beide Schumachers, Michael und Ralf, das erste Mal gemeinsam auf dem Nürburgring. Der Ältere, 1994 zum ersten Mal Weltmeister im Benetton-Ford geworden, gewann den kampfbetonten Großen Preis von Europa im Benetton-Renault. Bruder Ralf, sechs Jahre jünger, fuhr in der Formel 3 im Opel-Dallara auf Rang zwei. Es war der Anfang des gemeinsamen Aufstiegs zum erfolgreichsten Brüderpaar in der Formel-1-Geschichte.

Es sollte das Schicksal des Jüngeren sein, dass er stets im Schatten des übermächtigen Bruders stand und fuhr. „Es ist, wie es ist, jeder macht sein Ding und versucht, das Beste für sich und sein Team heraus zu holen“, wies ,Ralle’ immer jedwede Kain-und-Abel-Geschichten von sich. Auf der Piste schenkten sich beide nichts, wenn sie einander wirklich einmal in die Quere kamen.

Beim Großen Preis von Europa 2001 auf dem Nürburgring standen Michael (im Ferrari auf der Pole Position) und Ralf (im Williams-BMW als Quali-Zweiter) in der ersten Startreihe nebeneinander. Das Rennergebnis hätte Spiegelbild für beider Laufbahn sein können. Bei der Siegerehrung stand Michael ganz oben, Ralf „grüßte“ von Rang vier.

2003 stellte der Jüngere auf dem Nürburgring beim Großen Preis von Europa die Familien-Hierarchie doch einmal auf den Kopf. Der BMW-Pilot feierte seinen fünften Formel-1-Erfolg, der Ältere kam nach einer Kollision mit Hitzkopf Juan Pablo Montoya auf Rang fünf. Der heutige DTM-Boss Gerhard Berger, damals Motorsportdirektor bei BMW, attestierte dem „kleinen Schumi“ im Überschwang der Gefühle: „Ralf hat das Zeug zum Weltmeister.“ Er sollte sich irren.

Und am Freitag, am 9. Oktober 2020 – mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Vater Michael – schreibt die nächste Generation die Geschichte des Nürburgrings, der Formel 1 und der Familie Schumacher fort. Mick (21), derzeit die Formel 2 anführend, wird im ersten freien Training den Alfa Romeo C39 des Italieners Antonio Giovinazzi übernehmen. Ferrari ist Motorenlieferant von Alfa.

Er sei „überglücklich, diese Chance zu bekommen“, sagt der Sohn des „großen Schumi“. Die Tatsache, dass sein erstes Formel-1-Wochenende ausgerechnet vor seinem Heimpublikum stattfindet, mache alles „noch ein bisschen spezieller“.

Schumacher junior weiß, dass heute alle Kameras und Mikrofone auf ihn gerichtet sein und dass alle begierig sein werden, nach getaner Arbeit ein Wort von ihm zu erhaschen.

26.09.2020, Russland, Sotschi: Motorsport: 19. Saisonlauf der Formel 2 mit Mick Schumacher: Mick Schumacher aus Deutschland von Team Prema Racing gewinnt das Rennen. Foto: James Gasperotti/ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/James Gasperotti

Mick Schumacher ist Mitglied der Ferrari-Junioren Akademie und ist das Leben in der Öffentlichkeit gewohnt. Und er ist selbstbewusst genug, zu glauben und zu wissen, dass er diese Chance nicht des Namens, sondern des Könnens wegen erhält. Alfa-Teamchef Fred Vasseur urteilt über den jungen Mann: „Er ist offensichtlich schnell, aber er ist im Cockpit auch sehr beständig und reif. Das sind alles Eigenschaften, die einen kommenden Champion auszeichnen.“