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Rad-EM: Miguel Heidemann (Hockweiler) holt nach Sturz Mixed-Teamsilber

Straßenrad-Europameisterschaften : Miguel Heidemann aus Hockweiler holt nach Sturz Mixed-Teamsilber

In Zeiten der Corona-Pandemie war auch diese Siegerehrung gewöhnungsbedürftig. Hinter dem Zelt mit dem Podium hängten sich die erfolgreichen Radsportler gegenseitig die Medaillen um den Hals, ehe es nach vorne hinauf zum Winken ins Publikum ging.

Mit einer Silbermedaille im Mixed-Teamzeitfahren ist die deutsche Mannschaft am Mittwoch erfolgreich in die Straßenrad-Europameisterschaften im italienischen Trient gestartet. Mit in der sechsköpfigen Crew mit drei männlichen und drei weiblichen Fahrern: der aus Hockweiler (Kreis Trier-Saarburg) stammende ehemalige Fahrer des RV Schwalbe Trier, Miguel Heidemann. Nach Gold im Mixed im Vorjahr gewann der 23-Jährige damit seine zweite internationale Medaille im Trikot des Bunds Deutscher Radfahrer. Und das, nachdem er am Tag zuvor im Training schwer gestürzt war: „Ich bin im Graben gelandet und habe mir einige Schürfwunden zugezogen. Die Nacht war nicht so angenehm. Aber im Rennen hatte ich zum Glück genug Adre­nalin im Körper“, sagte Heidemann im TV-Gespräch.

Im Mixed-Teamzeitfahren legen zuerst die drei Männer vor. Nach 22,4 Kilometern lagen Heidemann, Justin Wolf und Max Walscheid auf Rang zwei – an die Top-Zeit der auch am Ende siegreichen Italiener um ihren Star Filippo Ganna kam das Trio nicht heran.  Anschließend sicherten Corinna Lechner, Tanja Erath und Olympiasiegerin Mieke Kröger auf ihrer Runde den Silber-Rang.

Im Ziel lag das deutsche Sextett 21 Sekunden hinter den Italienern. Bronze ging an die Niederländer, die sechs Sekunden langsamer als die deutsche Equipe waren. „Italien war richtig stark, das war auch im Vorfeld so zu erwarten. Von daher sind wir nicht enttäuscht, dass es mit der Titelverteidigung nicht geklappt hat“, sagte Heidemann, der an diesem Donnerstag gleich wieder gefordert ist – im Einzelzeitfahren der Männer. Die Konkurrenz ist namhaft. Unter anderem am Start sind der Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar, der Zeitfahr-Vizeweltmeister von 2019, Remco Evenepoel, und der Zeitfahr-Weltmeister von 2020, Filippo Ganna. Heidemann: „Das wird eine echte Standortbestimmung für mich“. Sprach’s – und machte sich erstmal auf den Weg zum Teamarzt.