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Radprofis und Schwalbe-Fahrer testen die Deutschland-Tour-Etappe nach Trier

Radsport : Radprofis und Schwalbe-Fahrer testen die Deutschland-Tour-Etappe nach Trier

Radprofi Johannes Fröhlinger, ein Deutscher Meister und einige „Schwalben“ testen  die Etappe der Deutschland-Tour nach Trier.

Pascal Ackermann hat Ende August einiges vor – und deswegen bereitet er sich vor wie kein Zweiter. Der 24-Jährige aus dem pfälzischen Kandel ist der aktuelle deutsche Straßenradmeister – und beim großen Heimspiel will er ganz vorne dabei sein. Deswegen fährt Ackermann seit Montag die komplette Strecke der Deutschland-Tour (siehe links) fast im Renntempo ab. In Gruppen schließen sich dem Blondschopf immer wieder andere Radsportler  an. Gestern stand die zweite Etappe auf Ackermanns Programm, von Bonn über 196 Kilometer nach Trier.

Bei der „Mittagspause“ in Wittlich genehmigte sich Ackermann erst einmal einen Kaffee und ein Stück Streuselkuchen. „Ich hatte nur zwei Brötchen und etwas Wassermelone zum Frühstück, da tut das gut.“ Während der Deutschland-Tour vom 23. bis 26. August wird er morgens schon eine große Portion Nudeln verspeist haben, um die nötigen Kohlenhydrate im Körper zu haben. Am Dienstag hatte Ackermann einen prominenten Begleiter auf der Testrecke, den Eifeler Radprofi Johannes Fröhlinger. „Es ist schön, mal wieder durch die Heimat zu fahren, ich bin sonst fast nur an Weihnachten zu Hause“, sagt der Seiwerather, der in Freiburg lebt und für das Team Sunweb fährt. Während Ackermann definitiv bei der Deutschland-Tour am Start sein wird, entscheidet sich Fröhlingers Teilnahme kurzfristig – alternativ bestreitet der 33-Jährige sonst die Vuelta, die Spanien-Rundfahrt.

Was die Bedeutung des Comebacks der Deutschland-Tour betrifft, die größtenteils live in ARD und ZDF übertragen wird, sind sich die beiden Profis einig: „Unglaublich wichtig für den deutschen Radsport“, sagt Ackermann. „Als ich Profi wurde, gab es sieben, acht dieser Rundfahrten in Deutschland, jetzt zum Glück wieder eine. Ich hoffe, dass die Tour dem Radsport einen Schub gibt“, ergänzt Fröhlinger.

Beide kamen aus den gleichen Beweggründen zum Radsport, sie standen als Kinder an der Strecke: „Die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt ging bei uns am Haus vorbei, da war ich Feuer und Flamme“, sagt der Eifeler. „Ich habe als Kind und Fan die Flaschen der Fahrer aufgesammelt – und war so begeistert, dass ich das auch mal machen wollte. Deswegen ist es ein Traum für mich, beim Comeback der Deutschland-Tour dabei zu sein – speziell im gestreiften Trikot des Deutschen Meisters“, sagt Ackermann.

Radprofis und Schwalbe-Fahrer testen die Deutschland-Tour-Etappe nach Trier
Foto: TV/Lambrecht, Jana

Und wie bewerten sie die Etappe von Bonn durch die Vulkaneifel, an die Mosel, durch den Hochwald und schließlich mit dem Etappenziel Trier, die am 24. August ausgefahren wird? „Die Entscheidung fällt definitiv erst in der zweiten Hälfte, bis Wittlich passiert nicht viel. Dann kommt es auf das Tempo an, das die Teams vorlegen. Ich denke, die Entscheidung fällt sogar erst im Sprint in Trier“, sagt Ackermann.

Radprofis und Schwalbe-Fahrer testen die Deutschland-Tour-Etappe nach Trier
Foto: TV/Lambrecht, Jana

„Das ist eine spannende, weil selektive Etappe. Aber ich denke auch, dass die Sprinter in Trier den Sieg unter sich ausmachen“, meint Fröhlinger. Für beide ist der finale Rundkurs durch Trier, von der Arena hinauf auf den Petrisberg, durch die Stadt zum Ziel an der Arena, der absolute Höhepunkt.

Radprofis und Schwalbe-Fahrer testen die Deutschland-Tour-Etappe nach Trier
Foto: TV/Lambrecht, Jana

Damit in Trier auch richtig was los ist, dazu will auch der Trierer Radsportverein RV Schwalbe mit Aktionen beitragen. So war es auch eine Frage der Ehre, dass in Carina Zenz und Jannik Schabio auch zwei Schwalbe-Fahrer gestern zumindest ab Wittlich die Etappe mitfuhren. „Eigentlich bin ich Mountainbikerin, aber es ist auch für mich genial, mit den Profis die Strecke abzufahren“, sagte Zenz, die hofft, dass der Radsport in der Region von der Deutschland-Tour profitieren wird: „Schon jetzt haben wir im Verein einen Zulauf an Kindern, die bei uns Radfahren wollen. Das wird im August, wenn die Stars durch die Region und speziell durch Trier fahren, hoffentlich noch mehr.“

Das sieht Schabio, der auch Vorstandsmitglied von Schwalbe ist, ähnlich: „Die Tour ist eine tolle Möglichkeit, den Radsport publik zu machen und in der Region zu präsentieren. Ich denke, in Trier werden die Fans für eine tolle Stimmung sorgen, speziell am Petrisberg.“

Gestern war es nur die kleine Gruppe, die hinter dem Begleitfahrzeug die Strecke abfuhr, beäugt von einigen Passanten. Am 24. August soll dann die ganze Stadt Kopf stehen — und vielleicht auch einen Etappensieg von Pascal Ackermann bejubeln. Bestens vorbereitet ist er ja. Heute nimmt er Etappe drei von Trier nach Merzig unter die Räder.

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