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Radsport: Großer Preis am 29. Mai - ein bisschen Paris-Roubaix in Trier​

Radsport : Großer Preis am 29. Mai: Ein bisschen Paris-Roubaix in Trier

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie gibt es wieder erste sportliche Großveranstaltungen in der Region. Dazu zählt am 29. Mai der Große Preis der Stadt Trier, ein Radrennen im Herzen der Innenstadt. Was Fans und Teilnehmer erwartet – und was auf die Organisatoren und Anwohner zukommt.

Es rattert, es schüttelt die Fahrer durch, es staubt: Der Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix ist dank seiner Abschnitte auf Kopfsteinpflaster eins der traditionsreichsten Radrennen der Welt. Ein wenig vom Flair des berühmten Eintagesrennens in Nordfrankreich soll am Sonntag, 29. Mai, auch in die Trierer Innenstadt schwappen, wenn zum zweiten Mal der Startschuss für den Großen Preis der Stadt Trier fällt. Auf einem 1,2 Kilometer langen Rundkurs mit einem hohen Pflastersteinanteil düsen die Teilnehmer vorbei an Porta und Dom.

Was für Läufer im Winter der Silvesterlauf ist, soll sich nach Vorstellung des ausrichtenden RV Schwalbe Trier in der wärmeren Jahreszeit für Radsportler fest im städtischen Sportkalender etablieren: ein Radrennen im Herzen von Deutschlands ältester Stadt, das auch für namhafte Teams attraktiv ist.

Während andernorts Rennen aus Städten verbannt und in Industriegebiete oder aufs Land verlagert werden, streben der RV Schwalbe und die Stadt Trier das Gegenteil an.

Ob’s funktioniert? Nach der Premiere des Großen Preises im Jahr 2019, die erfolgreich verlief, aber bei den Teilnehmerzahlen noch reichlich Luft nach oben hatte, grätschte Corona dazwischen. Also gibt’s jetzt nach drei Jahren Zwangspause einen Re-Start. Unter erschwerten Bedingungen. Gestiegene Kosten, eine allgemein schwierigere wirtschaftliche Lage und die Mobilisierung von Helfern stellen die Macher des Rennens vor große Herausforderungen.

 Strecke Großer Preis der Stadt Trier
Strecke Großer Preis der Stadt Trier Foto: TV/Typoserv

RV-Schwalbe-Vorstandsmitglied Lukas Ittenbach beziffert das Budget für die Tagesveranstaltung mit insgesamt sieben Rennen (siehe Hintergrund-Box) auf einen „unteren bis mittleren fünfstelligen Euro-Betrag“. Alleine für den Zeitmessdienstleister müssten fast 10.000 Euro berappt werden. Auch eine Vielzahl an Gittern zur Streckensicherung bedeutet einen nicht unerheblichen Kostenfaktor. „Das Event ist finanziell gesichert. Zum Glück können wir auf treue Sponsoren und stabile Mitgliedsbeiträge bauen“, sagt Ittenbach. Aktuell zähle der Verein knapp 280 Mitglieder. Aus diesem Kreis will der RV Schwalbe auch die 70 bis 80 benötigten Helfer für den Renntag rekrutieren. Problem dabei: 30 bis 40 Mitglieder werden selbst an Rennen teilnehmen, sie dann noch zusätzlich für einen Helferdienst einzuspannen, bedarf laut Ittenbach noch Überredungskunst. Sollten alle Stricke reißen, müssten laut Ittenbach externe Kräfte einspringen. Diese Kosten würde der Verein aber lieber ins Rahmenprogramm investieren.

Angesichts des Wettkampfprogramms zwischen 12 und 18 Uhr kommt es während des Renn-Sonntags zu Straßen- und Parkplatz-Sperrungen, Halteverboten sowie Mobilitäts-Einschränkungen in der Innenstadt. Es liegt auf der Hand, dass Anwohner und manche Gastronomen da nicht direkt ,Hurra‘ schreien. Die Veranstalter versuchen, mit einem Schreiben an die Betroffenen sowie online abrufbaren Informationen im Vorfeld für Verständnis zu sorgen. Ittenbach hofft insgesamt auf 100 bis 200 Starter: „Dass wir als Verein in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Trier solch ein Rennen im Stadtzentrum vor der genialen historischen Kulisse weiter entwickeln möchten, erzeugt in der Szene durchaus Aufmerksamkeit.“