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Radsport: Wird’s noch was mit der WM für Hannah Ludwig (Traben-Trarbach)

Radsportlerin aus Traben-Trarbach darf noch träumen : Hannah Ludwig: Wird’s noch was mit der WM?

Die 21-Jährige von der Mosel zieht eine positive EM-Bilanz.

Deutschlands erfolgreichste U-23-Radsportlerin der vergangenen Jahre steckte im Stau. Einen Tag nach dem EM-Straßenrennen der U-23-Juniorinnen befand sich Hannah Ludwig bereits wieder auf der Heimreise aus Italien. Und kam nicht richtig voran. Ganz anders als an den vorangegangenen Tagen, an denen die aus Traben-Trarbach stammende 21-Jährige sowohl das Einzelzeitfahren als auch das Straßenrennen ihrer Altersklasse entscheidend mitgeprägt hatte.

Nach Silber im Kampf gegen die Uhr war es zwar ,nur’ der 13. Platz über die lange, rund 80 Kilometer lange Distanz. „Ich bin sehr zufrieden“, bilanziert Hannah Ludwig trotzdem.

„Es war ein gutes Rennen“, sagt die junge Ausdauersportlerin, die sich ihre ersten Meriten im Trikot des RSC Stahlross Wittlich verdient hat. Die deutschen Frauen – und vor allem Ludwig – bestimmten das Rennen. „Ich konnte am Berg gut Tempo machen. Es war aber schade, dass niemand außer uns vorne fahren wollte“, berichtet Ludwig.

Am etwa drei Kilometer langen Anstieg zum Trienter Höhenstadtteil Povo fiel in der letzten der sechs Runden auch die Vorentscheidung. Eine Dreiergruppe mit der Italienerin Silvia Zanardi, der Französin Evita Muzic und der Ungarin Kata Blanka Vas setzte sich ab.

„Oben am Berg lagen wir 20 Sekunden dahinter, und ich dachte, wir fahren wieder ran. Aber unsere Gruppe hat nicht zusammengearbeitet“, sagt Ludwig, die sich bemühte, die Lücke zu schließen.

Vergeblich! Die Italienerinnen und Französinnen hatten natürlich kein Interesse, wieder zu ihren Teamkolleginnen aufzuschließen. Und Vas‘ einzige Mannschaftskameradin hatte schon vorher das Rennen beendet.

„Die sind da vorne aber auch super gefahren. Respekt!“, sagt Ludwig anerkennend. Sie weiß als 21-Jährige um ihre nächste Chance bei der U-23-EM: „Wir haben ja noch 2022!“

Nach der jetzigen EM in Trient fuhr Ludwig erst einmal zu ihren Eltern nach Traben-Trarbach und dann weiter zu ihrem Freund, ebenfalls ein Radsportler, nach Paderborn. Dessen Geburtstag am vergangenen Donnerstag, als Ludwig U-23-Europameisterschafts-Silber im Zeitfahren gewann, soll noch nachgefeiert werden.

Für den Rest des Jahres hofft Ludwig noch auf einige Rennen. „Nach Olympia hatte ich das Gefühl, dass die Form etwas abgesackt ist. Aber jetzt bin ich wieder zufrieden mit meiner Form“, erzählt sie.

Nach ihren Vorstellungen in Trient hofft sie in dieser Woche auf die Nominierung für die Weltmeisterschaft vom 19. bis 26. September in Belgien. Es wäre das Sahnehäubchen auf einer bisher schon tollen Saison.