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Rallycross-WM-Finale am Nürburgring: Wie Wagenrennen im alten Rom

Rallycross-WM-Finale am Nürburgring : Wie Wagenrennen im alten Rom

Beim Showdown am Wochenende geht’s in der Eifel in einem eigens erbauten Stadion rund.

Es ist das letzte große Motorsport-Spektakel in diesem Jahr am Nürburgring – und es ist eines mit Premierencharakter. Nach zweimaliger Absage, zunächst wegen der Corona-Krise und dann wegen der Flutkatastrophe im Juli, findet am kommenden Wochenende das WM-Finale einer Serie statt, die bisher noch nie in der Eifel zu Gast war. Rallycross – für diesen zweitägigen Höhepunkt ist eigens in der Müllenbachschleife ein riesiges Stadion mit Tribünen errichtet worden. Es fasst bis zu 30 000 Personen. 

Beim Rallycross gehen die Kombattanten auf der Strecke, die einer kompakten Rallye-Wertungsprüfung mit allen Schikanen gleicht, alles andere als zimperlich miteinander um. Anders als im Rallyesport, wo die Teams zeitlich getrennt nur im Kampf gegen den Sekundenzeiger auf die Strecke gehen, ist der Rallycross ein Wettbewerb auf engstem Raum mit Fahrzeugen ,Spiegel an Spiegel’.

Da kracht es auch schon einmal, da fliegen die Anbauteile, aber da kann man auch fahrerische Glanzstücke, Mut und das Antizipieren dessen, was der Gegner vorhat, bewundern. Genau das ist es, was die Fans sehen wollen. Rallycross ist vor allem in Skandinavien sehr beliebt. In Finnland, Norwegen und Schweden.

Ständig wechselnder Untergrund von Kies und Asphalt verlangt Fahrkünste der Piloten. Die Fans können das ganze Geschehen in der Arena verfolgen. So wie beim Wagenrennen im alten Rom. Nur mit dem Unterschied, dass zwei Jahrtausende später keine Pferde mehr vorgespannt werden.

Die heutigen Boliden, mit mehr als 600 PS ausgerüstet, schaffen es von null auf 100 Stundenkilometer in 1,9 Sekunden. Damit sind sie vom Stand aus schneller als Formel-1-Autos.

Hier die wichtigsten Informationen zum Rallycross-Wochenende auf einen Blick:

Wer sind die Stars der Szene?

Aktueller und auch dreifacher Weltmeister ist der Schwede Johan Kristofferson (Audi). Gemeinsam mit dem Finnen Niclas Grönholm (Hyundai) ist er der schärfste Verfolger der beiden derzeit führenden schwedischen Brüder Timmy und Kevin Hansen (Peugeot). Deutscher Top-Fahrer ist der zweifache DTM-Champion Timo Scheider in einem Seat.

Wer darf hin?

Das Renn-Wochenende ist eine sogenannte 2G-Veranstaltung. Das bedeutet: Zutritt erhält man nur, wenn man nachweislich geimpft oder genesen ist. Für Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren sowie Erwachsene, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (Vorlage des entsprechenden ärztlichen Attests notwendig) gilt die 3G-Regelung. Medizinische Masken sind obligatorisch. Sie dürfen am Sitzplatz abgenommen werden.

Wie ist der Zeitplan?

Am Samstag und Sonntag wird ein sogenannter „Double-Header“ gefahren. Das bedeutet, es gibt in den Rennen am Samstag und Sonntag (beide um 15 Uhr) die volle Punktzahl. Erst nach dem Sonntag-Rennen wird der neue Weltmeister feststehen.  Zuvor werden ab 10.30 Uhr drei Qualifyings und ein Semi-Finale gefahren. Für die Fans ist schon zuvor ein Pit-Walk, ähnlich wie bei der NLS, DTM oder GT Masters auf dem Grand-Prix-Kurs, eingerichtet.

Wo gibt es Tickets?

Online können Karten über die Internetseite nuerburgring.de geordert werden. Am Samstag und Sonntag sind die Kassen 25 (Tribüne 6) und 38 (Tribüne 9) geöffnet. Die Parkplätze B2 und C8 sind ausgeschildert und geöffnet.