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Rallye Zerf: Zuschauerverbot stellt Organisatoren vor Herausforderungen

Rallye in Zerf : Zuschauerverbot stellt Organisatoren vor große Herausforderungen

Die Motorsport-Veranstaltung geht am Samstag über die Bühne, aber ganz anders als sonst.

Die 32. Auflage der traditionellen Rallye des Motorsportclubs (MSC) Zerf wird anders sein als alle ihre Vorgängerinnen: neuer Termin, neuer Startplatz, neue Strecken (zum Teil jedenfalls) und vor allem: keine Zuschauer. Wie schon alle nationalen Rallyesport-Veranstaltungen in diesem Jahr müssen auch die Zerfer Motorsportler am kommenden Samstag, 31. Juli, auf Gäste und damit auch auf Stimmung am Rande der Wertungspisten verzichten. So will es die Genehmigungsbehörde.

Bisher fand Rallye in Zerf immer an Ostern beziehungsweise früher an Pfingsten statt. In diesem Jahr wich man auf das letzte Juli-Wochenende aus. In der Hoffnung, dann Besucher an den Wertungsprüfungen begrüßen zu können.

Das Ergebnis: Die Rallye kann stattfinden, Zuschauer sind aber nicht erlaubt. Der Vorsitzende des MSC Zerf, Andreas Annen, und sein Team müssen den Realitäten ins Auge sehen: „Wir hätten eine Rallye mit Fans an der Strecke machen können, hat man uns bei der Genehmigungsbehörde gesagt. Aber die damit verbundenen Auflagen wie separate Zuschauerboxen an den Wertungsprüfungen, Einlasskontrollen mit Kontaktnachverfolgung, Security und Abzählen der zugelassenen Zuschauerzahlen in den Boxen: das alles kriegen wir als kleiner Motorsportverein nicht gestemmt.“

Also wird die Rallye Zerf in diesem Jahr anders aussehen als sonst. Der Start wird an den alten Zerfer Sportplatz gelegt. „Da ist Platz, für die Teilnehmer reicht das. Und Platz für die Autos von Zuschauern brauchen wir ja nicht. Leider“, sagt Annen.

Dabei hätte die traditionelle Veranstaltung gerade in diesem Jahr eine Menge Fans an den Wertungsprüfungen verdient gehabt. Die Rallye zählt nicht nur für die bergische Motorsportmeisterschaft, die saarländische Rallyemeisterschaft und die Luxemburger Rallyemeisterschaft, sondern erstmals auch  zum HJS-DRC Rallyepokal. Das ist so eine Art zweite Bundesliga des Rallyesports und garantiert noch einmal eine deutliche Steigerung der Qualität an Fahrzeugen und Fahrern.

An Zusagen mangelt es deshalb auch nicht. „Wir haben bisher 92 Meldungen, das sind rund 20 mehr als 2019“, sagt Annen.

Den Auflagen entsprechend musste der MSC Zerf aber auch sein bewährtes Konzept der vergangenen Jahre abändern. Am Samstag werden nach dem Start um 12.30 Uhr vier verschiedene, sehr anspruchsvolle Wertungsprüfungen über etwa 60 Kilometer gefahren. Dazu gehören jeweils zwei verschiedene Sprint- und Rundkurse nahezu vollständig auf Asphalt.

Und wie soll das Zuschauerverbot kontrolliert werden? In dieser Frage steckt der MSC Zerf in einer Zwickmühle. „Wie sollen wir das machen? Und wer soll es machen? Was soll ich einem Landwirt sagen, der mit ein paar Freunden auf seiner Wiese sitzt, während unsere Autos vorbeifahren? Soll ich ihm sagen, er soll nach Hause gehen und die AHA-Regeln einhalten?“, sagt Annen.

Eine Siegerehrung in gewohntem Rahmen an der Ruwertalhalle wird es nicht geben. „Wir stellen die Pokale auf einen Tisch, und der Streckensprecher gibt dann bekannt, wer sie bekommt. Die Betreffenden werden sich die Pokale dann abholen“, sagt der MSC-Chef.

Spaß mache das alles keinem, sagt Annen: „Aber was wollen wir denn machen?“