Fußball Regionalliga-Aufstieg: Diese Argumente bringt Eintracht Trier vor

Trier · Fußball-Oberligist Eintracht Trier geht mit einer Beschwerde beim Berufungsgericht der Regionalliga Südwest GbR gegen den Beschluss der Gesellschafterversammlung und der Spielkommission vor, keine Aufsteiger zuzulassen. Der Verein sieht diese Entscheidung als nicht anwendbar und unwirksam an. Auch in puncto Rheinlandpokal positioniert sich der Verein.

 Eintracht Trier Logo

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Foto: Verein

Wie Eintracht-Justitiar Alexander Bergweiler auf TV-Anfrage mitteilte, argumentiert  der Verein in der Aufstiegsfrage zweigleisig. Zum einen moniert der Club, dass die Ende April gefällte Entscheidung der Regionalliga, aufgrund einer nur geringen Zahl von absolvierten Partien keine Aufsteiger aus den Oberligen zuzulassen, nicht mit einem sportlich fairen Wettbewerb im Einklang stehe. Bergweiler: „Man kann solch eine Regelung treffen, aber nicht zu einem Zeitpunkt, zu dem das Spieljahr durch den Abbruch der Saison beendet ist. Es war absehbar, dass Corona weiterhin den Spielbetrieb beeinflussen würde. Deshalb hätte die Regionalliga vor der Saison einen solchen Passus beschließen können. Im Nachhinein die Regeln zu ändern, erachten wir nicht als rechtens.“

Zum zweiten sieht die Eintracht die Regionalliga als nicht befugt, in die Frage, wer aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aufsteigen darf, einzugreifen. Bergweiler: „Die sportliche Festlegung, wer Meister wird und aufsteigen darf, ist Sache des Regionalverbands Südwest.“ Und der hat sich darauf festgelegt, Trier als Aufsteiger und Worms als Teilnehmer an einer Aufstiegsrelegation zu melden.

Die Eintracht wartet nun ab, wie das Berufungsgericht entscheidet. Sollte Triers Beschwerde zurückgewiesen werden, gäbe es im Rahmen des erst noch anstehenden Zulassungsverfahrens zur Regionalliga eine weitere Möglichkeit, juristisch auf einen Aufstieg hinzuwirken.

Unterdessen hält die Eintracht die vom Fußballverband Rheinland getroffene Entscheidung, am Pokal-Finaltag der Amateure RW Koblenz zu setzen und einen Gegner aus dem Topf der sich beworbenen Vereine auszulosen, für inkonsequent. „Entweder beide Teilnehmer werden gesetzt oder beide werden gelost. An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass sich die Vertreter von RW Koblenz in diesem Prozess aus unserer Sicht korrekt verhalten haben. Der SVE wird seine Mannschaft melden, in der Hoffnung den Pokalwettbewerb in einem sportlichen, fairen Wettkampf zu gewinnen“, heißt es in einer Mitteilung der Eintracht, in der kein gutes Haar an den Vereinen FV Engers und TuS Koblenz gelassen wird.

Die Eintracht kritisiert die Umstände rund um eine Videokonferenz im Nachgang des vom Verband vorgeschlagenen Vorgehens, RW Koblenz und Eintracht Trier für das Entscheidungsspiel um den Einzug in den DFB-Pokal zu nominieren.

In der Eintracht-Stellungnahme heißt es: „Am 29.04.2021 (18:37 Uhr) wurde unter Führung des FV Engers und der TuS Koblenz eine Videokonferenz aller Teilnehmer einberufen, die zunächst ganz bewusst ohne den Verband, SV Eintracht-Trier 05 und RW Koblenz stattfinden sollte. Erst erhebliche Zeit nach Einladung (20:46 Uhr) aller anderen Vereine sollte diese absolut unsolidarische Vorgehensweise durch eine weitere Mail "korrigiert" werden, womit auch die beiden vorgeschlagenen Endspielteilnehmer zur Sitzung am Samstagmorgen eingeladen wurden.

Angesichts dessen, dass sich zwei Vereine anmaßen, entscheiden zu dürfen, welche Vereine an einer solchen Besprechung teilnehmen, hat der SVE seine Teilnahme abgesagt und dies inhaltlich detailliert begründet. Es ist selbstredend, dass die beiden Vereine, die dem Verband und den beiden vorgeschlagenen Endspielgegnern SVE und RWK Intransparenz und Unwahrheiten vorwerfen, diese dann erst nach der Intervention anderer Vereine zeitlich verspätet einladen. Bei einer derart unqualifizierten Vorgehensweise verbot sich unsere Teilnahme an der Videokonferenz.“

Das Meinungsbild unter den 24 Vereinen, die letztlich an der Videokonferenz teilnahmen und das im Endeffekt maßgebend für die Entscheidung des Fußballverbands Rheinland war (RW Koblenz setzen, den Gegner auslosen), ruft bei der Eintracht zudem Kopfschütteln hervor: „Die Handlungsweise und die Argumentation sind umso weniger nachvollziehbar, da genau diese Vereine wenige Wochen vorher nicht bereit waren, die Meisterschaft fortzusetzen und dabei vehement mit der Gesundheit ihrer Spieler und ihrer persönlichen Verantwortung argumentierten. Unsere damalige Rückfrage zu ihrer Haltung im Pokalwettbewerb blieb dabei unbeantwortet.“