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Rehasport-Interview mit Holger Jungandreas

Interview Holger Jungandreas : „Es geht um die moderate, schrittweise Verbesserung der Gesundheit“

Welche Besonderheiten es im Reha­sport gibt, worin die internen Unterschiede liegen und wer überhaupt Anspruch darauf hat, sagt Holger Jungandreas, Geschäftsführer des Gesundheitsparks Trier, im TV-Interview.

Was ist das Spezifische am Reha­sport und welche Ziele verfolgt er?

JUNGANDREAS Beim Sport in Rehagruppen geht es darum, den Menschen wieder leistungsfähig, belastbar, fit und gesund für den Arbeitsprozess und das alltägliche Leben zu machen. Der Sport wird zum Teil vom Arzt überwacht und ist so dosiert, dass niemand über- oder unterfordert wird. Es geht ausschließlich um die moderate, schrittweise Verbesserung der Gesundheit.

Wie verläuft der Weg zum Reha­sport?

JUNGANDREAS Bereits in der Anschluss-Heilbehandlung wird auf die Rehasportgruppen hingewiesen. Danach geht’s zum Hausarzt, der die Verordnung für 50 oder 90 Übungseinheiten ein- oder zweimal wöchentlich ausstellt. Die Krankenkasse stempelt dies dann ab und sichert die Finanzierung. Mit dieser Verordnung geht man dann zu einer Rehasportgruppe.

Für wen ist Rehasport geeignet?

JUNGANDREAS Im Grunde genommen für jeden, der vom Hausarzt eine solche Verordnung ausgestellt und von der Krankenkasse abgestempelt bekommt. In der Regel sind es jedoch Patienten mit psychischen, orthopädischen, krebs- oder kardiologischen Erkrankungen.

Wie unterscheidet sich der Rehasport intern?

JUNGANDREAS Zum einen in den orthopädischen Rehasport: Nach Operationen am Knie, der Wirbelsäule oder der Hüfte wird hauptsächlich an Geräten gearbeitet. Dann gibt es weitere Varianten, die in Gruppen durchgeführt werden, darunter den kardiologischen Rehasport  – nach Herzoperationen, einem Herzinfarkt, dem Einsetzen von Stents oder bei Leistungsschwäche. Der Rehasport bei psychischen Erkrankungen wird bei Depressionen oder Suchtproblematiken eingesetzt. Rehasport bei Krebserkrankungen erfolgt primär infolge von Brustkrebs.

Zeigt sich bei den Teilnehmern eine geschlechtsspezifische Tendenz?

JUNGANDREAS Früher waren hauptsächlich Männer in einer kardiologischen Reha. Die Frauen haben aber mittlerweile stark aufgeholt, was mit emanzipatorischen Veränderungen in der Gesellschaft zusammenhängt.

Kann man Rehasport auch im Fitnessstudio ausüben?

JUNGANDREAS Wenn das Studio von den Krankenkassenverbänden zertifiziert ist, dann ja.

Wie stark ist die Konkurrenz innerhalb der Rehasport-Anbieter?

JUNGANDREAS Marktführer ist die Reha-Sport Kette ZAR, das Zentrum für ambulante Rehabilitation, die in Trier Hauptanbieter für die orthopädische Reha ist. Marktführer in Rheinland-Pfalz für die kardiologische Reha ist unser Verein mit derzeit 560 Reha-Sportlern in 30 Gruppen. Weitere Herzgruppen gibt es in Schweich, Hermeskeil, Saarburg und Bitburg. Rehasport-Krebsgruppen und bei psychischen Erkrankungen gibt es hauptsächlich in Rehakliniken.