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Rudern
Das war Richards siebter Streich!

Der Trierer Richard Schmidt - hier auf einem Archivbild - hat seinen siebten EM-Titel gewonnen.
Der Trierer Richard Schmidt - hier auf einem Archivbild - hat seinen siebten EM-Titel gewonnen. FOTO: Klaus Kimmling
Glasgow/Trier. Der Trierer Routinier gewinnt mit dem Deutschland-Achter souverän den Europameisterschafts-Titel in Glasgow. Zeit zum Feiern bleibt nicht, die Konzentration gilt bereits der Weltmeisterschaft im September.

Nach dem Zieleinlauf musste alles ganz schnell gehen. Vom Steg, auf der die Siegerehrung vorgenommen wurde, ging’s zum Duschen und rein ins Taxi. Um 16 Uhr Ortszeit bereits hob der Flieger zurück nach Deutschland ab.

Der TV telefonierte am Sonntag mit dem frischgebackenen Ruder-Europameister Richard Schmidt kurz vor dem Boarding am Flughafen Glasgow. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Trierer mit dem Deutschland-Achter seinen siebten EM-Titel gefeiert. Im Ziel nach zwei Kilometern hatte das Flaggschiff des Deutschen Ruder-Verbands 2,03 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten Niederlande. „Auf den ersten 1000 Metern hat die Konkurrenz enorm Druck gemacht. Auf dem dritten 500-Meter-Abschnitt haben wir dann unsere Reserven ausgepackt und das Rennen entschieden“, blickte Schmidt zurück auf das Finale auf dem See im Strathclyde Country Park rund 20 Autominuten von Glasgow entfernt.

Nach der Europameisterschaft ist vor der Weltmeisterschaft – vom 9. bis 16. September werden die Welt-Titelkämpfe im bulgarischen Plowdiw ausgetragen. „Am Mittwoch geht’s für uns in ein gut zweiwöchiges Trainingslager ins österreichische Völkermarkt. Danach kommt ein weiteres Trainingscamp an unserem Stützpunkt in Dortmund“, macht der 31-Jährige vom RV Treviris Trier deutlich, dass es nun Schlag auf Schlag weitergeht.

Die Ruder-EM in Glagow war eingebettet in die ersten sogenannten European Championships, bei denen Europameisterschaften in mehreren Sportarten parallel ausgetragen werden. Für Schmidt das richtige Signal: „Ich finde das klasse. Das fördert die einzelnen Disziplinen und macht’s für Zuschauer und Medien einfacher. Die Championships sind eine Art Olympia im Kleinen.“

Olympia im Großen steht 2020 wieder an – dann werden die Sommerspiele in Tokio ausgetragen. Sie sind das große Ziel von Schmidt, der im nunmehr zehnten Jahr in Folge dem Deutschland-Achter angehört. Eine einmalige Karriere, in der er bislang neben den sieben EM-Titeln Olympia-Gold und -Silber sowie vier WM-Titel gewonnen hat.

„Klar habe ich mit Steuermann Martin Sauer zusammen die meiste Erfahrung in der aktuellen Crew. Aber wir machen da keine großen Unterschiede“, gibt sich Schmidt bescheiden. Jedes Jahr aufs Neue muss er sich für einen Platz im Achter durch Leistung empfehlen. Schmidt: „Ich bin jedes Mal froh, wenn ich es wieder geschafft habe. Da bekommt man nichts geschenkt.“

A propos Geschenk: Neben der Goldmedaille gab es für die Sieger das Maskottchen der Championships-Wettbewerbe in Glasgow – Seehund ,Bonnie’ – als Plüschtier. Schmidt: „Was ich mit ihm mache, weiß ich noch nicht. Früher habe ich ein Maskottchen schon mal unserem Hund gegeben.“ Bleibt für ,Bonnie’ zu hoffen, dass ihr dieses Schicksal erspart bleibt.