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Salmrohr: Auch „Giraffen“ helfen dem FSV nicht

Fußball : Auch „Giraffen“ helfen Salmrohr nicht

Fußball-Oberliga: Mit aller Vehemenz stemmt sich der FSV gegen eine Heimniederlage – und setzt am Ende der Partie gegen die TSG Pfeddersheim auch auf einen Akteur, der nach eineinhalb Jahren sein Comeback feiert.

Jahrzehntelang ist er schon dabei, zählt beim FSV Salmrohr längst zum Inventar. Das, was rund zehn Minuten vor Schluss der Partie in der Fußball-Oberliga am Samstag gegen die TSG Pfeddersheim (1:2) passierte, war für Reinhold Barzen noch mal ein ganz besonderer Moment. „Oh, Micha spielt!“ Als Michael Dingels kurz vor seiner Einwechslung stand, schien der Stadionsprecher des FSV sogar ein wenig gerührt zu sein, ehe er ihn den 154 Zuschauern geradezu euphorisch ankündigte. Nach fast eineinhalb Jahren stand der inzwischen 36-jährige Kapitän der Salmrohrer im dritten Abstiegsrundenspiel der Frühjahrsserie auf dem Platz und sollte in der Schlussphase mithelfen, doch noch einen Punkt gegen die Gäste aus dem Wormser Vorort zu sichern.

Das malträtierte Knie hatte dem Urgestein immer und immer zu schaffen gemacht. Mehrmals schien Dingels auf einem guten Weg zu sein, oftmals gab es Rückschläge. Nach einer Handvoll Trainingseinheiten ohne Beschwerden war er nun bereit für einen Einsatz in der Innenverteidigung. „Freud‘ und Leid liegen bei mir heute nah zusammen. Es freut mich, dass ich eingewechselt worden bin“, sagte der Routinier kurz nach dem Abpfiff. Die knappe Niederlage wurmte ihn aber: „Vom Spielverlauf wäre ein Punkt verdient gewesen. Leider hat es nicht gereicht.“

Technisch war die TSG einfach stärker als der FSV. Fast der gesamte Kader der Rheinhessen wurde einst im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Kaiserslautern ausgebildet. Trotz des holprigen Platzes im Salmtalstadion lief der Ball immer wieder sehr ansehnlich durch die Reihen der Pfeddersheimer. „Sie waren zwar spielerisch besser, wir haben aber sehr gut dagegen gehalten und waren über weite Strecken ebenbürtig“, konnte Salmrohrs Linksverteidiger Luca Meyer indes zurecht feststellen.

Was sein Trainer Lars Schäfer aber kritisierte, waren „Phasen, in denen wir zu wenig Zugriff hatten“. Besonders ärgerte ihn die Entstehungsgeschichte des 0:1: Da zog der bärenstarke, indes nach knapp einer Stunde wegen Adduktorenproblemen ausgewechselte TSG-Kapitän Sebastian Kaster nach innen, narrte die halbe Hintermannschaft der Hausherren und schloss überlegt zum 0:1 ab. „Dann haben wir uns den Schneid abkaufen lassen“, musste Pfeddersheims Coach Daniel Wilde eingestehen. Eine der (auch) von ihm gefürchteten Standardsituationen brachte kurz vor der Pause das 1:1: Nach gefühlvoller Freistoßhereingabe von Daniel Bartsch stieg Christian Schroeder am Höchsten und köpfte ein – es war der erste Treffer des jahrelang verletzt ausgefallenen Offensivmannes seit seinem Comeback Mitte Februar. Nach dem Seitenwechsel ließ sich der FSV von der spielerischen Dominanz der Gäste beeindrucken und kam gut 25 Minuten lang kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Völlig verdient fiel das 1:2. Eine klasse herausgespielte Aktion über Patrick Huth und Aymen Chahloul vollendete der eingewechselte Melchisedec Yeboah zum 1:2 (71.). 

„Dann bringt Salmrohr gefühlt vier Giraffen ins Spiel und bringt uns noch mal ganz schön ins Schwitzen“, wusste TSG-Trainer Wilde. Mit viel Power, Moral und groß gewachsenen Spielern stemmte sich Salmrohr gegen die Niederlage – und hatte seine Möglichkeiten. Die dickste verzeichnete Anton Moroz, der mit seinem Versuch aus der Distanz an der Lattenunterkante scheiterte (82.). Für Lars Schäfer war das Anrennen bisweilen zu überhastet. Er bemängelte, „wie die Bälle zum Teil reingespielt wurden“.

Allzu viel Zeit, sich zu grämen haben die Salmrohrer nicht: Bereits am Gründonnerstag, 19 Uhr, steht das Gastspiel beim FV Eppelborn an. Im Saarland will Michael Dingels wieder im Kader sein. Dass es (auch) dann wohl noch zu früh für ihn ist, von Anfang an aufzulaufen, weiß sein Trainer: „Micha hat jetzt nach so langer Zeit erstmals wieder ein paar Mal hintereinander trainiert. Es kann nur Schritt für Schritt für ihn gehen. Aber wir brauchen ihn. Als Mensch und Kopf der Mannschaft ist er unverzichtbar für uns.“