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Salmrohr: Der Pfeilschnelle vom linken FSV-Flügel

Fußball : Der Pfeilschnelle vom linken FSV-Flügel

Fußball-Oberliga: Alex Kirsch verleiht Salmrohrs Spiel viel Schwung – und besserte zuletzt auch seine Torbilanz auf. Sein Potenzial hätte er nur allzu gerne auch im Heimspiel gegen die TuS Koblenz gezeigt. Die Partie wurde nun aber kurzfristig ins neue Jahr hinein verlegt.

Einen Treffer erzielte er selbst und einen weiteren bereitete er mit einem klugen Querpass vor: Salmrohrs Flügelspieler Alex Kirsch besserte seine Offensivbilanz im jüngsten Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern II (3:1) ordentlich auf. Damit bringt es der 20-Jährige nach 14 Einsätzen auf drei Treffer und zwei Vorlagen. „Alex ist schnell und hat einen ordentlichen Zug zum Tor. Das hat er auch in dieser Trainingswoche noch mal nachhaltig bewiesen“, sagt Lars Schäfer. Keine Frage: Der Salmrohrer Trainer hätte auch im eigentlich für morgen geplanten Heimspiel gegen die TuS Koblenz auf den Mittelfeldspieler von der linken Außenbahn gesetzt. Am späten Freitagnachmittag kam dann aber die Absage, die von Koblenzer Seite betrieben wurde. Auf der Website des Vereins heißt es: „Aufgrund der kürzlich beschlossenen 2G-Regelung im Amateursport macht die TuS von der Möglichkeit Gebrauch, die Spiele im Frühjahr neu ansetzen zu lassen.“ Diese Entscheidung stößt den Salmrohrer Verantwortlichen sauer auf. „Die TuS hat wohl fünf oder sechs ungeimpfte Spieler und hätte diese dann nicht einsetzen können. Bei uns wären es zwei gewesen, die nicht hätten mitspielen können, wobei ein Spieler sowieso verletzt ist“, berichtet der Sportliche Leiter und Zweite Vorsitzende des FSV, Karl-Heinz Kieren – und schiebt nach: „Wir hätten sehr gerne gespielt. Koblenz macht es sich so ziemlich einfach und hätte halt den Kader notfalls mit Leuten aus der zweiten Mannschaft auffüllen müssen.“ Salmrohrs Vorsitzender Christian Rauen findet die Vorgehensweise der Koblenzer gar „erbärmlich“: Auch organisatorisch hätte man beim FSV am Sonntag alles hinbekommen. „Vielleicht spielt ja auch ihr Pokalspiel am Mittwoch (die TuS siegte im Viertelfinale mit 2:0 in Mülheim-Kärlich, d. Red.) eine Rolle und womöglich haben sie die Strapazen am Ende der Englischen Woche gescheut“, mutmaßt Rauen.

Somit können Alex Kirsch und seine Teamkollegen ihren Lauf vorerst nicht fortsetzen. Inzwischen hat sich der aus dem TuS Platten hervorgegangene und seit der C-Jugend im benachbarten Salmrohr aktive Kirsch beim FSV in den Fokus gearbeitet: In den vergangenen Wochen kam auf er viele Einsatzminuten und stand zuletzt gleich vier Mal hintereinander in der Startformation. Nach seinem Wechsel aus der Jugend des JFV Wittlicher Tal (der auch die Salmrohrer angeschlossen sind) und der coronabedingt sehr kurzen, zudem persönlich durch einen Außenbandriss geprägten 2020/21er Saison, war er nur schleppend in die neue Runde gestartet: Anfangs stand er nicht im Kader. „Meine Leistung hat da einfach nicht gepasst. Ich war unzufrieden mit mir selbst und wusste, dass ich mich steigern muss.“ Gesagt getan. Seine Geschwindigkeit und seine Torgefährlichkeit sind gerade auswärts, wenn sich Räume zum Kontern ergeben, eine Waffe. Erstmals traf er Mitte September beim 2:0-Auswärtssieg in Gonsenheim. Sein zweites Tor erzielte Kirsch Anfang Oktober zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich in der Begegnung bei der TuS Koblenz. „Damals haben wir schon einiges richtig gemacht, uns aber leider nachher aufgegeben“, erinnert sich Kirsch, der im ersten Semester in Trier Architektur studiert und Fan des FC Barcelona ist.

Die Moral der Salmrohrer ist inzwischen (wieder) intakt, wie die beiden Siege beim FC Karbach (4:1) und gegen den FCK II belegen. Das 1:7 am Samstag vor einer Woche gegen Gonsenheim sieht (auch) Kirsch als Wendepunkt, genauer gesagt die interne Aufarbeitung am Dienstag danach – zu der auch Ehrenpräsident Peter Rauen nach TV-Informationen ein paar Denkanstöße gegeben hat. Trainer Schäfer erwartet indes mehr Konstanz von seinem Schützling: „Manchmal sind Alex’ Leistungen noch zu schwankend. Da bewegt er sich mitunter zwischen Genie und Wahnsinn. Ich habe den Eindruck, dass Alex gar nicht richtig weiß, wie gut er eigentlich ist.“ 

 „Die Stimmung ist gut, das Selbstvertrauen ist da“, nannte Kirsch im Vorfeld des Koblenz-Spiels zwei wichtige Faktoren, um erneut zu gewinnen. Nun wollen die Salmrohrer ihre starke Form bis zum kommenden Samstag konservieren. Dann steht das letzte Spiel des Jahres beim FV Engers 07 an.