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Salmrohr - Eintracht Trier: Im emotionalen Derby wird’s erst spät deutlich

Fußball-Oberliga : Salmrohr gegen Trier: Im emotionalen Derby wird’s erst am Ende deutlich

Die Eintracht siegt im Salmtalstadion mit 4:1. Warum die Partie mit Verspätung begann und warum das erste Tor für Diskussionen sorgte.

Die Spannung auf den Anpfiff zum Derby wurde noch etwas verlängert – unfreiwillig. Weil die Linien des Rasenplatzes im Salmtalstadion, vor allem jene der Strafräume, nur sehr schwach abgekreidet waren, wollte der Schiedsrichter Patrick Kessel die Partie zunächst nicht anpfeifen. Am Rande der Bande herrschte daher hektische Betriebsamkeit. Karl-Heinz Kieren, der Zweite Vorsitzende des FSV, hing an einem Stück am Telefon. Der etamäßige Platzwart war nicht erreichbar.

Zunächst wurde der Anpfiff um zehn Minuten verschoben. Um 15.39 Uhr tauchte dann eine Person mit der begehrten  Gerätschaft zum Abkreiden auf. Kierens Schwager Josef Brandt, Ex-Spieler und jahrelanger Betreuer der FSV-Reserve, schritt zur Tat. Um 19.49 Uhr – 19 Minuten später als angesetzt, ging es dann endlich los.

Erstmal mit einem Abnutzungskampf in der Anfangsviertelstunde. Salmrohr machte die Schotten dicht, setzte bei Trierer Ballbesitz auf eine 6-3-1-Formation und bei Ballgewinnen auf Kontersituationen.

Zwei Schüsse übers Tor von Jan Brandscheid, der im Trierer Angriff Christopher Bibaku ersetzte, und von Salmrohrs Giancarlo Pinna (der besser den mitgelaufenen Julian Bidon angespielt hätte) – das war’s.

Danach zündete Bidon mit einem Schuss knapp neben das Tor die nächste Stufe. Es kam mehr Feuer ins Duell – vor allem infolge des kuriosen Führungstreffers der Eintracht in der 25. Minute. Sven König, der zweite Neue im Trierer Team (für Edis Sinanovic) nahm Tempo auf und passte zum durchstartenden Brandscheid. ,Brandy’ hatte nur noch FSV-Torwart Tim Kieren vor sich, der aus dem Tor kam, aber abbrach – ebenso wie Brandscheid. Abseits – wie vom Assistenten Felix Reiser signalisiert? Nein, zeigte Schiedsrichter Patrick Kessel an (der Ball  berührte beim Zuspiel noch den Fuß von FSV-Akteur Marcel Giwer) – der Referee pfiff nicht. Brandscheid realisierte die Lage am schnellsten, umkurvte Kieren und schob den Ball über die Linie (25.).

Riesenproteste der insgesamt gut kämpfenden Salmrohrer aufgrund der durch das Unparteiischenteam heraufbeschworenen Konfusion, doch am Ende gilt die alte Regel: Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift …

Spätestens jetzt war richtig Pfeffer in der Partie. Harte Zweikämpfe, Nickligkeiten, Diskussionen, Emotionen auf den Rängen. Zwei Schüsse von Dominik Kinscher, zwei Paraden von Denis Wieszolek nach Abschlüssen von Pinna und Anton Moroz – dann pfiff der Referee zur Pause. Zeit, die Gemüter zu beruhigen.

Salmrohr begann mit insgesamt fünf Neuen im Vergleich zur jüngsten 0:7-Abfuhr in Waldalgesheim. Neben Keeper Kieren (für den erkrankten Sebastian Grub) durften Luca Meyer, Pinna, Moroz und Hendrik Thul von Beginn an ran.

Beide Teams mussten schon vor der Pause jeweils einmal wechseln: Salmrohrs Lucas Abend musste wegen Kreislaufproblemen passen (34.), Triers Jason Kaluanga wegen einer Verletzung.

Trier tat sich bei aller Überlegenheit auch nach der Pause nicht leicht, suchte aber geduldig nach der Lücke. Die tat sich bei einem schönen Spielzug über Kevin Heinz auf. Der Linksverteidiger bediente König, der im Zentrum abschloss (2:0, 62.).

Eine trügerisch sichere Führung, wie sich das so oft im Fußball bewahrheitet. Elf Minuten vor Schluss kam der FSV zum Anschlusstreffer. Marco Unnerstall traf sehenswert – SVE-Torwart Denis Wieszolek schien in der Szene die Sicht versperrt.

Doch die Hoffnung der Salmrohrer keimte nur sieben Minuten lang auf - dann machte Tim Garnier alles klar. Er hatte nach einem Konter über Kinscher und Bibaku freie Schussbahn (86.). Mit einem unnachahmlichen Solo machte König sogar noch das 4:1 (89.).

FSV Salmrohr: Kieren - Abend (34. Lames), Giwer, Umlauf, Meyer – Bartsch – Bidon (65. Unnerstall), Pinna, Schulz, Moroz (65. Kirsch) - Thul

Eintracht Trier: Wieszolek – Kaluanga (42. Fischer), Maurer, van Schaik, Heinz – R. Garnier – Amberg (58. Kahyaoglu), T. Garnier, Kinscher (87. Thayaparan), König – Brandscheid (63. Bibaku)

Tore: 0:1 Brandscheid (25.), 0:2 König (62.), 1:2 Unnerstall (79.), 1:3 T. Garnier (86.), 1:4 König (89.)

Schiedsrichter: Patrick Kessel