1. Sport
  2. Sport aus der Region

Salmrohr: FSV siegt und Schäfer fliegt

Fußball : Salmrohr siegt und Schäfer fliegt

Fußball-Oberligist gewinnt mit 1:0 gegen die TuS Koblenz – Warum der FSV-Trainer die Rote Karte sah.

In der 61. Minute hatte Christian Schroeder Feierabend. Ausgepumpt, aber glücklich verließ er das Spielfeld: In seinem ersten Pflichtspielauftritt für den Fußball-Oberligisten FSV Salmrohr nach rund achteinhalb Jahren – nach einem Schien- und Wadenbeinbruch und darausfolgenden Komplikationen schloss sich eine lange Leidenszeit an (TV berichtete mehrfach) – hatte der 28-jährige am Sonntagnachmittag großen Anteil am 1:0-Erfolg über die TuS Koblenz. Einerseits holte Schroeder bereits in der vierten Minute nach einem Foul von Daniel von der Bracke den Strafstoß heraus, den der Ex-Koblenzer im Salmrohrer Dress, Daniel Bartsch, zum 1:0 verwandelte. Andererseits gefiel der Offensivmann aufgrund seiner „konzentrierten, unaufgeregten, fokussierten Leistung“, so Trainer Lars Schäfer. So richtig herausheben wollte Schäfer keinen aus seiner Mannschaft: „Es war eine starke, geschlossene Vorstellung der gesamten Mannschaft.“ Das von Salmrohr taktisch gewollte Plus an Ballbesitz konnte der noch um einen Platz in der Oberliga-Aufstiegsrunde kämpfende Gast vom Deutschen Eck nur ganz selten zu einer guten Möglichkeit nutzen. In der 17. Minute hatten die knapp 200 mitgereisten Fans der TuS mal den Torschrei auf den Lippen, als Dominic Fuß FSV-Schlussmann Sebastian Grub zu einer Bodenparade zwang. Noch schwerer wurde es für das Team von Trainer Michael Stahl ab der 41. Minute. Nach einer bösen Grätsche gegen Maurice Neukirch flog Gästekapitän André Mandt zurecht mit Rot vom Platz. Auch Salmrohrs Coach musste nach allzu heftigem Reklamieren aus dem Innenraum. „Da ist der Gaul mit mir durchgegangen. Andererseits muss ich als Trainer meine Spieler schützen – und was der Koblenzer da gemacht hatte, grenzte schon an Körperverletzung“, sagte Schäfer. Dass die ideenlosen Koblenzer sich auch im zweiten Durchgang ein ums andere Mal an der kompakten Innenvereidigung festbissen, war auch und vor allem ein Verdienst von Winterneuzugang Gédéon Tshiabuiye. Der 20-jährige, zuletzt vereinslose und einst in der Jugend für Paris St. Germain aktive Franzose agierte mit viel Übersicht, gefiel durch physische Präsenz und gute Pässe im Aufbauspiel.

Siegtorschütze Bartsch freute sich über den Dreier nach einem „intensiven, hartumkämpften Match auf einem nicht einfach zu bespielenden Platz“. Auch nach dem Platzverweis für Koblenz habe man das eigene Spiel nicht verändert, blieb kompakt. Genauso wie sein Trainer bemängelte auch der defensive Mittelfeldspieler, dass man im zweiten Durchgang zu wenig aus den sich bietenden Räumen gemacht und Konter allzu leichtfertig vergeben habe.

Während die Salmrohrer mit drei weiteren Punkten – es war der dritte Sieg in Folge – erneut ihre Ausgangsposition für die ab Ende März folgende Abstiegsrunde verbessert haben, wird die Not bei den Koblenzern immer größer. Unmut machte sich nach dem Abpfiff bei den Fans der Schängel breit. Auf der Gegenseite feierten die Gastgeber mit ihren Anhängern – die zweite Mannschaft des FSV hatte das Team von Lars Schäfer während der 90 Minuten lautstark angefeuert.