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Salmrohr: FSV verunsichert und von der Rolle

Fußball : Salmrohr verunsichert und von der Rolle

Fußball-Oberliga: Der FSV geht nach der Pause gegen Gonsenheim unter und kommt mit 1:7 unter die Räder. Im dritten Spiel nacheinander kassieren die Salmtaler zudem einen Platzverweis.

Welch eine Schmach für den FSV Salmrohr: Das Team von Trainer Lars Schäfer wurde im Heimspiel gegen den SV Gonsenheim gleich mit 1:7 vom Platz geschossen und war in der zweiten Hälfte chancenlos. Dabei kämpfte sich der FSV in der ersten Hälfte nach frühem Rückstand (Ferhat Gündüz traf per Kopfballaufsetzer nach einer Ecke, 12.) noch zurück in die Partie: Anton Moroz hatte die Großchance zum Ausgleich, doch sein Schuss aus fünf Metern parierte Gästetorwart Tobias Edinger stark (22.). Luan Barroso Rennstich durchkreuzte die Salmrohrer Angriffsbemühungen und schloss einen Konter stark zum 2:0 ab (29.) – der Mittelfeldakteur ließ in der zweiten Hälfte noch zwei weitere Treffer folgen und avancierte mit seinem Dreierpack zum Mann des Spiels.

Salmrohrs Coach Schäfer forderte bereits während der ersten Hälfte lautstark: „Wir müssen die Abstände minimieren, mehr Druck ausüben und dagegenhalten.“ Seine Worte wirkten zunächst: Maurice Neukirch sicherte sich einen Abpraller und hämmerte den Ball kompromisslos unter die Latte (42.). Zuvor hatte Moroz eine hochprozentige Chance ausgelassen, als er aus kurzer Distanz am Torwart gescheitert war (22.).

Der Anschlusstreffer zeigte Wirkung und sorgte für eine Drangphase der Hausherren. Die Rheinhessen zogen sich zurück und gaben ihre Spielkontrolle ab, was Salmrohr aber nicht weiter ausnutzte. Ihre guten Vorsätze für den zweiten Durchgang ließen die Schäfer-Schützlinge indes in der Kabine und zeigten sich nach dem Seitenwechsel verunsichert und völlig von der Rolle. Routinier Gustav Schulz, der sein Comeback feierte und eingewechselt wurde, monierte: „Wir haben uns abschlachten lassen und in der zweiten Hälfte zu wenig dagegengehalten.“

Die Mainzer dominierten nun wieder (wie in den ersten 30 Minuten) in allen Belangen und waren vor allem nach Standards gefährlich. Ihre Lufthoheit und Konterstärke nutzten die Gäste zu weiteren fünf Treffern und überrollten die überforderten Hausherren. Zu allem Überfluss verabschiedete sich Jan Umlauf nach wiederholtem Foulspiel vorzeitig und musste mit Gelb-Rot vom Platz (71.). In den Spielen zuvor hatten bereits Marcel Giwer (beim 0:1 gegen Mülheim-Kärlich) und Max Düpre (beim 0:4 gegen die Sportfreunde Eisbachtal) die Ampelkarte gesehen. Die lediglich 120 Zuschauer mussten im Salmtalstadion mitansehen, wie clevere Gonsenheimer neben sich stehende Salmrohrer vorführten. Kurz vor Schluss verletzte sich FSV-Torwart Sebastian Grub noch ohne Fremdeinwirkung und musste die Partie aufgrund des aufgebrauchten Wechselkontingents mit Schmerzen und humpelnd zu Ende bringen (Zerrung in Oberschenkelmuskulatur).

Nach dem Spiel gab es beim FSV viele lange Gesichter und die Spieler verließen (wieder einmal) fluchtartig und wortlos den Rasen – und wurden von Trainer Schäfer zum Auslaufen geschickt. Vielleicht dachten sie dort darüber nach, warum sie sich auch am Samstag (zu) oft nach gleichem Muster massig Gegentore eingefangen hatten, dabei ein ums andere Mal ausgekontert wurden und nicht konsequent genug in der Abwehr agierten.

Der FSV-Coach war denn auch restlos bedient: „Wir haben ein ganz schlechtes Spiel abgeliefert und uns nicht an Absprachen gehalten. Dabei wollten wir mehr über außen spielen und wussten, dass Gonsenheim nach Standards und Kopfbällen gefährlich ist. Dass wir uns in Unterzahl aufgegeben haben, geht gar nicht. Nun müssen wir am Mittwoch im Spiel beim FC Karbach unbedingt eine Reaktion zeigen.“