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Salmrohr: „Kein Stress“ bei der Trainersuche

Fußball : „Kein Stress“ bei der Trainersuche

Fußball-Oberliga: Interimscoach Kieren sitzt auch gegen Jägersburg auf der Bank.

In der Ruhe liegt beim FSV Salmrohr die Kraft – und das auch trotz der heiklen Lage im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und obwohl der Club auch gut eine Woche nach dem Abgang von Lars Schäfer (TV berichtete) noch keinen neuen Trainer gefunden hat. „Wir überstürzen nichts, schließlich suchen wir jemanden, der die Mannschaft nicht nur in der laufenden Abstiegsrunde, sondern auch in der neuen Saison trainieren soll. Die Entscheidung muss gut überlegt sein. Stress machen wir uns da keinen“, betont Christian Rauen, der Vorsitzende des FSV, im Vorfeld des Heimspiels am heutigen Samstag, 15.30 Uhr, gegen den FSV Jägersburg. Beim etatmäßigen Zweiten Vorsitzenden, Sportlichen Leiter und Torwarttrainer Karl-Heinz Kieren sieht er die Mannschaft in guten Händen: „Kalle kennt unsere Jungs in- und auswendig und wird sie sicher genauso wie vor dem 2:0 am Ostermontag gegen Speyer wieder gut einstellen“.

Am Freitag berichtete Rauen immerhin von „leicht fortgeschrittenen Gesprächen“ mit möglichen Kandidaten, die Interesse an einem Engagement in Salmrohr haben und welche die Verantwortlichen grundsätzlich als geeignet dafür ansehen würden. Namen will Rauen keine nennen. Nach TV-Informationen soll der Anfang des Monats bei Bezirksligist Rot-Weiß Wittlich geschasste und vor rund zwei Jahrzehnten schon einmal als Reserve- und A-Jugendtrainer in Salmrohr tätige Frank Meeth weiterhin im Rennen sein.

Weil die Personaldecke in den vergangenen Tagen merklich geschrumpft ist, blickt Interimscoach Kieren mit einigen Sorgen auf das Jägersburg-Spiel: Rechtsverteidiger Lucas Abend brach sich gegen Speyer bei einem Duell an der Torauslinie gleich vier Mittelhandknochen. „Ob eine Operation notwendig ist, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass Lucas vorerst ausfällt“, berichtet Kieren. Gustav Schulz und Nico Toppmöller wurden beide positiv auf das Coronavirus getestet und stehen damit genauso wenig zur Verfügung wie Marvin Munzel (gesundheitliche Probleme), Christian Schroeder (Leiste) sowie nach wie vor Lucas Lautwein, Kai Bernard und Tim Kieren. Kapitän Michael Dingels sollte eigentlich zuletzt gegen Speyer erstmals nach rund eineinhalb Jahren wieder in der Startformation stehen, musste dann aber wegen Rückenbeschwerden absagen. Inzwischen kehrte der Abwehrroutinier wieder ins Training zurück.

Bekannt ist Kieren dafür, dass er die Dinge klar anspricht. So habe er auch mit den Spielern „Deutsch gesprochen“, nachdem es zuletzt am Rande des jüngsten Auswärtsspiels in Eppelborn (1:2) Reibereien zwischen einzelnen Akteuren gegeben hatte. „Ich habe ihnen noch mal klar gemacht, dass wir hier ein Ziel haben – nämlich am Ende der Abstiegsrunde den fünften Platz zu belegen, der für den Klassenverbleib reichen wird. Diesem Ziel muss sich jeder unterordnen.“ Nach seiner Bobachtung ist diese Botschaft angekommen: „Die Mannschaft hat sich noch mal zusammengesetzt und auch intern die Fronten geklärt.“

Kieren stuft den FSV Jägersburg als „robuste, kompakte Mannschaft ein“. Besonderes Augenmerk müsse man auf Tom Koblenz legen: Der 26-jährige zentrale Mittelfeldspieler – ausgebildet beim 1. FC Kaiserslautern und der TSG Hoffenheim, später auch mal in England für die U23 von Derby County aktiv – sei beim Team aus dem Homburger Stadtteil der „Dreh- und Angelpunkt“. Die Marschroute von Kieren gegen die in der Tabelle drei Punkte und drei Plätze schlechter notierten Saarländer lehnt sich an einem Grundprinzip an: „Um dieses eminent wichtige Spiel zu gewinnen, müssen wir mehr Zweikämpfe als der Gegner gewinnen.“ Kierens Trainerkollege Tim Harenberg sieht seine Mannschaft nach zuletzt sieben Punkten und 12:1-Toren aus drei Spielen sehr gut in Schuss und blickt einem „richtig heißen Kampf“ entgegen.