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Salmrohr/Völklingen: Eine emotionale und siegreiche Rückkehr

Fußball : Eine emotionale und siegreiche Rückkehr

Der FSV Salmrohr fährt mit dem 2:1 bei Röchling Völklingen den ersten Dreier in der Oberliga-Abstiegsrunde ein. Für einen Akteur kamen beim Gastspiel im Hermann-Neuberger-Stadion unliebsame Erinnerungen auf.

Es war nicht nur ein wichtiger 2:1-Sieg für den FSV Salmrohr in der Oberliga-Abstiegsrunde beim SV Röchling 06 (SVR) Völklingen, es war auch ein sehr emotionaler Erfolg: Für Mittelfeldspieler Christian Schroeder bedeutete das Duell am Samstag im Hermann-Neuberger-Stadion die Rückkehr an jene Stätte, wo er am 12. Oktober 2013 so schwer gefoult worden war, dass seine Laufbahn aufgrund eines komplizierten Schien- und Wadenbeinbruchs bereits beendet schien, ehe er Mitte Februar beim 1:0 gegen die TuS Koblenz sein Comeback feierte. „Im Spiel selbst konnte ich diese Erinnerungen ausblenden“, sagte der 28-Jährige, gab aber auch zu: „Es war ohne Zweifel ein besonderes Spiel für mich. Im Vorfeld habe ich noch einige Nachrichten von Freunden und Bekannten erhalten, und ich weiß noch ziemlich genau die Stelle, an der das Foul damals passiert ist. Als ich da beim Warmmachen vorbeilief, war es schon ein merkwürdiges Gefühl.“ Nach dem wegen des frühen Rückstands, aber auch aufgrund der äußerst schwierigen Verhältnisse auf dem holprigen „Rasen“ hart erkämpften Sieg atmete Schroeder erleichtert auf: „Unterm Strich hätte es bei meiner Rückkehr nach Völklingen nicht besser für mich laufen können.“

Emotional wurde es auch, nachdem Daniel Bartsch einen an Maurice Neukirch verwirkten Foulelfmeter verwandelt hatte (41.): Die FSV-Spieler liefen zur Ersatzbank und hielten dort das Trikot von Julian Bidon hoch. Der Salmrohrer Offensivmann hatte sich knapp zwei Wochen zuvor im Auswärtsspiel bei der SV 07 Elversberg II (2:3) einen doppelten Bruch des Unterkiefers zugezogen und wird wohl kaum noch in der laufenden Abstiegsrunde mitwirken können.

Den Weg zum Dreier in Völklingen bezeichnete FSV-Trainer Lars Schäfer als „schwere Geburt“. Bezeichnend für die von vielen Fehlern geprägte Anfangsphase seines Teams sei die Entstehung des Gegentreffers gewesen: Hendrik Thul verlor im Mittelfeld den Ball, die Hausherren schalteten schnell um und schlossen durch Danny Kleinbauer ab (6.). Der Röchling-Torschütze ist einer von zahlreichen Verbandsliga-A-Junioren, die in der Winterpause befördert wurden, nachdem fast der halbe Kader die finanziell schwer angeschlagenen Saarländer verlassen hatte. Die Aufgabe war aber aus Sicht von Schäfer nicht ohne: „Man hört und liest, dass Völklingen am Ende ist. Dem ist nicht so. Diese junge Mannschaft hat ihr Herz in beide Hände genommen.“

Mitte der ersten Hälfte fing sich sein Team – und kam prompt zum Ausgleichstreffer. Hendrik Thul machte seinen Fauxpas vor dem 0:1 wett und traf per 18-Meter-Distanzschuss, bei dem SVR-Schlussmann Lukas Gehring keine allzu gute Figur abgab, indem ihm das Spielgerät durch die Arme flutschte. Bartschs Führungstor fiel zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor dem Seitenwechsel. Im zweiten Durchgang hatte der Gast das Geschehen im Griff, verpasste es aber mehrfach, Konter sauber auszuspielen und so für einen beruhigenderen Vorsprung zu sorgen.

Die Partie war chancen- und niveauarm. Coach Schäfer juckte das nicht: „Es zählt nur das blanke Ergebnis. Nach der Pleite in Elversberg und dem Spielausfall gegen Speyer jetzt gewonnen zu haben, war einfach total wichtig.“ Noch wichtiger war der Sieg für Christian Schroeder, der seinem Team attestierte, „nach dem Gegentor super zurückgekommen“ zu sein.