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Salmtal: Aus im Cup und Aufstiegsrennen - Dörbachs Woche zum Vergessen

Fußball : Aus im Pokal und Aufstiegsrennen: Dörbachs Woche zum Vergessen

Fußball-Kreisliga B II: Während der SV Dörbach durch die 0:1-Heimniederlage den zweiten Tiefschlag binnen weniger Tage ein­stecken musste, können die siegreichen Altricher weiter vom langersehnten Aufstieg träumen.

Alle Viere hatte er nach dem Abpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Horst Jonas von sich gestreckt, lehnte niedergeschlagen an der Bande der Sportanlage am Waldrand und musste erst ein paar Mal an seiner Zigarette ziehen: Dörbachs Vorsitzendem Simon Berg fiel es nicht leicht, die gut 90 Minuten im Verfolgerduell der B-II-Liga gegen die SG Altrich/Wengerohr-Bombogen und die bittere 0:1-Niederlage zu verarbeiten. Zahlreiche Möglichkeiten hatte seine fast durchweg hoch überlegene Mannschaft verdaddelt, stand am Ende indes ohne Ertrag da. Drei Tage nach dem Aus im Halbfinale um den Kreispokal beim klassentieferen SV Lüxem II (0:2) haben sich damit zumindest aller Voraussicht nach auch die Chancen auf den zweiten Tabellenplatz erledigt, der nach aktuellem Stand zu einem Relegationsspiel um den A-Liga-Aufstieg gegen den Vize der B-I-Staffel berechtigt.

Von Beginn an merkte man den in dieser Saison bis dahin zuhause so erfolgreichen Dörbachern (sieben Siege, ein Remis) an, dass sie sich für den schwachen Auftritt gegen eine hochmotivierte Lüxemer Elf rehabilitieren wollten. Es gab kaum Anlaufzeit, ehe Angriff auf Angriff auf das Tor von Altrichs Schlussmann Kevin Zuch rollte. Noch nicht einmal eine Minute war absolviert, da legte Dörbachs Kapitän Kevin Macat von links stark auf Spieler-Co-Trainer Tim Jakobs, der jedoch den Ball aus aussichtsreicher Position nicht traf. Nach fünf Minuten konnte sich erstmals Zuch auszeichnen, indem er bei einem Versuch von Manuel Bemsch aus der zweiten Reihe zur Stelle war. Munter ging es so weiter. Bereits Mitte der ersten Hälfte stand ein halbes Dutzend gefährlicher Aktionen der spielfreudigen und elanvollen Hausherren zu Buche.

Altrichs von draußen zuschauender Spielertrainer Andreas Steffen vermisste den Zugriff und forderte sein Team immer wieder auf, sich mehr zu bewegen und Tempo ins Aufbauspiel zu bringen. In der 34. Minute war es dann auch Außenverteidiger Oliver Zettl, der sich mal über links durchtankte, dann aus acht Metern Halbposition abzog – und prompt ins lange Eck traf.

„Das war für lange Zeit die einzige Chance der Altricher – und die machen sie auch gleich weg. Wir dagegen vergeben die besten Dinger und hätten wohl noch zwei Stunden spielen können, ohne ein Tor zu schießen. Es hat das letzte Prozent gefehlt, geil genug drauf zu sein, zu treffen“, sagte Dörbachs Spielertrainer Jannik Scheit in seiner Analyse und erntete dabei zustimmendes Kopfnicken vom Vorsitzenden Berg.

Auch im zweiten Durchgang setzte sich der Chancenwucher der Hausherren fort. Gerade der sonst so treffsichere Jakobs (14 Saisontreffer) wirkte glücklos und traf einige Male den Ball nicht richtig. Pech kam hinzu, wie beim Lattenschuss aus kurzer Distanz des starken Sven Kohlei (54.). Zuch im Altricher Kasten hielt am Ende noch zwei Mal bravourös, als er zunächst gegen Macat (86.) und dann gegen Bemsch (88.) rettete. Auf der anderen Seite konnte Dörbachs Torwart Christian Puderbach klären, indem er beim Eins-gegen-eins gegen Oliver Zettl Sieger blieb (80.).

Um seine starke Leistung wollte Keeper Zuch kein Wesens machen: „Es waren ein paar Dinger, die muss man in solch einem Spiel auch halten. Ich freue mich, dass ich meiner Mannschaft zu den drei Punkten verhelfen konnte, die sehr wichtig waren gegen ganz starke Dörbacher, die uns nur wenig Raum gelassen haben.“

Froh über den Dreier, aber nicht mit der manchmal sogar schon fast pomadigen Spielweise seiner Mannschaft war Coach Steffen: „Das war mit eines unserer schlechtesten Spiele in dieser Saison. Dörbach hätte den Sieg verdient gehabt, weil sie einfach mehr dafür getan haben. Wir dagegen sind nicht ins Spiel gekommen.“

Fünf Runden vor Schluss scheint die Saison für Dörbach damit gelaufen zu sein. Abschenken möchte Scheit indes nichts: „Ich will in jedem Spiel Vollgas von meiner Mannschaft sehen, egal, um was es geht. Wir geben bis zum letzten Spiel alles und wollen so viele Punkte wie möglich einfahren.“ Bereits jetzt gehen die Blicke in Salmtal auf die neue Saison, in der man erneut weit vorne mitspielen will. Einer wird dieses Unterfangen nicht mehr unterstützen: Bekannt wurde inzwischen der Abgang von Torjäger Jakobs. „Aufwand und Ertrag stehen einfach nicht mehr in einem gesunden Verhältnis“, sagte er nach dem Altrich-Spiel im Gespräch mit dem TV. Die Fahrten von seinem Wohn- und Arbeitsort Trier und der Einsatz im Training seien einfach zu viel, „wenn man dann wie wir in der Winterpause oft nur mit sieben, acht Mann in den Einheiten dastehen“. Seine sportliche Zukunft lässt der 30-Jährige offen.

Bei den Vereinigten aus Altrich, Wengerohr und Bombogen können sie unterdessen weiterhin von der Rückkehr in die A-Klasse träumen, die man 2003 verlassen musste und seitdem einige Male auch knapp am Wiederaufstieg gescheitert ist. Der am Saisonende zur SG Ruwertal abwandernde Andreas Steffen (TV berichtete) weiß aber, dass sich seine Mannschaft am kommenden Sonntag, im Spitzenspiel gegen den designierten Meister und Direktaufsteiger SV Wittlich, deutlich steigern muss: „Da spielen wir zuhause auf unserem Platz, müssen wieder ein besseres Spiel zeigen und am besten fünf Schippen gegenüber dem Dörbach-Spiel drauflegen. Wir wollen mit allem, was wir haben, zumindest den zweiten Platz erreichen.“ Keinen Druck sieht Torwart Zuch im Hit: „Das ist das Sahnehäubchen. Ich gehe mit einem guten Gefühl in die Partie.“  

SV Dörbach - SG Altrich/Wengerohr-Bombogen 0:1 (0:1)

Dörbach: Christian Puderbach - Jannik Scheit, Aron Gilz, Kevin Macat, Manuel Bemsch, Sven Kohlei, Lars Kohlei, Felix Schottler, Torkuma Gabriel Nyihemba (86. Jesse Williams), Tim Jakobs, Marcel Kärcher (83. Kilian Berg).

Altrich: Kevin Zuch - Oliver Zettl, Samuel Coenen (76. Christoph Kuhnen), Jens Bollig, Joshua Schmidt, Sebastian Wenand, Jannis Coenen, Luca Marx (83. Carsten Valerius), Kai Könen, Nicolas Justen, Sven Nickenig (67. Simon Zettl).

Schiedsrichter: Horst Jonas (Sehlem) -

Zuschauer: 112

Tor: 0:1 Oliver Zettl (34.)