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Sascha Baschin neuer Kickbox-Bundestrainer​

Kampfsport: : Sascha Baschin neuer Kickbox-Bundestrainer

Nach Dirk Passiwan (Coach der Frauen-Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft) gibt es einen weiteren neuen Bundestrainer aus der Region Trier: Sascha Baschin ist fortan Kickbox-Nationalcoach in der Königsdisziplin Vollkontakt. Was nun auf den 45-Jährigen zukommt.

Unverhofft kommt oft – so lautet eine Redewendung, die Sascha Baschin dieser Tage uneingeschränkt unterschreiben kann. Der Gründer und Inhaber der rund 600 Mitglieder starken Kampfsport-Akademie Trier/Föhren (KA) ist zum neuen Kickbox-Bundestrainer in der Königsdisziplin Vollkontakt im deutschen Verband der World Kickboxing and Karate Union (WKU) berufen worden. „Dieses Amt war nicht mein Karriereziel. Ich hatte es nicht auf einer Checkliste stehen“, gesteht Baschin, der aber nicht Nein sagen konnte und wollte, als er vom WKU-Präsidenten Klaus Nonnemacher gefragt wurde: „Ich habe zwei Tage überlegt, ob ich es machen will – vor allem aus zeitlichen Gründen. Es ist eine neue Herausforderung. Und ich suche immer nach neuen Herausforderungen. Ich habe das mit meiner Frau besprochen. Sie sagte: Wenn du es jetzt nicht machst, wer weiß, ob du nochmal gefragt wirst“, berichtet Baschin, der dieser Tage seine offizielle Ernennungsurkunde erhalten hat.

Der 45-Jährige ist seit seiner Jugend vielseitig sportlich aktiv. Neben Laufen und Leichtathletik hat er zunächst Fußball gespielt (unter anderem beim FSV Salmrohr). 1997 wechselte er eher zufällig in den Kampfsport. Er begann mit Karate und startete 1999 mit Kickboxen, das er seitdem sehr erfolgreich betreibt. Er hat den 4. Dan im Kickboxen, die Kampfrichterlizenz und die Trainerlizenz A. Die Liste seiner sportlichen Erfolge im Kickboxen ist lang: Unter anderem ist er mehrfacher Deutscher Meister, World-Cup-Sieger (2004), zweimal Profi-Europameister (2012 und 2013) sowie Profi-Weltmeister (2013 und 2014).

Kickboxen in seiner heutigen Form basiert auf traditionellen asiatischen Kampfsportarten, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in den USA neue Anhänger fanden. Ende der 1960er Jahre erstellte der Karateka Joe Lewis ein Regelwerk, das die Basis für eine neue, moderne Art des Kampfes darstellte. Damit war der Grundstein fürs heutige Kickboxen gelegt.

Unterschieden werden im Kickboxen drei Disziplinen: Semikontakt, auch Pointfighting genannt, Leichtkontakt und Vollkontakt. Beim Pointfighting wird der Kampf nach jedem Treffer gestoppt, drei Kampfrichter vergeben für den Treffer Punkte. Beim Leichtkontakt und beim Vollkontakt werden ebenfalls Punkte vergeben, aber die Sportler kämpfen die Runden von meistens zwei Minuten durch. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Treffer beim Vollkontakt härter sind als beim Leichtkontakt.

Die Disziplinen sind aufgeteilt in Damen, Herren, weibliche und männliche Jugend, in Gewichtsklassen, Farb- und Schwarzgurte. Eine vierte Disziplin des Kickboxens ist das Formen (Kata): ähnlich wie beim Karate führt der Sportler eine Art Choreografie gegen einen imaginären Gegner entweder mit oder ohne Waffen vor. Von den Kampfrichtern gibt’s dafür eine Punktewertung.

Zurzeit gehören dem WKU-Vollkontakt-Kader der deutschen Kickbox-Nationalmannschaft laut Baschin rund 120 Männer und Frauen zwischen 18 und 35 Jahren an. Auf den KA-Inhaber kommt die anspruchsvolle Aufgabe zu, die Sportler für die kommende WM fit zu machen und möglichst viele Kämpfer zu Titeln zu führen. All das verbunden mit emsiger Reisetätigkeit. Baschin: „Ich werde präsent bei Turnieren sein, um die Kämpfer zu sehen und vorzubereiten. Zudem sind zwei Sichtungslehrgänge im Jahr zu organisieren.“