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Schafft es Trierer Rudererin nach Corona-Infektion über DM zur EM?

Rudern : Nach Corona-Infektion über DM zur EM?

Katharina Bauer trainiert ohne ihre Zweier-Partnerin für die U-23-Weltmeisterschaft. Denn Annika Elsen ist nach einer Corona-Infektion zu Jahresbeginn durch die WM-Selektion des Deutschen Ruder-Verbands gefallen. Bei der Junioren-DM in Essen treffen die Treviris-Athletinnen aufeinander und fiebern füreinander.

(teu) Alle Hände voll zu tun hat Benedikt Schwarz von Donnerstag (24.6.) bis Sonntag (27.6.) bei den Deutschen Ruder-Meisterschaften der Junioren in Essen. Acht Ruderer von Mosel und Saar sind dabei. „Das ist eine erfreulich große Gruppe“, sagt der Trainer des Trierer Landesstützpunkts. Für Katharina Bauer wird die DM ein letzter Test vor der U-23-Weltmeisterschaft vom 7. bis 11. Juli im tschechischen Račice. „Die DM nehmen wir als Übungswettkampf mit“, sagt die 21-Jährige. Die Rudererin vom RV Treviris Trier (RVT) bereitete sich zuletzt zusammen mit dem übrigen Nationalteam im Ratzeburg mit bis zu drei Trainingseinheiten täglich auf die WM vor. Bauer ist für den Achter nominiert. In diesem Boot holte sie bereits vor zwei Jahren U-23-EM-Bronze. 2018 war sie mit Annika Elsen im Zweier bei der Europameisterschaft dabei. Dass das RVT-Duo die DM und wohl auch den Rest der Saison getrennt absolvieren muss, ärgert die jungen Rudererinnen genauso wie Schwarz.

Annika Elsen erkrankte im Januar an Corona. „Ich war eine Woche lang richtig krank und habe vier Wochen lang nicht trainiert“, erzählt die 21-Jährige. Sie hielt sich damit an die Empfehlung des Olympiastützpunkts. Erst nachdem sie nach einer sportmedizinischen Untersuchung grünes Licht bekommen hatte, stieg sie wieder ins Training ein. „Wenn man vier Wochen nichts gemacht hat, braucht man aber erst einmal wieder vier Wochen bis man wieder auf dem Stand vor der Pause ist“, erklärt sie. Und dann folgte bereits der Ergometertest, der zu 40 Prozent für die WM-Nominierung ausschlaggebend ist. „Für das, was ich bis dahin trainiert hatte, lief es gut. Aber für die WM-Norm hat es nicht gereicht“, sagt Elsen. Auch beim ersten Ranglistenrennen Ende April habe sie im Ziel gemerkt, dass ihr Körper noch nicht ganz fit ist.

Die Trierer Studentin möchte sich aber nicht beschweren. „Ich bin froh, dass ich gesund bin.“ Auch wenn sie in verschiedenen Booten sitzen, „ich fiebere genauso mit Annika, wie sie mit mir“, sagt Katharina Bauer, aber auch: „Ich bin traurig, dass wir das nicht zusammen machen können.“

 Rudererin Annika Elsen vom RV Treviris Trier startet nach überstandener Corona-Infektion ab Donnerstag bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften in Essen und hofft auf einen U-23-EM-Start.
Rudererin Annika Elsen vom RV Treviris Trier startet nach überstandener Corona-Infektion ab Donnerstag bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften in Essen und hofft auf einen U-23-EM-Start. Foto: Holger Teusch

Man darf gespannt sein. Die beiden RVT-Rudererinnen treffen im Rennen des Vierers mit Steuerfrau und im Achter aufeinander. „Bei dem Meldefeld ist alles drin. Es gibt keine Favoriten“, glaubt Elsen, für die es um eine mögliche Teilnahme an der U-23-Europameisterschaft im September geht.

Ein bisschen richtig Europameisterschaft, die der Unter-19-Jährigen (U 19) schielen darf laut Schwarz auch Valentin Wiering. „Ich denke schon, dass wir eine Medaillenchance haben“, sagt der Trainer zu den Chancen des 18-Jährigen. Wiering ist zusammen mit dem Hanauer Ole Hanack im Zweier und in einem Achter mit Ruderern aus Hessen und Baden-Württemberg dabei.

 2018 stiegen Katharina Bauer und Annika Elsen (mit Zöpfen) bei der U-23-Europameisterschaft zusammen ins Boot. Bei der DM und WM in diesem Jahr müssen sie getrennt fahren.
2018 stiegen Katharina Bauer und Annika Elsen (mit Zöpfen) bei der U-23-Europameisterschaft zusammen ins Boot. Bei der DM und WM in diesem Jahr müssen sie getrennt fahren. Foto: Holger Teusch

Bereits einen deutschen Meistertitel hat in diesem Jahr Luca Britten gewonnen. Der 16-Jährige vom Saarburger SC, der ebenfalls am Trierer Landesstützpunkt trainiert, fährt in einem U-17-Doppelvierer zusammen mit Sportlern aus Treis-Karden und Mainz. Allein stellt sich dagegen der letztjährige U-23-EM-Dritte (im leichten Doppelvierer) Johannes Hein der Konkurrenz. Durch sein Zahnmedizin-Studium wird es für den 22-Jährigen von der Rudergesellschaft Trier aber schwer, im Leichtgewichts-Einer ganz vorne dabei zu sein, vermutet Schwarz. Fehlende Vergleichsmöglichkeiten machen bei den jüngeren Leichtgewichts-Rudern Lea Kaden (U 19), Emma König (U 17) und Johann Kleis (U 19) laut Schwarz eine Prognose schwer.