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Fußball
SG Mittelmosel Leiwen: Deutscher Ü40-Vizemeister nach Sieg gegen Bayern München

Die Ü40 der SG Mittelmosel Leiwen hat im DFB-Finalturnier in Berlin die Vizemeisterschaft gefeiert. Nur das mit Ex-Profis gespickte Team von Blau-Weiß 90 Berlin war im Endspiel etwas besser.
Die Ü40 der SG Mittelmosel Leiwen hat im DFB-Finalturnier in Berlin die Vizemeisterschaft gefeiert. Nur das mit Ex-Profis gespickte Team von Blau-Weiß 90 Berlin war im Endspiel etwas besser.
Trier/Berlin. Die Ü40-Fußballer der SG Mittelmosel Leiwen sind Deutscher Vizemeister – „Die Mannschaft leistet Außergewöhnliches.“
Andreas Feichtner

Es gibt zwei Dinge im Fußball, die kann man sich gar nicht richtig vorstellen. Zum einen: Da gewinnt man in diesem DFB-Wettbewerb im großen Berlin doch tatsächlich gegen den größeren FC Bayern München – und ist dann doch kein DFB-Pokalsieger. Und zwar weil – und das ist die zweite Sache – der Siegerpokal ausgerechnet in Berlin bleibt. So geschehen am Wochenende am Finalwochenende des DFB-Ü-40-Cups in der Hauptstadt.

Die SG Mittelmosel Leiwen kann mit dieser Kombi aber sehr gut leben – die Mannschaft hat mit Platz zwei nach der knappen 0:1-Finalniederlage gegen Blau-Weiß 90 den größten Erfolg ihrer ohnehin schon ziemlich erfolgreichen Teamgeschichte hinter sich. Die Moselaner wurden im offiziellen DFB-Wettbewerb Deutscher Vizemeister bei den Über-40-Jährigen. Im Halbfinale hatte die Mannschaft um Teamchef Klaus Anton noch die Ü40 des FC Bayern aus dem Wettbewerb gekickt. Bernd Thomas und Jochen Conrad trafen beim 2:0-Sieg gegen die Bayern. Ein ziemlich perfektes Wochenende, findet Klaus Anton, der sich seit 14 Jahren um das erfolgreichste Ü40er-Team der ganzen Region kümmert. „Es war in etwa, wie ich es vorhergesagt hatte – dass wir eine starke Vorrundengruppe erwischt haben und im Halbfinale auf die Bayern treffen könnten“, sagt Anton. „Im Finale haben uns dann etwas die Körner gefehlt. Die Berliner hatten das nach der frühen Führung clever gemacht.“

Schon im ersten Gruppenspiel hatten es die Moselaner ebenfalls mit dem späteren Sieger zu tun (das Spiel wie das Finale 0:1). In den weiteren Gruppenspielen bezwang das Team aus Leiwen und Umgebung Arminia Bielefeld (1:0), Eintracht Nordhorn (4:0) und den SV Erzhausen (2:0), den Zweiten der süddeutschen Meisterschaft. Im Halbfinale gegen die Bayern war dann SG-Torwart Thorsten Lang der überragende Mann nach der 2:0-Führung seines Teams. Er hatte auch schon zuvor mehrfach sein Können gezeigt.

So kam Lang mit zwei Medaillen aus der Hauptstadt zurück. Er wurde von den anderen Teams zum besten Torhüter des Turniers gekürt. Erfolgreichster Torschütze war Michael Fuß (Berlin), bester Spieler der einstige Zweitliga-Torschützenkönig und Bundesliga-Spieler Francisco Copado (Bayern München). Auch andere Teams hatten Ex-Profis im Kader – so wurden Marco Gebhardt (Frankfurt, Cottbus, 1860) und Ronny Nikol (Union Berlin, Cottbus) mit Blau-Weiß 90 Meister. Bei den Leiwenern spielt dagegen „nur“ regionale Fußball-Prominenz (siehe Liste am Ende des Artikels). Aber eben sehr erfolgreich. „Die Mannschaft hat in den letzten Jahren Außergewöhnliches geleistet. Ich bin stolz darauf, wie die Jungs die Mittelmosel und den regionalen Fußball vertreten - auf dem Spielfeld und außer­halb“, schwärmt Klaus Anton. „Wir sind in den letzten Jahren in Berlin immer toll aufgenommen worden - und seit dem Wochenende bestimmt ‚Meister der Herzen’.“ In insgesamt drei Wettbewerben hatte der DFB die Meister gekürt - neben der Ü40 auch bei der Ü50 und der Ü35 der Frauen.

Alois Reichert, Vizepräsident des Fußballverbands Rheinland, war auf DFB-Einladung in Berlin – und nicht nur die Vorstellung der Moselaner überzeugte ihn. „Das war eine tolle Show und ein toller Rahmen.“ Und das sei nur eine von vielen Veranstaltungen, die der DFB für die Amateure organisiere.

Für die SG Mittelmosel Leiwen spielten: Thorsten Lang, Andreas Duckard, Uwe Heinsdorf, Volker Weich, Uwe Hoffmann, Oliver Lex, Helmut Freischmidt, Bernhard Heinz, Markus Kuhnen, Bernd Thomas, Jens Roth, Jochen Conrad, Heiko Henkel, Christian Esch, Eugen Lehnertz, Rainer Kuhnen, Ekrem Demaj, Achim Eberhard