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Sirzenivh: Vier Tore und zahlreiche Verletzte

Fußball : Vier Tore und zahlreiche Verletzte

Mal zwickte die Leiste, mal ließen der Oberschenkel oder das Sprunggelenk kein weiteres Mitwirken mehr zu: Beim A-Liga-Spiel zwischen dem SV Sirzenich und dem SV Tawern (2:2) mussten die beiden Trainer fast ihr gesamtes Wechselkontingent wegen Verletzungen aufbrauchen.

Gerade einmal eineinhalb Trainingseinheiten hatte der neue Coach des SV Tawern mit seiner Mannschaft absolviert, um dann bereits am Sonntag im A-Liga-Duell beim SV Sirzenich als Verantwortlicher an der Außenlinie zu stehen. Mit dem, was seine Mannschaft auch einmal abgesehen vom respektablen 2:2-Unentschieden bot, konnte Steve Birtz vollauf zufrieden sein: In der ersten Hälfte ließen die Gäste keine einzige Torchance der als offensivstark bekannten Hausherren zu, kämpften sich nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand wieder zurück und hätten ganz am Ende mit etwas Glück sogar fast noch den Siegtreffer erzielt. „Wir wussten, dass es hart wird und haben alles in die Waagschale geworfen. Die Jungs haben es gut gemacht“, lobte der 43-jährige Luxemburger, der seit April 2010 mit seiner Familie in Tawern lebt und bereits seit einiger Zeit in der dritten Garnitur der Tawerner spielt. Es ist der Ausklang einer erfolgreichen Karriere. Einst war Birtz Jugendnationalspieler im Großherzogtum und war mit dem CS Grevenmacher auf europäischer Ebene aktiv. Der Nachfolger des Anfang Oktober geschassten Thomas Konz hatte zunächst jede Menge Einzelgespräche mit seinen Schützlingen geführt. So richtig auf dem Platz stand er mit seinem Team im Vorfeld des Sirzenich-Spiels nur einmal.

Birtz erlebte eine Anfangsphase, in der es den ersten Aufreger in der zwölften Minute gab: Sirzenichs Schlussmann Markus Borne zog sich bei einem Klärungsversuch eine Sprunggelenksverletzung zu und musste wenig später das Feld räumen. Für ihn rückte Paul Gierens zwischen die Pfosten, der im Vorspiel mit der A-Jugend der JSG Ralingen (der die Sirzenicher angeschlossen sind) im Rheinlandpokal noch 0:7 gegen Mosella Schweich verloren hatte. Obwohl er ins kalte Wasser geworfen wurde, machte Gierens seine Sache unaufgeregt. Stark reagierte er besonders in der sechsten Minute der Nachspielzeit von Hälfte eins, als Yves Dahm alleine auf ihn zusteuerte. Mit einem sehenswerten Reflex lenkte Gierens den Ball gekonnt über die Latte. Da hatte es bereits 0:1 für die zunächst deutlich zielstrebigeren, ballsicheren und torgefährlicheren Tawerner gestanden. Nach einem Foul von  Kevin Endres an  Julian Kiefer zeigte der umsichtig leitende Schiedsrichter Arndt Collmann auf den Punkt. Tobias Weber verwandelte sicher (43.).

Dass es eine solch lange Nachspielzeit gab, hatte mit den insgesamt vier (!) verletzungsbedingten Wechseln alleine in der ersten Hälfte zu tun. Beim SVS musste neben Borne auch der mit Oberschenkelproblemen angeschlagen in die Partie gegangene Luca Bierbrauer vorzeitig raus. Auch der für ihn eingetauschte Aleks Klodt schied kurz nach der Pause angeschlagen bereits wieder aus. Bei Tawern erwischte es Marco Ihl nach gut einer halben Stunde. Für ihn kam Dahm, der seinerseits in der Schlussphase umknickte und wieder raus musste. Und auch der elfmeterreif gefoulte Kiefer konnte nicht mehr weitermachen.

Sirzenichs Trainer Andreas Wagner sprach von  „unserer schwächsten Halbzeit in dieser Saison“. Nach dem Seitenwechsel verstand es sein Team aber, deutlich mehr Druck auf die bis dahin sehr souveräne Tawerner Abwehrreihe zu entfachen. Drei Minuten waren im zweiten Durchgang absolviert, da vertändelte Fabian Weber den Ball im Duell mit Simon Blasius – und der schloss eiskalt zum Ausgleich ab. Sirzenich drehte auf, und der in den ersten 45 Minuten noch blasse Kevin Walter zeigte jetzt seine weithin bekannte Spielfreude und Torgefahr. Mit etwas Glück, weil noch von einem Tawerner Abwehrbein abgefälscht, erzielte das am vergangenen Montag 19 Jahre alt gewordene, große Offensivtalent das 2:1 (56.). Die Freude über die Führung währte aber nur kurz. Nach klugem Steilpass von Michael Fantes vollstreckte Dahm zum 2:2 (60.). Die letzte halbe Stunde endete mit einem Großchancen-Verhältnis von 2:1 für die Gäste: Für Sirzenich schlug Endres den Ball im letzten Moment nach einem Lupfer von Dennis Weber über Torwart Gierens von der Torlinie (68.). Auf der Gegenseite scheiterte Fabian Hamm an der Latte (84.). Drei Minute später streifte Nico Kirch mit seinem Kopfball den Pfosten des Sirzenicher Tores.

Unterm Strich konnten beide Trainer mit dem einen Punkt leben. Weil die sowieso schon dünnen Personaldecken nun noch einmal in Mitleidenschaft gezogen wurden und weitere (Langzeit-)Ausfälle drohen, sind sowohl bei Andreas Wagner wie auch bei Steve Birtz in den nächsten Wochen mehr denn je Improvisationskünste gefragt.

SV Sirzenich – SV Tawern 2:2 (0:1)

Sirzenich: Markus Borne (21. Paul Gierens) Julio Ngangu, Nico Herz (75. Tim Brandscheid), Jannik Boost, Herbert Stuhlberg, Kevin Endres, Philipp Geißler, Fabian Hamm, Luca Bierbrauer (32. Aleks Klodt, 51. Marek Hoffmann), Simon Blasius, Kevin Walter.

Tawern: Mike Kratz - Tobias Weber, Michael Fantes, Fabian Weber, Nico Kirch, Pascal Kirch, Julian Kiefer (45. Jonathan Konrad), Dennis Weber, Karim Yahia, Marco Ihl (33. Yves Dahm, 83. Jonas Bock), Johannes Weber.

Schiedsrichter: Arndt Collmann (Welschbillig) – Zuschauer: 202

Tore: 0:1 Tobias Weber (43. Foulelfmeter), 1:1 Simon Blasius (48.), 2:1 Kevin Walter (56.), 2:2 Yves Dahm (60.)