Spielfeld, Ball, Klassifizierungen: So funktioniert Rollstuhl-Rugby

Spielfeld, Ball, Klassifizierungen, Regeln : So funktioniert Rollstuhl-Rugby

Spielfeld, Ball, Klassifizierungen, Regeln: Hier gibt’s alles Wissenswerte im Überblick.

Rollstuhl-Rugby ist seit 2000 eine paralympische Disziplin und wird auf einem Basketballfeld gespielt. Das Spielgerät ist ein Volleyball, dessen Außenhülle aufgeraut ist, damit er für die an den Gliedmaßen eingeschränkten Sportler besser zu greifen und zu verarbeiten ist. Um zusätzlich die Griffigkeit zu erhöhen, werden die Handschuhe, die jeder Spieler zum Schutz trägt, mit Kleber oder Harz versehen – sofern das die Hallenordnung erlaubt.

Ziel ist es, den Ball über die gegnerische acht Meter breite Torlinie zu fahren. Dabei muss sich der Ball sicher im Besitz eines Spielers befinden. Im Spiel darf der Ball gepasst, geworfen, gedribbelt und auf dem Schoß transportiert werden. Der Ball darf weggeschlagen und abgefangen werden, ohne dabei den Körper eines Gegenspielers zu berühren.

Kurz nach der Entstehung Ende der 1970er Jahre wurden im Rollstuhl-Rugby kaum Tore erzielt. Deshalb wurden Regeln eingeführt, die die Dynamik des Sports erhöhten. Hier die wichtigsten: Die angreifende Mannschaft muss den Ball binnen zwölf Sekunden aus der eigenen Hälfte in die des Gegners bringen. Wenn ein Team die Mittellinie überquert hat, darf es den Ball nicht mehr ins Rückfeld spielen. Ein Angriff muss nach spätestens 40 Sekunden abgeschlossen werden. In der 1,75 Meter tiefen Endzone vor dem Tor (der sogenannte Key) darf sich ein angreifender Spieler nur maximal zehn Sekunden aufhalten. Und nur drei Abwehrspieler dürfen in der eigenen Zone das Tor sichern. Der Ball darf auf dem Schoß transportiert werden, muss aber spätestens nach zehn Sekunden gedribbelt oder abgespielt werden.

Die Netto-Spielzeit beträgt vier mal acht Minuten. Brutto dauert eine Partie rund 80 Minuten.

Ein Team besteht aus vier Sportlern, Männer und Frauen spielen zusammen. Die Akteure sind je nach ihrem Grad der Einschränkung klassifiziert. Sportler mit hoher körperlicher Beeinträchtigung werden mit 0,5 bis 1,5 Punkten gelistet. Sportler mit einem geringeren Behinderungsgrad erhalten 2 bis 3,5 Punkte. Ein Team darf nach den internationalen Regeln maximal acht Punkte haben.

Verstößt ein Spieler gegen eine Regel, verliert dessen Mannschaft entweder den Ballbesitz oder der Spieler muss bei gegnerischem Ballbesitz auf die Strafbank, bis der Gegner ein Tor erzielt – jedoch maximal für eine Minute.

Zu den Regelverstößen zählen die Berührung des Gegners mit dem Körper, das Hineinfahren in den gegnerischen Rollstuhl hinter der Hinterachse, so dass sich der Rollstuhl um die eigene Achse dreht, das Rückspiel in die eigene Hälfte oder der Rollstuhlkontakt während einer Spielunterbrechung.

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