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Sport-Talk: Was Jens Roth, Valeska Finger und Marco van den Berg zu sagen hatten

Sport-Talk „Volltreffer“ von OK54 und TV zum Streamen : Drei Sportler, eine Devise: Aufgeben ist keine Option!

Volltreffer: Der Sporttalk aus dem FOH

„Volltreffer“ – so heißt das neue Sport-Talkformat des Bürgerrundfunks OK54 und des Trierischen Volksfreunds in Kooperation mit der Arena Trier. Die Premiere lieferte interessante Einblicke in die Karrieren von Gladiators-Trainer Marco van den Berg, Rollstuhlbasketballerin Valeska Finger und Ausdauer-Ass Jens Roth.

Corona hier, Corona da – auch der Sport ist mit voller Breitseite von der Pandemie getroffen worden. Doch Jammern ist nicht das Geschäft von Marco van den Berg. Er ist ein optimistischer Zeitgenosse, der lieber Möglichkeiten als Hemmnisse sieht. Innerhalb der nächsten drei Jahre will der Trainer (mindestens) einmal mit den Gladiators Trier Meister in der zweiten Basketball-Bundesliga werden. Andere Vereine hätten höhere Etats, dafür könnten die Gladiators mit anderen Vorteilen punkten. Etwa mit der Verankerung des Vereins in der Stadt und der Region Trier: „Es ist eine Ehre für solch einen Club arbeiten zu dürfen“, sagte der 55-jährige Niederländer bei der Premiere des von Björn Pazen moderierten neuen Sport-Talks „Volltreffer“ von OK54 und TV in der Arena-Gastronomie Front of House, an dem TV-Redakteur Christian Thome als Experte teilnahm.

Dass van den Berg wieder bei den Gladiators angeheuert hat, liegt auch an Corona: „Meine Rückkehr kam überraschend, sie war nicht geplant. Ich war fast schon woanders. Nur wegen Corona habe ich nicht bei einem anderen Club unterschrieben. Dann kam der Kontakt nach Trier, und ich musste nicht lange überlegen.“

Vor dem ersten Saison-Spiel am Freitag (19 Uhr) zu Hause gegen Heidelberg dämpft der Niederländer die Erwartungen: „Wir sind noch nicht mal bei 50 Prozent unseres Leistungsvermögens.“ Gleichzeitig macht er Hoffnung: „Es ist immer wieder ein Wunder im Basketball, was Ärzte möglich machen. Vor einer Woche hatten wir nur einen fitten ,großen Spieler‘, am Freitag werden mir wohl wieder alle vier zur Verfügung stehen.“

Es ist eine Episode, die van den Bergs Motto „Invictus“ (zu Deutsch: „Unbesiegt“) unterstreicht, das er den Trierer Basketballern einst verpasst hatte. „Dieses Gedicht von William Ernest Henley hat Nelson Mandela in seiner Haftzeit immer gelesen. Egal wie niedergeschlagen du bist, du musst dich immer wieder aufrichten. Nach der BBL-Pleite der TBB wollte ich den Stolz wieder wecken. Das ist mir gelungen. Meistens ist der schwere Weg der richtige“, sagte van den Berg.

Invictus – Ausdauersportler Jens Roth kann sich vorstellen, dieses Motto auch den Bundesliga-Triathleten von Tri Post Trier einzuverleiben. Invictus – niemals aufgeben: Diesen Spirit versprüht auch die Rollstuhlbasketballerin Valeska Finger, neben van den Berg und Roth Premierengast beim Sport-Talk.

Mit vier Jahren begann die von Geburt an Querschnittsgelähmte aus Thomm mit dem Rollstuhlbasketball. „Meine Patentante hatte mich dazu gebracht. Danach bin ich von dem Sport nicht mehr losgekommen“, sagte Finger, deren großes Ziel die Teilnahme an den Paralympischen Spielen ist. Bei den Dolphins Trier, für die sie in der Bundesliga spielt, hat die U-25-Nationalspielerin einen großen Lehrmeister: Dirk Passiwan. Finger: „Ich kann bei ihm vom Besten lernen!“

Vermeintliche Hürden zu überwinden, das macht die Umwelt- und Betriebswirtschaftsstudentin auch neben dem Sport. Sie ist im Kreis Trier-Saarburg die erste Feuerwehrfrau im Rollstuhl. Dank ihres Freundes kam sie zur Freiwilligen Feuerwehr in Thomm. Sport, Studium, Ehrenamt – „Der Tag hat zu wenige Stunden“, sagte Finger. Ein Grund, warum sie längst nicht mehr so wie früher ihre Fan-Liebe zum FC Bayern München auslebt. Doch einen Wunsch hat sie: „Ich würde gerne mal alle Bayern-Spieler zu einem Dolphins-Heimspiel begrüßen.“

Finger und van den Berg sind Teamplayer – Jens Roth war dagegen von Anfang an Individualsportler. Er begann einst mit dem Schwimmen, um das Seepferdchen zu machen. Im Alter von acht Jahren gewann er bei einem Schwimmwettkampf seine erste Goldmedaille. Heute ist er fünffacher Deutscher Meister im Cross-Triathlon. Auch dank seines Trainers Marc Pschebizin, der Roth seit nunmehr zehn Jahren betreut. „Er ist mein Trainer, ein guter Freund und mein Mentor. Wenn was ist, kann ich ihn auch nachts anrufen“, sagte Roth, der es liebt, in der Natur unterwegs zu sein.

Auch der Monzelfelder musste sich in seiner Karriere schon mal so richtig schütteln. 2014, nach einem Radunfall, als er sich einen Wirbelbruch zugezogen hatte. „Es war schwierig für mich, damit umzugehen. Ich hatte damals ein Level erreicht, um mich mit den Besten messen zu können.“ Roth arbeitete sich aus dem Tief – und hat einen großen Traum: einmal als Profi beim Ironman auf Hawaii starten. Das Problem: Es gibt pro Jahr in einem harten Qualifikationsmodus nur 50 Plätze zu vergeben. Roth will sich der Herausforderung stellen.

Eine Herausforderung wird auch der Saisonstart für die Gladiators. Maximal 1200 Fans sind in der Arena Trier zugelassen. In der vergangenen Saison hatten die Gladiators einen Schnitt von gut 2500 Zuschauern pro Heimspiel. „Unser Sport ist nur dann richtig interessant, wenn die Halle voller Leben ist. Die Gladiators sind sehr abhängig von Zuschauereinnahmen. Dieses Thema hängt wie ein Damoklesschwert über dem Verein. Er kämpft ums Überleben“, sagte van den Berg. Die jüngsten Verletzungsprobleme unter dem Korb erachtet Thome als aktuelle Achillesferse der Gladiators. „Das färbt auf andere Mannschaftsteile ab“, sagte der TV-Redakteur, der gleichzeitig spannende Charaktere im Team sieht – etwa die Neuzugänge Dan Monteroso und Jonas Grof: „Es gibt gute Variationsmöglichkeiten.“ Thomes Prognose für diese Saison: „Die Playoffs sind ein realistisches Ziel. Die Mannschaft ist in der Lage, zwischen Platz sechs und acht zu landen.“

Jens Roth (links), Valeska Finger (Zweite von links) und Marco van den Berg (rechts): Auch wenn die Premierengäste beim neuen Sport-Talk „Volltreffer“ auf unterschiedlichen Pfaden unterwegs sind, so eint sie doch manches. Moderator Björn Pazen (Mitte) und TV-Redakteur Christian Thome (rechts) komplettierten die Runde in der Arena-Gastronomie Front of House. Foto: TV/Hans Krämer

Beim Sport-Talkformat „Volltreffer“ des Offenen Kanals (OK54) und des Trierischen Volksfreunds in Kooperation mit der Arena Trier geht es um die großen Sportteams Triers, aber auch die kleinen Geschichten des regionalen Sports. Wie hat Ihnen die erste Ausgabe gefallen, die Sie sich unter volksfreund.de/video oder facebook.com/OK54Buergerrundfunk noch mal anschauen können? Wir freuen uns über Lob, Kritik oder auch Vorschläge für weitere Gäste: sport@volksfreund.de, mail@ok54.de