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Tarforst: Der FSV- Fußballchef hätte nichts gegen den Aufstieg, wenn..

Fußball : Aufstieg? Tarforsts Fußballchef hätte nichts dagegen, wenn ...

Rheinlandliga: Der FSV Trier-Tarforst überwintert an der Tabellenspitze. Was die Verantwortlichen zu einem möglichen Sprung in die Oberliga sagen.

Mit einem nervenaufreibenden Spiel gegen den FC Bitburg und einem beim 2:2 in letzter Sekunde erkämpften Punkt hat sich der FSV Trier-Tarforst in die Winterpause verabschiedet. Dass das Heimspiel am letzten Novemberfreitag das letzte Spiel des Jahres sein würde, ahnten damals nur die wenigsten der 200 Zuschauer. Für Trainer Holger Lemke war der erlösende Treffer von Mohammad Rashidi in der sechsten Minute der Nachspielzeit viel wert: „Das Bitburg-Spiel war ein sehr besonderes und für die Moral enorm wichtig. Das letzte Spiel bleibt die Winterpause über immer in den Köpfen, weshalb wir ein positives Gefühl mitnehmen. Vom Verband hätte ich mir danach aber gewünscht, dass er die verbleibenden zwei Spiele einheitlich absagt und eine klare Linie erkennen lässt.“ Bekanntlich überließ man es nach Einführung der 2G-Regel auch im Freiluftsport den Vereinen, ob sie die Partien im Dezember noch austragen oder ins neue Jahr verschieben wollen. Nur die wenigsten machten daraufhin noch weiter.

Lemke ist seit Juli 2017 im Trainerteam des FSV Trier-Tarforst und führte die erste Mannschaft im bisherigen Verlauf der Hinrunde mit 30 Punkten (in 14 Spielen neun Siege und drei Remis) an die Tabellenspitze. „Mit unseren bisher gezeigten Leistungen sind wir sehr zufrieden. Auch dank der Integration unserer Neuzugänge haben wir einen starken Kader, in dem die Charaktere zusammenpassen. Kompliment an die Jungs, die zusammengewachsen sind“, freut sich Lemke über den Höhenflug, der so lange wie möglich andauern soll.

Ohne Fleiß kein Preis: Dank einer hohen Trainingsbeteiligung (nur selten waren weniger als 15 Spieler anwesend) und genügend Wechseloptionen mache die Arbeit Spaß, so Lemke. Zudem findet der 34-Jährige, dass das Gesamtpaket stimme, man als Team aufgetreten sei und über die Mentalität am Ende Spiele gedreht habe. Nur zwei ärgerliche Niederlagen gegen Mehring (1:3) und Kirchberg (2:3) mussten verdaut werden, woraus das Team viel gelernt habe. Steigern wollen sich die Tarforster in der Chancenverwertung (sieben Ligakonkurrenten zeigten in der Offensive eine höhere Durchschlagskraft und erzielten mehr als die 30 FSV-Tore). Zudem sei ein Ziel, dass sich die Stammelf (noch) besser findet und einspielt. Bislang herrschte verletzungsbedingt eine hohe Fluktuation. Vor Beginn der Saison 2021/22 hatte der FSV-Coach die Weiterentwicklung der Mannschaft als Ziel ausgegeben, das aus seiner Sicht erfüllt wurde: „Ich sehe einen guten Fortschritt und möchte Mo Rashidi herausheben, der den größten Sprung gemacht hat.“ Stürmer Nicola Rigoni trug mit elf Toren maßgeblich zum Erfolg bei. Zudem ist die Defensivarbeit der gesamten Mannschaft lobenswert: Nur zwei Teams kassierten noch weniger als 14 Gegentore.

Im Rheinlandpokal spielt der FSV indes keine Rolle mehr, da man sich im Stadtderby in der zweiten Runde gegen Oberligist Eintracht Trier mit 1:3 geschlagen geben musste. „In diesem Highlight-Spiel wäre mit ein bisschen Glück für uns sogar noch mehr möglich gewesen“, sagt Lemke rückblickend und erinnert an eine bärenstarke Leistung seiner Mannschaft. Sven Haubrich (Kreuzbandriss), Moritz Jost (Ellenbogenfraktur, Pause bis März) und Faris Kssouri (Ermüdungsbruch im Fuß, Pause bis März) fallen noch länger aus, während Sebastian Schmitt, Fabio Fuhs, Elias Heitkötter und Ruben Herres zu Beginn des neuen Jahres wieder einsatzfähig sein sollen. Transfers sind nicht geplant.

Lemke freut sich auf den weiteren Saisonverlauf, der noch viel Spannung verspreche, „da es oben eng ist. Ich hoffe, dass es weitergeht und Zuschauer dabei sein können. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir als Tabellenführer überwintern dürfen, und wollen die Rückrunde unter den ersten fünf Teams abschließen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Sportlich würde ich gerne aufsteigen und es mir fürs Team wünschen“. Zu den härtesten Konkurrenten zählen weiterhin die Hochwald-SG („Ihre erste Elf ist überragend und eingespielt“), Kirchberg und Ahrweiler. Spieler-Co-Trainer Bernhard Heitkötter bilanziert: „Unser Pluspunkt war die Kaderbreite, durch die wir Ausfälle nach der langen Pause kompensieren konnten. In der Rückrunde werden unsere Gegner noch motivierter sein und uns das Leben schwer machen.“

Die Lemke-Schützlinge wollen am 10. Januar mit dem Trainingsbetrieb starten und sich in der rund sechswöchigen Vorbereitung aufs erste Pflichtspiel gegen Mehring (19. Februar) einspielen. Getestet wird gegen Oberligist Eintracht Trier, Südwest-Verbandsligist SC Idar-Oberstein, Bezirksligist Mosella Schweich, Saarlandligist VfL Prims­tal, Saar-Verbandsligist FC Brotdorf und den Luxemburger Erstligisten Victoria Rosport. FSV-Fußball-Abteilungsleiter Thomas Kempny hat erkannt, dass „wir auf und neben dem Platz als Mannschaft funktionieren. Das ist unser Erfolgsrezept. Für 2022 ist es unser Ziel, weiterhin Konstanz zu zeigen und bei all dem Erfolg den Spaß am Fußball nicht zu vergessen.“

Einem möglichen Aufstieg steht Kempny aufgeschlossen gegenüber: „Da gibt es nur schwarz oder weiß. Wenn die Spieler unter unseren Gegebenheiten dazu bereit sind, den Aufstieg anzugehen, hätte ich nichts dagegen. Verdient hätten es sich die Mannschaft und das Trainerteam auf jeden Fall.“