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Tischtennis und Corona: Teams im Zwiespalt - Ungewissheit mindert Freude

Tischtennis und Corona : Teams im Zwiespalt: Ungewissheit mindert Freude am Spielbetrieb

Wie geht es in den regionalen Ligen angesichts der Pandemie weiter? Die Zahl absolvierter Partien variiert derzeit stark.

Termin offen: Diese zwei Wörter liest man bei den Spielansetzungen in den regionalen Tischtennis-Ligen derzeit häufig. Alleine am vergangenen Wochenende wurden vier der sieben angesetzten Partien in der Verbandsliga Rheinland Süd/West auf ein noch unbestimmtes Datum verschoben. Dies ist möglich, weil die Mannschaften aufgrund der Corona-Pandemie auch im Februar Spiele ohne Nennung von Gründen eigenständig verschieben dürfen.

Dies sorgt im Spielplan für Chaos. Deshalb sind auch nicht alle Spieler und Vereine mit der aktuellen Situation zufrieden. „Die einhellige Meinung unserer Mannschaft sowie der Spieler unserer Gegner war zuletzt, dass das Durchspielen unter Einhaltung der Corona-Regeln ebenso auf Akzeptanz gestoßen wäre wie ein Abbruch der Saison“, sagt Christoph Kutscheid von der TTSG 76 Wittlich zum TV. Die beschlossene Regelung, Spiele bis Februar ohne Angabe von Gründen absagen zu können, bringe „Unruhe in die Vereine und den Spielbetrieb“. Zudem wisse niemand, ob und wann die Spiele nachgeholt werden könnten. 

Auch deshalb kommt bei den Wittlichern aktuell keine rechte Freude über die Tabellenführung in der Verbandsliga auf, schließlich hat der derzeit Zweitplatzierte aus Dichtelbach drei Spiele weniger absolviert. „Wenn eine Mannschaft nur wegen der Zahl absolvierter Partien Vorteile haben würde, etwa in der Frage des Aufstiegs oder des Klassenerhalts, würde das von den meisten Beteiligten – auch den Bevorteilten – als ungerecht und nicht fair empfunden werden“, sagt Kutscheid.

Ähnlich sieht es Markus Mertl vom TTC GR Trier, der mit seiner Mannschaft aktuell auf dem letzten Platz liegt und teilweise weniger Spiele absolviert hat als die Konkurrenz. Innerhalb der Trierer Mannschaft gehen die Meinungen allerdings auseinander. „Die einen, dazu zähle ich auch, wollen, dass die Saison fortgesetzt wird. Die anderen sind für eine Pause oder Abbruch“, erklärt der Trierer Tischtennisspieler.

Andernorts sieht‘s anders aus. In der Verbandsliga Nord/Ost etwa wird bis zum 19. Februar pausiert und erst dann wieder geschlossen der Spielbetrieb aufgenommen. Für Mertl ist das jedoch ebenfalls eine schwierige Option, da eine Pause alle Mannschaften in Terminnot bringen würde. Schließlich müssen bis zum 15. Mai alle Spiele der Saison absolviert sein. „Das hat mit Wechselfristen der Spieler und der Klasseneinteilung zu tun“, erklärt Mertl, der klarmacht: „Ein Abbruch wäre aus meiner Sicht aber der Worst Case.“

Derzeit wird der Spielbetrieb unter Einhaltung der 2G-plus-Regelung aufrechterhalten. Auch Dirk Petzold von der TTG Daun-Gerolstein sprach sich zunächst klar für ein Weiterspielen aus. „Aber“, so sagt es der Mannschaftsführer, „die aktuellen Umstände lassen das nicht zu“. Die Eifeler haben die jüngsten drei Partien aufgrund von Corona-Fällen innerhalb der eigenen Mannschaft nicht austragen können. Auch die für den kommenden Samstag angesetzte Partie gegen Höhr-Grenzhausen wird aufgrund eines Corona-Falls abgesagt werden.

„Für mich als Mannschaftsführer ist es ein einziges Chaos, neue Termine zu finden. Die Regel des Verbands ist in der Theorie gut gemeint, in der Praxis aber kaum umsetzbar“, bemängelt Petzold und glaubt: „Es wäre besser, die Saison abzubrechen.“