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Tour de France: Etappen am 7. und 8. Juli 2022 nahe der Region Trier

Tipps für Radsport-Fans aus der Region : Die Tour de France in den Vogesen: Wo gute Zuschauerplätze sind

Am Donnerstag und Freitag dieser Woche kommt der große Tross der Frankreich-Rundfahrt in Schlagdistanz zur Region Trier.

Nach drei Etappen in Dänemark von Freitag bis Sonntag, einem Transfertag am Montag und den beiden ersten Teilstücken in Belgien und im Norden Frankreichs schlägt die 109. Ausgabe der Tour de France einen Bogen nach Südosten in Richtung Elsass und Vogesen. Für Radsportfans aus der Region bedeutet das: So nah wie am Donnerstag und Freitag dieser Woche bekommen sie das Fahrerfeld und den gesamten riesigen Tour-Tross mit Service-Fahrzeugen und Werbe-Karawane bei der diesjährigen Auflage nicht zu sehen.

Über 220 Kilometer führt das hügelige Profil der sechsten Etappe am Donnerstag vom mittelalterlichen wallonischen Touristen-Flecken Binche ins französische Departement Meurthe-et-Moselle nach Longwy. Das Ziel liegt gerade einmal gut 80 Kilometer von Trier entfernt. Wer sich die Zielankunft (mit ihr wird je nach Tempo des Fahrerfelds zwischen 17.30 und 17,45 Uhr gerechnet) ansehen möchte, braucht also keine lange Anreise. Auf den letzten Drücker sollte man allerdings nicht losfahren, da man erfahrungsgemäß weder einen halbwegs fußläufigen Parkplatz noch einen gescheiten Zuschauerpunkt in der Nähe der Ziellinie findet.

Ohnehin gibt es vorher auf der Etappe attraktivere Zuschauerpunkte. Das Teilstück durch die geschichtsträchtigen Ardennen ist lang und bestens für Ausreißer geeignet. In der eher ländlich strukturierten Gegend gibt es genügend Möglichkeiten, direkt an der Strecke einen Platz zu finden.  

Unsere Tipps:  Nach den gefürchteten ,pavées‘, den Kopfsteinpflaster-Passagen vom Vortag, dürfte es auf diesem Marathon-Teilstück zunächst etwas ruhiger zugehen.  Im Anschluss an den Sprint in Carignan (Kilometer 139) dürfte sich das Feld etwas auseinanderziehen und das Tempo flotter werden. Von dort aus bis zum ,Côte de Montigny‘ (Kilometer 180) ist das Gelände wellig, es gibt kaum Ortspassagen. In der Regel ist da genügend Platz am Rand, um bis an die Strecke heranzufahren und sich früh genug eine Stelle zu suchen.

Wer mehr Wettbewerbscharakter sucht, dürfte an der ,Mauer von Pulventeux‘ besser aufgehoben sein. Das ist eine rund 800 Meter lange zwölfprozentige Steigung sechs Kilometer vor dem Ziel, bevor es nach Longwy ins Zentrum geht. Sollte an der ,Mauer‘ das Feld noch zusammen sein, dürfte dort eine ideale Möglichkeit für manche Fahrer sein, um einen erfolgversprechenden Ausreißversuch zu starten. 

Die Freitagetappe mit dem Start in Tomblaine ist zwar mit 176 Kilometern bedeutend kürzer, sie hat es aber vom Profil her in sich. Die Klettertortur auf die ,Super Planche des belles filles‘ gilt als die erste Hochgebirgsankunft dieser Tour.

Einer Legende zufolge stammt der Name des Berges laut Wikipedia aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Die Mädchen und jungen Frauen von Plancher-les Mines flohen in die Berge, um sich vor den grausamen schwedischen Söldnern in Sicherheit zu bringen. Sie wurden von den Schweden eingeholt und befürchteten, geschändet und massakriert zu werden. Daher zogen sie es vor, Selbstmord zu begehen und sprangen von einer Planke in einen weit unter ihnen liegenden Teich.

Zu dem Anstieg hinauf auf 1140 Meter wird es wohl die meisten Zuschauer ziehen. Wer auf den letzten sieben Kilometern einen Platz mitten im finalen Gewimmel ergattern möchte, sollte einen Tag vorher mit dem Wohnmobil anreisen. Wer etwas weniger Gedränge haben möchte und erst am Freitag aufbrechen kann oder will, dem seien der Col de la Grosse-Pierre oder der Col des Croix, beides Anstiege der dritten Kategorie, zwischen den Etappen-Kilometern 105 und 115 vor der Zielankunft gegen 17.45 Uhr empfohlen. Beide Anstiege sind kurz, aber giftig. Dort wird um Punkte für das Bergtrikot gekämpft. Auch hier gilt die Empfehlung: früh genug anreisen.