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Thomm: Traumtor hält Könen am Leben

Thomm : Traumtor hält Könen am Leben

Kreisliga A Trier-Saarburg: Immer wieder gut gespielt, unterm Strich fast aber auch immer ohne Ertrag: Für den FC Könen war es in den vergangenen Wochen schier zum Verzweifeln. Nun gab das Team aus dem Konzer Stadtteil ein deutliches Lebenszeichen im Kampf gegen den Abstieg von sich – indem es mit 2:1 bei der SG Osburg gewann. Dabei schien erneut alles gegen die Könener zu laufen.

Nur eine Frage der Zeit schien es zu sein, bis die gastgebende Spielgemeinschaft aus Osburg, Thomm, Morscheid und Lorscheid im zweiten Durchgang zum Führungstreffer gegen den FC Könen kommt. Nach einer ersten Hälfte, „in der uns der Gegner früh angelaufen hat und uns einige Probleme bereitete“, so SG-Abwehrchef Michael Höllen, intensivierten die Hausherren ihren Einsatz und kamen nach 55 Minuten zum Ausgleich: Einen Freistoß führte Nico Thömmes kurz und schnell aus, bediente so Sebastian Otto, der gegen die unsortierte Abwehr der Könener aus gut 20 Metern Maß nahm und per sehenswertem Distanzschuss traf. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hatte Tiago Pereira den FCK in Führung gebracht, als er eine Quervorlage von Maurice Mertz geschickt an SG-Schlussmann Martin Leinenweber vorbei verwertete (45.+2).

Im Laufe des zweiten Durchgangs drückte und drängte Osburg, das ohne seinen Spielertrainer Kevin Dres auskommen musste – nach seinem Ende April im Auswärtsspiel beim FSV Tarforst II (3:3) erlittenen Kreuzbandriss war der 30-Jährige tags zuvor operiert worden und lag (noch) im Krankenhaus. Für ihn coachte Kapitän Luca Leonhard, der in der kommenden Saison unter Rückkehrer Daniel Becker als mitspielender Assistent agieren wird.

Alleine der nimmermüde Nico Thömmes hatte nach dem Ausgleichstreffer drei, vier starke Szenen vor dem Könener Tor, scheiterte aber immer wieder an eigenen Ungenauigkeiten oder am vorzüglich haltenden Nicolas Schmitt. Seine größte Rettungstat vollbrachte der Torwart der Grün-Weißen in der 66. Minute, indem er den Ball nach einem gefühlvoll getretenen Freistoß von Pascal Marx mit einer Flugparade noch über die Latte lenken konnte. Zwei Minuten vorher Glück für die Gäste: Mertz hatte Alexander Hoffmann im eigenen Strafraum zu Fall gebracht, die Pfeife des Schiedsrichters Thomas Linn blieb aber stumm – eine klare Fehlentscheidung.

„Wir müssen im zweiten Durchgang einfach vier, fünf Dinger machen. Da passt es dann irgendwie dazu, dass du dir dann noch eins fängst“, sagte Höllen in seiner Analyse und spielte damit auf die Szene in der Nachspielzeit an: Könen, das unbedingt noch auf den aller Voraussicht nach definitiv rettenden drittletzten Tabellenplatz rücken will, setzte zwar mit zunehmender Spieldauer alles auf eine Karte, kam aber nur selten gefährlich vors Osburger Tor. Dann aber nahm Alban Biqkaj aus 17 Metern Maß und traf mit einem fast ansatzlosen Schuss in den Winkel zum Sieg bringenden 2:1.

„Das war ein ganz, ganz wichtiges Ding von Alban. Im Training macht er das eine oder andere Ding auch schon mal so weg. Einfach überragend, wie er das hingekriegt hat“, strahlte FCK-Kapitän Marcel Herrig. Den zweiten Treffer habe auch er gewollt. „Unbedingt gerechnet hatten wir wohl alle nicht mehr richtig damit“, so Herrig.

Der zweite Sieg nach der Winterpause kommt für Herrigs Trainer Stephan Schwarz, der das Team gemeinsam mit Christian Mai coacht, nicht von ungefähr: „Die Tendenz geht bei uns nach oben. Wir waren zuletzt in einigen Spielen besser und hätten dort den Sieg verdient gehabt. Man sieht in den letzten Trainingseinheiten, dass da wirklich was zusammenwächst. Wir haben gefordert, dass einer für den anderen kämpfen muss – und das haben die Jungs auch gemacht.“ Der Glaube an den Sieg, so Schwarz, ermögliche dann auch mal solch ein Traumtor, wie es Biqkaj gelang. Dabei schien es in der ersten Hälfte mal wieder zunächst gegen die Könener zu laufen. Nachdem Mamadi Diakite früh gegen Lukas Thömmes kurz vor der eigenen Torlinie klären musste (7.), verletzte sich mit Eric Henter ausgerechnet einer der auffälligsten und besten Offensivspieler des FCK. Nach Zuspiel von Kenneth Lau und Tim Koch knickte der 21-Jährige wenige Meter vorm Osburger Tor plötzlich weg und wurde mit einer Bänderverletzung im Knie ausgewechselt. Kurios: Der für ihn in die Partie gekommene Pereira musste trotz seines Torerfolgs und eines ansehnlichen Auftritts bereits nach 71 Minuten wieder raus. Was allgemeinhin unter Fußballern als Höchststrafe gilt, relativierten seine beiden Trainer: Der in der Schlussphase für Pereira ins Spiel gekommene Max Girndt sei eigentlich als erster Einwechselspieler vorgesehen gewesen, aber berufsbedingt später gekommen und hätte sich im Laufe der ersten Hälfte erst noch warmmachen müssen. „Das war bitter für Tiago. Aber Max sollte aufgrund seiner in den vergangenen Wochen gezeigten Leistungen einfach rein. Die einzige taktische Möglichkeit war, Tiago noch mal auszuwechseln“, sagte Coach Schwarz – und fügte hinzu: „Tiago wird es verstehen.“ Nach dem so wichtigen Dreier im Abstiegskampf, der die Könener am Leben hält, sowieso.

SG Osburg/Thomm/Morscheid/Lorscheid - FC Könen 1:2 (0:1)

Osburg: Martin Leinenweber - Martin Dellwing, Luca Leonhard, Pascal Marx, Nico Thömmes, Lukas Thömmes (57. Pascal Wilhelm), Rafael Heinz, Alexander Hoffmann, Sebastian Otto (63. Nicolas Steinbach), Cristian Cancelo Martinez, Michael Höllen.

FC Könen: Nicolas Schmitt - Julian Jakobs (63. Marius Klein), Nicolas Velten, Mamadi Diakite, Imad El-Arja, Marcel Herrig, Eric Henter (12. Tiago Pereira, 71. Max Girndt), Maurice Mertz, Alban Biqkaj, Tim Koch (84. Alexander Alves-Silva), Kenneth Lau.

Schiedsrichter: Thomas Linn (Hermeskeil)

Zuschauer: 105

Tore: 0:1 Tiago Pereira (45.+2), 1:1 Sebastian Otto (55.), 1:2 Alban Biqkaj (90.+2)