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Trier/Baden-Baden: Der Kreis schließt sich auf großer Bühne

Sportler-des-Jahres-Wahl : Der Kreis schließt sich auf großer Bühne

Der Trierer Weltklasse-Ruderer Richard Schmidt und mit ihm der legendäre Deutschland-Achter verabschieden sich bei der Sportler-des-Jahres-Gala in großem, klassizistischem Stil.

Auf der Bel Etage des glamourösen, im klassizistischen Stil aus dem 19. Jahrhundert gehaltenen Kurhaus der Schwarzwald-Metropole Baden-Baden schloss sich am Sonntagabend der Kreis für den Trierer Weltklasse-Ruderer Richard Schmidt. Dort, wo er neun Jahre zuvor als Olympiasieger von London mit dem Deutschland-Achter als „Mannschaft des Jahres“ gefeiert worden war, durfte der 34-Jährige, der nach dem Tokio-Silber im Sommer dieses Jahres seine einzigartige Karriere beendet hatte, im angemessenen Stil Abschied nehmen von der großen Bühne des Sportgeschehens.

Die 75. Auflage der Wahl zu Deutschlands „Sportler des Jahres“ war auch eine Zäsur für den Deutschen Rudersport, dessen Paradeboot sich nun neu erfinden muss. Im exklusiven Kreis der Besten hatten sich die Favoriten durchgesetzt beim Original der vielen Sportlerehrungen um diese Jahreszeit.  Weitsprung-Ikone Malaika Mihambo, Alexander Zverev, der neue Serve-and-Volley-Champ, und die Weltrekordlerinnen aus dem olympischen Bahnvierer standen ganz oben bei der Proklamation.

Leichtathletik, Tennis, Radsport: Eine bunte Mischung quer durch das olympische Angebot repräsentierte das gesamte Konglomerat. Auf den Plätzen folgten Schwimmer (Florian Wellbrock) Skispringer (Karl Geiger), Ringerinnen (Aline Rotter-Focken), Kanutinnen (Ricarda Funk), Dressur-Reiterinnen und Tischtennis-Virtuosen (TV berichtete am Montag).  Die ganze Vielfalt des olympischen Sports, repräsentiert innerhalb weniger Minuten auf höchstem Niveau und  auf einen Schlag: Der „Sportler des Jahres“ hatte seine ganze, einzigartige Faszination an diesem Abend wieder einmal unter Beweis gestellt. Das bewährte ZDF-Duo Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne feierte zum 15. Mal ebenfalls ein kleines Jubiläum bei der Gala der internationalen Sportkorrespondenz der Familie Dobbratz und ihres Teams.

Der aus dem RV Treviris Trier hervorgegangene Schmidt war mit der gesamten Bootsbesatzung vor Ort. Als Neunter hatte es der Deutschland-Achter, der in Tokio Silber gewonnen und nicht Gold verloren hatte, zum Abschied noch einmal unter die Top Ten bei den Mannschaften geschafft. Anschließend durften Schmidt und Co. mit einem Ruder-Hometrainer in der Sportiv-Meile noch unter Corona-Bedingungen zur Gaudi der etwas mehr als 200 Gäste beitragen. Um die 750 waren es bis zum Jahr 2019 immer gewesen.

„Wir reisen immer komplett an zu diesem Event. Das ist der abschließende Höhepunkt des Sportjahres und etwas ganz Besonderes. Und wir haben auch vor, bis zum Schluss zu bleiben“, erzählte der in Dortmund lebende Schmidt, der auf unsere Frage, sein wievielter „Sportler des Jahres“ das denn nun gewesen sein, selbst einmal nachrechnen musste. Bis er sich sicher war: „Der neunte ist es.“

Den Abstand zu seinem geliebten Rudersport hat er auch vier Monate nach dem Karriereende noch nicht vollzogen. „Der Wettkampf-Rhythmus fehlt mir schon sehr, das Team, die Jungs.“  Beim Abtrainieren sei er derzeit viel mit dem Rad unterwegs, auch der Kraftraum sehe ihn oft. „Sport gehört zum Tagesprogramm.“ Ansonsten stehe die Vorbereitung auf die Promotion derzeit im Vordergrund. Am Sonntagabend aber durften die großen Jungs mit der grünen Krawatte sich noch einmal als Feierbiester gemeinsam mit vielen anderen Vertreterinnen und Vertretern der olympischen Sportarten bewähren.