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Trier: Ein Foto mit den Fans, ein Dank ans Publikum

Handball : Ein Foto mit den Fans, ein Dank ans Publikum

Nach dem Kantersieg über Griechenland mussten sich die deutschen Handballerinnen in ihrem zweiten EM-Qualifikationsspiel in der Arena mit einem Remis gegen Belarus begnügen. Die gute Atmosphäre stärkt die Hoffnung an der Mosel, in vier Jahren einer der Schauplätze der WM sein zu können.

Alexander Koke war begeistert – von fast allem in Trier. „Ich hatte morgens eine richtig tolle Joggingstrecke vorbei an der Porta Nigra durch die Fußgängerzone, besser kann ein Tag nicht beginnen.“ Eine Woche lang waren Co-Trainer Koke und die deutsche Frauen-Handball-Nationalmannschaft in Trier zu Gast. Am gestrigen Montag ging es für Koke wieder nach Erfurt, wo er seinem Hauptjob als Uni-Dozent nachgeht. Die Spielerinnen verabschiedeten sich von Trier aus in alle Ecken Deutschlands oder wieder zurück zu ihren Vereinen nach Ungarn, Dänemark oder Rumänien.

„Wir hatten eine richtig gute Zeit hier in Trier. Die Bedingungen waren optimal. Wir haben die Woche intensiv genutzt, auch schon mit Blick auf die Weltmeisterschaft“, sagte Nationalspielerin Julia Maidhof. Im Dezember steht die Weltmeisterschaft in Spanien an, doch vorher begann mit dem Länderspiel-Doppelpack in Trier bereits die Qualifikation für die EM 2022 in Montenegro, Slowenien und Nordmazedonien.

Nach dem 36:10-Rekordsieg am Donnerstag gegen Griechenland in der Arena Trier waren die Deutschen auch am Sonntagabend gegen Belarus der Favorit. Doch dieser Rolle wurde die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener nicht gerecht. Am Ende eines spannenden, aber nicht hochklassigen Duells stand ein 24:24-Remis. Und die Spielerinnen wussten, bei wem sie sich bedanken mussten: „Vielen Dank an das tolle Trierer Publikum, das uns richtig nach vorne gepeitscht hat. Das war eine ganz andere Atmosphäre als am Donnerstag, und es waren auch viel mehr Fans in der Halle“, meinte Julia Maidhof, die mit zehn Treffern (darunter sieben Siebenmetertoren) beste deutsche Werferin war.

Recht hatte die Rückraumspielerin vom deutschen Pokalsieger SG BBM Bietigheim: Als es auf sie ankam, waren die Miezen-Trommler und die Trierer Fans da. Mit ihrem Stakkato waren die Trommler die Einpeitscher für die 657 Zuschauer in der Arena – immerhin 140 mehr als am Donnerstag gegen Griechenland. Gemeinsam mit Hallensprecher Kevin Gerwin sorgten die Trommler für tolle Atmosphäre. Schon fünf Minuten vor Abpfiff hatten sich alle Fans erhoben – und diesmal brauchte die deutsche Mannschaft diesen Rückhalt auch, denn in den gesamten 60 Minuten lief nur wenig rund.

„Wir hatten uns als Ziel gesetzt, dieses Spiel zu gewinnen, weswegen wir natürlich nicht zufrieden sind. Wir wollten Belarus unter 25 Toren halten, was wir auch geschafft haben, weil unsere Abwehr und Torfrau Katharina Filter sehr gut spielten. Aber im Angriff hat es nicht geklappt, somit ist das 24:24 ein enttäuschendes Ergebnis“, sagte Bundestrainer Groener. Vor allem Kapitänin Emily Bölk hatte mit null Toren bei sechs Versuchen einen rabenschwarzen Tag.

Gegen kämpferische und physisch starke Weißrussinnen kam die deutsche Mannschaft nur schwer ins Spiel. Im Angriff wurden zu viele Chancen gegen die bestens aufgelegte Torfrau Valiantsina Vaitulevich vergeben. Mit einem 12:13-Rückstand ging es in die Kabine. Aber dann kam die Zeit von Torfrau Filter, an deren Paraden sich die deutsche Mannschaft aufrichtete und beim 19:17 erstmals mit zwei Toren vorne lag. Da hätte sich die DHB-Auswahl absetzen können, war im Angriff aber zu hektisch. Belarus drehte die Partie erneut. Nach dem 20:22 erzielte Maidhof die letzten vier deutschen Treffer. „Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, aber ich wäre noch zufriedener, wenn wir gewonnen hätten“, sagte sie.

Mit einem 24:24 ging es in die letzte Minute. Auszeit Deutschland, noch 27 Sekunden, letzter deutscher Wurf abgeblockt. Auszeit Belarus, aber nur noch eine Sekunde. Wurf geblockt, Abpfiff. Belarus feiert einen überraschenden Punkt, die deutschen Spielerinnen sind eher geknickt als erfreut. Aber sie wahrten in Trier zumindest ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit. Zum zehnten Mal trat ein deutsches A-Nationalteam in der Arena Trier an, das 24:24 gegen Belarus war das zweite Unentschieden nach dem 28:28 gegen Schweden im November 2016. Alle übrigen acht Partien wurden gewonnen. Mit dem 24:24 gegen Belarus liegt die deutsche Mannschaft in der Tabelle der EM-Qualifikations-Gruppe 3 mit 3:1- Punkten einen Zähler hinter den Niederlanden. Aber dieser zweite Platz würde bereits zum EM-Ticket reichen.

In Trier wartet man indes nun gespannt auf die Entscheidung des Deutschen Handballbunds, was die Bewerbung der Arena als Vorrundenspielort der Frauen-Handball-WM 2025 betrifft. Die tolle Atmosphäre am Sonntagabend war sicherlich ein Bonuspunkt. Bis Ende des Jahres soll bekanntgegeben werden, wo die Spiele der – gemeinsam mit den Niederlanden veranstalteten – WM stattfinden werden. Und auch der Einsatz der Miezen-Trommler hatte sich am Ende für Oliver Gherib und Co. gelohnt, denn es gab noch ein Erinnerungsfoto mit der deutschen Mannschaft nach dem Abpfiff.