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Trier: Erst ein Gewitter bremst den Elan

Jugendfußball : Erst ein Gewitter bremst den Elan

Die Fußballer kehren auf den Platz zurück. Seit einer Woche ist das uneingeschränkte Mannschaftstraining zumindest im Jugendbereich wieder möglich. Der Nachwuchs freut sich über das Ende einer monatelangen Durststrecke – wie etwa die D-Junioren im Trierer Stadtteil Zewen. Dabei trotzen sie auch Wetterunbilden.

Selbst der starke Wind und ein kräftiger Regenguss gegen Ende des Trainings können den Elf- und Zwölfjährigen der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Zewen/Igel-Liersberg/Langsur und ihrem Trainerteam nichts anhaben. „Das ist doch super“, jubiliert Patrick Zöllner, der die D-Junioren von Mosel und Sauer gemeinsam mit Rainer Adams und Richard Reinert coacht. Sich endlich noch mal auspowern an der frischen Luft: Das ist auch ganz nach dem Geschmack der Kids, die am vergangenen Freitag ihre zweite Trainingseinheit nach der monatelangen Pause absolvieren.

Mit den D-Junioren starteten sie bei der JSG. Im Lauf dieser Woche sollen nun die anderen sieben Teams von den Bambini bis zur C-Jugend folgen. Dort, in der ältesten Mannschaft, spielen nach Angaben von Reinert, der außerdem noch als Jugendleiter fungiert, nur Kinder des jüngeren Jahrgangs, also Vierzehnjährige. Ab-Fünfzehnjährigen ist aufgrund der aktuellen Corona-Landesverordnung derzeit noch kein uneingeschränktes Training erlaubt. Hier ist – sofern der Inzidenzwert unter 50 liegt – vorerst bis 22. März nur kontaktlose Gruppenarbeit mit bis zu zehn Personen möglich, also etwa ohne Zweikämpfe (TV berichtete).

Von den 14 Akteuren der JSG Zewen sind am Freitag elf auf dem Platz. „Nur einem war das Wetter zu schlecht, drei sind über das Wochenende weg, besuchen zum Beispiel Oma und Opa“, berichtet Patrick Zöllner, während seine beiden Trainerkollegen die Aufwärmübungen leiten.

Hoch konzentriert sind die Jungs bei der Sache und legen anschließend so richtig los, als der Ball dazukommt und auch etwa auf kleine Tore geschossen wird. So gut es geht haben sich die Spieler seit dem Verbot des Mannschaftstrainings Anfang November fitgehalten. „Ich bin regelmäßig knapp zehn Kilometer laufen gegangen – bis nach Wasserbillig“, berichtet Maxi voller Stolz, sagt aber auch: „Eine so lange Zeit ohne Fußballtraining war schön blöd.“ Auch Janosch und Leo haben auf diese Weise an ihrer Ausdauer gefeilt, aber auch mal im Hof oder im ganz kleinen Kreis auf dem Bolzplatz gekickt. Hinzu kommt bei einigen, die am Max-Planck-Gymnasium in Trier die Sportklasse besuchen, noch wöchentlich zwei bis drei Mal der virtuelle Unterricht.

„Es war höchste Zeit, dass die Jungs wieder auf den Platz durften. Sie haben schon sehr darunter gelitten, ihre Kumpels nicht mehr im Training treffen zu können“, berichtet Rainer Adams. Groß sei deshalb auch die Freude der Eltern gewesen, als sie am vergangenen Mittwoch ihre Kinder erstmals wieder zur Übungseinheit vorbeibringen konnten.

Die Zewener D-Junioren geben alles im Training, und auch die sonst nicht immer so hoch im Kurs stehende Sprintserie zwischendurch nehmen sie klaglos hin. „Grundsätzlich stehen aber Spielformen und der technische Part im Mittelpunkt“, betont Patrick Zöllner. Der 45-Jährige coacht in Zewen nicht nur die Mannschaft seines im Tor stehenden Sohnes Leo, sondern trainiert auch die erste Mannschaft in der Kreisliga A Trier-Saarburg. Hier will er ebenfalls in dieser Woche wieder loslegen: „Wir planen eine Art Zirkeltraining mit einer Mischung aus Kraft-Ausdauerübungen und technischen Elementen – alles natürlich wie vorgeschrieben kontaktfrei.“

Der frühere Oberligaspieler (FSV Salmrohr, SV Prüm) und später als Trainer unter anderem in Konz, Tarforst und Luxemburg tätige Zöllner weiß, dass dies für die Großen einen ersten Schritt darstellt, aber noch (weit) weg von der Wettkampfrealität ist. Ob es diese Saison überhaupt noch mal dazu kommt, um Punkte spielen zu können, will der Beirat des Fußballverbandes Rheinland auf seiner Sitzung am Samstag, 27. März, entscheiden (TV berichtete).

Ohne duschen zu dürfen und auch ohne die in der Kreisliga obligatorische Kiste Bier (oder auch zwei) direkt nach dem Training aufgrund der behördlichen Vorgaben die Sportanlage direkt wieder verlassen zu müssen, sei für die Erwachsenen „schon komisch“. Für die Elf- und Zwölfjährigen aus Zewen, Igel, Liersberg und Langsur ist das aber aus Sicht von Zöllner kein großes Problem: „In dem Alter ist Duschen sowieso noch kein Thema.“ Und auch, wenn bei einem Saisonabbruch womöglich bis weit in den Sommer hinein Meisterschafts- und Pokalspiele ausbleiben, sei das kein Drama: „Dass wir wieder was gemeinsam auf dem Platz machen können, ist die Hauptsache. Und wenn in ein paar Wochen eventuell Testspiele möglich sind, wäre das doch schon super.“ Auch, wenn Kinder- und Jugendtraining mit Kontakten erlaubt ist, achtet das Zewener Trainertrio doch darauf, dass sich ihre Schützlinge nicht unnötig oft allzu nahe kommen. „Wir sind uns der Verantwortung gegenüber den Jungs und ihrer Gesundheit bewusst“, betont Jugendleiter Reinert. Das Hygienekonzept der JSG geht teilweise sogar noch über die offiziellen Vorgaben hinaus. Eltern, Geschwister und auch Omas und Opas sind als Zuschauer erlaubt. „Wir haben aber darum gebeten, dass immer nur eine Begleitperson mitkommt.“ Insgesamt hat Reinert bei seinen Spielern viel Disziplin festgestellt: „Das klappt oft besser als bei 70- oder 80-Jährigen, die in der Corona-Zeit ja eigentlich noch viel mehr auf ihre Gesundheit aufpassen müssten.“

Als Sturm und Regen allzu heftig werden und sogar ein Gewitter aufzieht, müssen die Zewener ihre Trainingseinheit am frühen Freitagabend schweren Herzens dann doch etwas früher als geplant beenden. „Trotzdem hat es total Spaß gemacht“, sagen Janosch, Leo und Maxi und ernten dabei zustimmendes Kopfnicken von ihren Mannschaftskameraden.

Auf den kommenden Mittwoch sind sie schon ganz heiß. Jedes Training unter relativ normalen Umständen ist für sie und ihre Trainer, aber auch für ihre Familien ein weiterer kleiner Schritt zurück zur Normalität.