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Trier: Fest der Vielfalt im Herzen der Stadt

Inklusion im Sport : Fest der Vielfalt im Herzen von Trier

Bundesweite Premiere in Trier: Die DFB-Stiftung Sepp Herberger lädt erstmals zu Fußball-Inklusionstagen ein. Auf die Besucher warten auch zahlreiche Mitmachangebote.

Mit der anstehenden Premiere sind Erwartungen, vor allem aber Optimismus und Vorfreude verbunden. „Die Fußball-Inklusionstage werden einer breiten Öffentlichkeit die enorme Bandbreite des Handicap-Fußballs zeigen, tollen Sport und packende Begegnungen bieten“, ist Dirk Janotta überzeugt. Der DFB-Vizepräsident und Vorsitzende der ausrichtenden DFB-Stiftung Sepp Herberger kann so zuversichtlich vorausschauen, weil unter dem Motto „Mit Fußball in die Mitte der Gesellschaft“ ein Fest der Vielfalt zu erwarten ist. Fußballturniere für Inklusionsmannschaften und Teams der Werkstätten für behinderte Menschen gehören dazu, genau wie ein inklusives Walking-Football-Turnier und Partien der Amputierten-Fußball-Bundesliga.

Als Höhepunkt der Veranstaltung auf dem Viehmarktplatz im Herzen Triers wird am Samstag ein Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga ausgetragen, die die Stiftung bereits seit dem Jahr 2008 mit dem Deutschen Behindertensportverband und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband realisiert. 

Die Veranstaltung, die gemeinsam mit der Stadt Trier und dem Fußballverband Rheinland realisiert wird, soll mittel- und langfristige Wirkung entfalten. Mitmachangebote, Schulungen und Vorträge bringen Menschen zusammen und sollen Vertretern umliegender Städte, von Fußballvereinen, Werkstätten für behinderte Menschen und Schulen Mut machen, Angebote für Fußballer mit Handicap zu initiieren. „Damit setzen wir einen Impuls für eine nachhaltige Entwicklung. Wir wollen dafür sorgen, dass überall in der Republik noch mehr Menschen mit Handicap ihre Leidenschaft in den Fußballvereinen ausleben können. Das macht den Sport, den wir alle so lieben, letztlich genauso vielfältig und bunt wie es unsere Gesellschaft ist“, sagt Janotta.

Die Schirmherrschaft über die Premiere der Fußball-Inklusionstage hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer übernommen, weil „Fußball begeistert und verbindet – egal, ob auf dem Rasen oder auf der Tribüne, egal, ob mit oder ohne Behinderung“.

Trier: Fest der Vielfalt im Herzen der Stadt
Foto: DFB Sepp Herberger

Gleich im doppelten Einsatz ist am Wochenende Taime Kuttig. Der 29-Jährige steht auch vor einer persönlichen Premiere. Es ist seine erste Herausforderung als Event-Inklusionsmanager bei der DFB-Stiftung Sepp Herberger. „Ich freue mich wahnsinnig auf diese Aufgabe“, sagt der Marburger, der nach seinem Bachelor-Abschluss in der Betriebswirtschaftslehre vor wenigen Wochen seinen Master in Sportmanagement an der Kölner Sporthochschule absolviert hat. Die Materie ist alles andere als neu für Kuttig. Er kennt sie bislang lediglich aus einer anderen Perspektive. Aufgrund einer Netzhautablösung hat er bereits als Kind einen Großteil seiner Sehkraft eingebüßt. 

Als junger Erwachsener avancierte der Neue im Team der Stiftung dann zum erfolgreichen Blindenfußballer, gewann mit den Sportfreunden Blau-Gelb Blista Marburg vier deutsche Meistertitel und zählt inzwischen zu den etablierten Kräften des Nationalteams. „Nun möchte ich für alle Menschen mit Handicap im und mit dem Fußball Türen öffnen“, betont er. Kuttig wird in Trier aber nicht nur in der Organisation wirbeln, Kontakte knüpfen und eine Fortbildung zum Thema Blindenfußball begleiten. Er wird auch im Marburger Trikot zur Bundesliga-Partie gegen Wien auflaufen.

 Inklusionsfußball Trier
Inklusionsfußball Trier Foto: DFB Sepp Herberger

Mitmachangebote sollen die Zuschauer einbinden. So können die Besucher sich in einem inklusiven Fußball-Parcours beweisen oder bei der „Neuen Sporterfahrung“ der Deutschen Telekom im Blindenfußball versuchen. Ein weiteres Highlight verspricht das Einlagespiel der DFB-All-Stars gegen die Blindenfußball-Nationalmannschaft am Samstag, 15.30 Uhr, zu werden.