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Trier. Flotter Kick, hohe Resonanz und viele Spenden

Benefizfußball : Flotter Kick, hohe Resonanz und viele Spenden

500 Zuschauer sehen das Benefiz-Fußballspiel der FSG Ehrang/Pfalzel gegen Eintracht Trier. Von einem stolzen Kunstschützen, einem Talent aus Portugal und jeder Menge Solidarität.

Dankbaren Applaus gab es am Ende der 90 Minuten des Benefizspiels zwischen der FSG Ehrang/Pfalzel und Eintracht Trier: Beide Mannschaften hatten den 500 Besuchern am Mittwochabend nicht nur einen flotten Kick mit sechs Treffern geboten (unterm Strich siegte der Oberligist bei den zwei Klassen tiefer angesiedelten Gastgebern mit 4:2), sondern sich auch für die Opfer der Flutkatastrophe im vergangenen Monat eingesetzt. Der komplette Erlös der Partie fließt der Gemeinschaft der Ehranger Ortsvereine zu, die den Betrag an die Hilfsbedürftigen weiterleitet. „Die Resonanz war sehr groß. Es gibt uns Kraft, wenn wir sehen, wie viele Menschen hinter einem stehen, wenn es drauf ankommt“, betonten Alois Reichert und Peter Grundhöfer vom SV Eh­rang. Auch die Hälfte ihrer Vorstandskollegen sei von der Flut unmittelbar betroffen gewesen – die Schäden sind immens und stellen viele vor Probleme.

Wie hoch die eingespielte Summe genau ist, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Die offizielle Übergabe soll am Sonntag im Rahmen des FSG-Heimspiels in der Bezirksliga gegen die SG Mont Royal Kröv (14.30 Uhr, Pfalzel) erfolgen. In jedem Fall dürfte es sich um einen Betrag im stattlichen vierstelligen Bereich handeln, zumal Spenden von der zweiten Mannschaft der Eintracht (das ist die Prämie vom Gewinn des Kreispokals) und der Ehrang/Pfalzeler Altherren von je 500 Euro hinzukamen. Auch das Schiedsrichtergespann um Arndt Collmann verzichtete auf seine Spesen.

Obschon der gute Zweck das Aufeinandertreffen der FSG und der Eintracht dominierte, so gab es für die Zuschauer doch allen Grund, sich auch über die sportliche Darbietung zu freuen. Während bei Ehrang/Pfalzel rund ein halbes Dutzend Stammkräfte fehlte und SVE-Trainer Josef Cinar zunächst fast ausschließlich der zweiten Reihe (darunter fünf A-Junioren) Einsatzzeiten gab, entwickelte sich eine chancenreiche Partie, in der die Hausherren zunächst kaltschnäuziger vor dem Tor waren. Michael Hensel besorgte das 1:0 per Foulelfmeter (2.), und Janik Lerch erhöhte mit einem traumhaften Schlenzer von der linken Strafraumgrenze ins lange Eck zum 2:0 (7.). Der Kunstschütze war ob seines Bilderbuch­treffers nach dem Abpfiff der gefeierte Held. Den Spielball hätte er sich nur allzu gerne als Erinnerung mit nach Hause genommen und wollte ihn erst gar nicht mehr hergeben.

„Einige unserer ganz jungen Spieler haben gesehen, dass im Seniorenbereich mit einer anderen Körperlichkeit gespielt wird. Damit mussten sie erst mal klarkommen. Im Laufe der Partie wurde es dann aber immer besser“, analysierte Eintracht-Coach Josef Cinar, für den es nach der Anfrage seines Ehranger Trainerkollegen Kevin Schmitt „eine Selbstverständlichkeit war, dass wir zu einem Benefizspiel kommen, um die Not der Leute zumindest etwas zu lindern“.

Jonas Amberg traf just an alter Wirkungsstätte zum 2:1 (13.). Nach einem Doppelschlag zu Beginn von Halbzeit zwei war die Partie gedreht (Felix Fischer, 49., und Dominik Kinscher, 51.). Nachdem Cinar einige Stammkräfte eingewechselt hatte, wurde die Dominanz des Oberligisten größer. Den Schlusspunkt setzte Edis Sinanovic mit dem Abpfiff.

Einen starken Eindruck bei der Eintracht hinterließ U19-Akteur Benjamin Siga (18), der für viel Wirbel in der Offensive sorgte. Der frühere portugiesische Juniorennationalspieler war im vergangenen September gewechselt und spielte zuvor unter anderem für den 1. FC Nürnberg und den FC Empoli in Italien.

Ehrangs Trainer Schmitt konnte nicht nur wegen des couragierten Auftritts seiner Spieler sehr zufrieden mit dem Mittwochabend sein: „Wir nehmen sehr viel  Positives mit. Zu sehen, wie groß die Solidarität in der Not ist, tut unwahrscheinlich gut.“