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Trier/Fremersdorf: Michael Göbel, der Spezialist für Aufstiege

Handball ist unser Leben : Spezialist für Aufstiege in die Oberliga

TV-Serie: Der Handballer Michael Göbel und seine vielen Erfolge in der Eifel, in Trier und im Saarland. Ein Wunsch bleibt bis heute aber unerfüllt.

Jahrzehntelang war Michael Göbel als Spieler und Trainer in der Region unterwegs, 2016 folgte aus privaten Gründen der Umzug nach Fremersdorf im Saarland. Hier trainierte er bis Mitte 2019 zunächst die Damen und Herren des Saarlandligisten HSV Merzig-Hilbringen. „Den Verein und das Umfeld kannte ich aus meiner Spielerzeit sehr gut, und ich war bereit, nach dem Abstieg aus der RPS-Oberliga in die Saarlandliga und beim damit verbundenen personellen Umbruch zu helfen“, berichtet Göbel. Sein zwei Jahre währendes Engagement hatte Erfolg: In der ersten Saison belegten die HSV-Herren Rang zwei, danach den dritten Tabellenplatz. Mit den Damen gelang es ihm, sich durch sieben Siege in Folge vom Tabellenende zu entfernen. „Noch heute pflegen wir viele Freundschaften“, verrät Göbel und blickt auf eine angenehme Zeit in Merzig-Hilbringen zurück. Im Juni übernahm er dann den Saarlandligisten TuS Brotdorf. An Training ist derzeit aber (auch) hier coronabedingt nicht zu denken. Der Verein wurde 1905 gegründet und gehört mit rund 900 Mitgliedern zu den größten sporttreibenden Vereinen im Kreis Merzig-Wadern.

Wie einst zu seiner Trierer Zeit wünscht sich Göbel auch hier eine große Handball-Spielgemeinschaft (HSG). Mit dieser Idee geht er allerdings sensibel um. Er weiß nur allzu gut, dass dies nach der inzwischen gescheiterten HSG Untere Saar in der Realisierung ein schwieriges Unterfangen werden könnte, sagt aber auch: „Wir alle wissen, dass wir die Kräfte bündeln müssen, um im Jugend- und später im Seniorenbereich breit und qualitativ gut aufgestellt zu sein.“

Der mittlerweile 57-jährige, aus Bitburg stammende Göbel kann stolz auf seine Trainer- und Spielerlaufbahn zurückschauen: Fünfmal gelang ihm als Trainer der Aufstieg in die Oberliga, zweimal wurde er dort Meister und stieg sogar in die Regionalliga auf. Dabei sammelte er sowohl mit den Frauen, wie auch mit den Männern Erfolge. Als Spieler wurde Göbel 1987 südwestdeutscher Meister. Titel in der Oberliga Rheinland gab es 1988 sowie ’95. Er war Auswahlspieler des Handballverbandes Rheinland und sammelte in 14 Jahren Oberliga- und Regionalligaerfahrung.

Zunächst spielte er aber bis zur A-Jugend Fußball beim FC Bitburg, gemeinsam mit dem späteren Bundesligaspieler und Europapokalhelden Edgar Schmitt. „Edgar wurde Profi und zum ‚Euro Eddy’. Ich bin zum Handball gewechselt und dort hängengeblieben“, lacht Göbel.

Erste Erfahrungen mit dem Handballsport sammelte er erst im Seniorenbereich, genauer gesagt in der Kreis- und Bezirksliga in Bitburg (1981 bis ’85). Noch heute lobt er die damaligen Macher: „Es war schon beeindruckend, was Michael Reißdörfer, Michael Ludwig und Paul Treuke sowie einige andere da auf die Beine stellten“.

Göbels spielerische Qualitäten sprachen sich schnell im Bezirk Mosel herum, und so ging er von 1985 an für zwei Saisons fürs Oberligateam der DJK/MJC Trier an den Start. Trainer waren hier Mecco Frede und Rainer John. Als Spielertrainer kehrte Göbel nach Bitburg zurück und war 1987/88 verantwortlich für den Landesligaaufstieg der Eifeler.

Doch ihn zog es zurück in den höherklassigen Handball. Er ging erneut zur DJK/MJC Trier, bei der er dann von 1988 bis ’91 unter Robert Schwab spielte. „Es war ein besonderes Verdienst von ihm, dass wir eine Mannschaft hatten, die als Truppe super zusammengewachsen war“, erinnert sich Göbel.

Der erste Ruf ins Saarland ereilte ihn 1991. Er schloss sich dem Regionalligisten HSV Merzig-Hilbringen an und wurde von Kurt Schiffler gecoacht, von dem er viel lernen konnte. Zu diesem Zeitpunkt stand Göbel im Zenit seiner Handballkarriere, bekam Angebote aus der Zweiten Bundesliga vom TV Rintheim und der SG Leutershausen, entschied sich aber gegen diesen Sprung, der viel Aufwand bedeutet hätte.

So kehrte er 1994 zurück in die Region Trier und war nun für die HSG Biewer/Pfalzel in der Oberliga unter Trainer Berthold „Tadda“ Wallrich aktiv, ehe er von 1996 bis ’99 den SV Igel-Liersberg als Spielertrainer übernahm und das Team in die Oberliga führte. Daraufhin wurde er Spielertrainer des Verbandsligisten HSG Wittlich. Mit diesen beiden Trainerstationen verbindet Göbel nicht die besten Erinnerungen: „Es geht mir nicht ums Nachtreten, doch sowohl in Igel als auch Wittlich hatte man die Zeichen der Zeit nicht erkannt, und so stehen beide Vereine heute im Männerbereich so da, wie sie dastehen.“

2001 ging es zurück zur DJK/MJC Trier, wo er die Oberligamannschaft übernahm. So langsam sollte seine Spielerlaufbahn zu Ende gehen: Göbel schloss sich noch den Oldies der TG Trier an und war hier zuletzt als Spieler in der Verbandsliga am Ball (2003 bis ’06). Mit einem Großteil dieser Mannschaft steht er auch heute noch in freundschaftlichem Kontakt.

Eine weitere Trainerstation hatte der B-Lizenzinhaber beim Frauenteam der DJK/MJC Trier, das er in der 2005/06er Runde coachte und mit ihm die Meisterschaft in der Oberliga einfuhr. „Darauf bin ich heute noch stolz und erinnere mich noch an Spielerinnen wie Babs Meyer, Petra Pfannkuchen, Kati Krebs, Heike Junk, um nur einige zu nennen.“ Aus dem Frauenbereich wechselte Göbel wieder zu den Herren, übernahm 2010 die HSG Wittlich in der Rheinlandliga und blieb dort zwei Spielzeiten lang. Es folgte eine handballerische Auszeit, die bis 2016 andauerte.

„Noch immer finde ich es schade, dass es in Trier nicht gelungen ist, eine große HSG ins Leben zu rufen. Schade, dass es in einer solchen Stadt eigentlich nur noch die DJK/MJC Trier gibt, die höherklassig unterwegs ist, dabei aber abhängig ist von ihren Studenten“, analysiert Göbel die Handballszene in der Moselmetropole.

 Michael Göbel
Michael Göbel Foto: Michael Göbel
 Michael Göbel
Michael Göbel Foto: Michael Göbel
 Michael Göbel
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Logo Serie Handball ist unser Leben! Foto: tv

Persönlich habe ihn die Zeit als Sportler sehr geprägt: „Es sind, viele Freundschaften entstanden, und ich erinnere mich gerne an die alten Zeiten zurück.“ Wie lange er noch mit dem Handball weitermachen möchte, vermag er nicht zu sagen, denkt aber an einen Generationenwechsel: „Der Kopf ist willig, das Fleisch müde. Langsam müssen die Jüngeren ran, die ich gerne an unseren Handballsport heranführe.“