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Trier gibt in der Arena eine 20-Punkte-Führung zur Pause aus der Hand.

Basketball : Autsch! Gladiators lassen Tiger von der Leine – 77:86!

Trier gibt in der Arena eine 20-Punkte-Führung zur Pause aus der Hand.

Wie es sich anfühlt, aus fast aussichtslosen Situationen zurückzukommen, damit kennen sich die Römerstrom Gladiators aus. Spiele drehen nach hohem Rückstand? Eher Standard als Ausnahme. Gestern erlebten die Trierer in eigener Halle den Ausnahmezustand beim 77:86 (48:28) vor 2760 Zuschauern gegen Tübingen. Dass der Absteiger besser ist als der Tabellenstand, das war zu erwarten.  Aber dass die Gladiators zu Hause noch ein Spiel aus der Hand geben, das sie in der ersten Halbzeit von A bis Z kontrolliert hatten? In dem sie mit 20 Punkten Vorsprung in die Kabine gingen? Das eher nicht. Die Trierer fielen in der zweiten Halbzeit auseinander, die Gäste spielten sich dagegen in einen Rausch – sehr zur Freude der mitgereisten Fans. Die zweite Halbzeit ging mit 58:29 (!) an Tübingen. Es war bereits die dritte Heimniederlage für die Gladiators, die schmerzvollste dazu. Auswärts sind sie ungeschlagen.

Aber von vorn. Bei den Gladiators fehlte neben den schon länger verletzten Johannes Joos und Kyle Dranginis auch Stefan Ilzhöfer, der im Spiel gegen Karlsruhe umgeknickt war. Die Trierer legten die Tiger zu Beginn an die Leine: Schon nach vier Minuten nahm Gästecoach Sascha Nadjfeji die erste Auszeit. Da stand es 12:4 für die Gladiatoren, die sich zuvor mehrfach schön unter dem Korb durchgesetzt hatten. Kelvin Lewis sorgte für die erste zweistellige Führung der Trierer (22:10). Lucien Schmikale erhöhte per Dreier zum 28:13. Das war ein ganz starker Auftakt der Gladiators vor den Augen von Ex-Trainer Marco van den Berg. Das ging bis zur Pause so weiter: Luka Buntic traf per Dreier zum 33:19. Danach ging auf beiden Seiten etwas die Ordnung verloren, die Fehler auf beiden Seiten häuften sich. Aber die Gladiators fanden schneller zurück in den Rhythmus als die Gäste. Mit einer komfortablen 20-Punkte-Führung gingen die Gladiators in die Pause. Bei den Gästen ging vor allem aus der Distanz nichts (ein Dreier bei zehn Versuchen).

Die Tiger kamen viel bissiger aus der Kabine, trafen jetzt auch besser und schnappten sich immer mehr Rebounds. Im Gegenzug fielen die Würfe bei den Trierern nicht mehr wie zuvor (52:40). Nach sechs Minuten war der 20-Punkte-Vorsprung auf acht zusammengeschmolzen (53:45). Und es kam schlimmer: eine Minute später stand es 53:50. In dieser Phase konnten die Trierer nur noch reagieren, Tübingen glich aus (57:57). Vor allem Tyler Laser und Reed Timmer – in der ersten Halbzeit unauffällig – drehten nun auf. Timmer bescherte den Tigers sechs Minuten vor Schluss die erste Führung (70:68). Und diese bauten die Gäste aus, sie waren aggressiver, trafen die besseren Entscheidungen, bissen zu: Diese Niederlage tut weh.

Gladiators: Lewis 16, Smit 2, Bucknor 18, Hennen 4 , Schmikale 9, Dietz 6, Schmitz 9 , Grün 5, Buntic 3, Gloger 5

Tübingen (beste Schützen): Laser 18, Bekteshi 17, Timmer 18

Viertelstände: 28:17, 48:28 (Halbzeit), 60:57, 77:86