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Trier: Gladiators bleiben auf Play-off-Kurs

2. Basketball-Bundesliga : Leere Ränge, volle Ausbeute: Gladiators bleiben auf Play-off-Kurs

Das 103:81 im Geisterspiel gegen Bochum war der achte Saisonsieg der Trierer Zweitliga-Basketballer – und die Antwort auf die Niederlage in Leverkusen.

Es war eine surreale Situation, eine Atmosphäre, von der man bei den Römerstrom Gladiators gehofft hatte, sie nicht mehr so schnell mehr erleben zu müssen. Ausgerechnet beim Weihnachtsspiel gegen den VfL Bochum (103:81), zu dem nach der vorletzten rheinland-pfälzischen Corona-Verordnung 1800 Zuschauer gedurft hätten (eine Zahl, die wohl auch gekommen wäre), waren die Ränge in der Arena – wie zu Lockdown-Zeiten in der Vorsaison – wieder leer.

Weil die Pro-A-Heimspiele der Gladiators als überregionale Sportereignisse eingestuft werden, gilt aufgrund der neuesten Verordnung aus Mainz das Zuschauerverbot – im Gegensatz etwa zu den Guildo-Horn-Konzerten in der Europahalle, zu denen als „regionale Veranstaltung“ 1000 Besucher kommen durften. Zumindest wurde die Profisport-Unterstützung der Bundesregierung fortgesetzt, wodurch sich die Einnahmeverluste des Vereins in Grenzen halten.

So oder so standen die Gladiators nach der 76:90 (33:50)-Niederlage am Donnerstag bei den Bayer Giants Leverkusen (siehe Extra) unter Druck, um das Jahr 2021 auf einem Play-off-Platz zu beenden. Ein Sieg gegen den Aufsteiger aus dem Pott war Pflicht – ohne Fanunterstützung, und auch ohne Brody Clarke. Auf der Gästeseite fand sich derweil auch nur einer von zwei ehemaligen Trierern: Kilian Dietz – denn Johannes Joos fehlte wegen einer im Spiel gegen Hagen am Donnerstag erlittenen Sprunggelenkverletzung.

Angetrieben von Parker van Dyke und dank der viel besseren Reboundquote offensiv (8:3 für Trier) wie defensiv (17:10 für die Gastgeber) lagen die Trierer mit einer kurzen Ausnahme im ersten Viertel in Hälfte eins immer vorne. Viermal bei sieben Versuchen traf van Dyke aus der Distanz, nach dem 16:19 hatten die Trierer die Partie im Griff. Mit etwas mehr Wurfglück im Angriff (zehn der 19 Dreierversuche landeten im Korb) wäre sogar noch mehr als der 57:45-Halbzeitvorsprung möglich gewesen. Neben van Dyke waren Gahai Zeeb (10) und Kapitän Thomas Grün (9) die eifrigsten Trierer Punktesammler vor der Pause.

Im dritten Viertel machten die Gastgeber munter weiter, setzten sich schnell auf 67:48 ab, in dieser Phase übernahm Austin Wiley die Verantwortung, zudem stand die Defense nun stark. Ein Fünf-Punkte-Lauf – Dreier von van Dyke und zwei Punkte von Jonas Grof zum 76:58 – war dann so etwas wie die Vorentscheidung, und als sich ein Dreier von Garai Zeeb mit dem Drittelbuzzer zum 79:60 in den Korb senkte, war Bochums Widerstand gebrochen. Im letzten Viertel waren die Gäste eher mit Diskussionen mit den Schiedsrichtern beschäftigt als mit der Aufholjagd. Die Gladiators hatten das Geisterspiel locker, leicht und klar unter Kontrolle.

Das 103:81 gegen Bochum war der achte Sieg im 15. Saisonspiel und der sechste Heimsieg im achten Spiel. Somit liegen die Trierer weiter auf Kurs Play-offs. Und im Gegensatz zur deutlichen Niederlage in Leverkusen vor Weihnachten zeigten die Gladiators diese Ambitionen am Sonntag auch auf dem Feld. Am 2. Januar geht es weiter mit einem Auswärtsspiel in Tübingen, am 14. Januar kommt Spitzenreiter Rostock Seawolves nach Trier – und vielleicht gilt schon dann wieder eine neue Corona-Verordnung in Rheinland-Pfalz, die Fans erlaubt.

 Gladiators Trier: Zeeb 15, van Dyke 18, Hollfelder (n.e.), Demmer (n.e.), Wolf 10, Grof 12, Grün 14, Almsted 5, Theiß (n.e.), Pekovic 12, Wiley 17

Viertelfstände: 24:21, 57:45, 79:60, 103:81 (Endstand)