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Trier: Konsole contra Corona - Fußballer zocken im Netz

E-Sport : Konsole contra Corona: Fußballer zocken im Netz

E-Sports: Wie ein früherer Spieler der Trierer Eintracht seine Profikollegen auf virtuellem Wege zusammenbringt und so im Internet für Bundesliga-Atmosphäre sorgt. 

10 000 Euro an Spenden, knapp 74 000 Aufrufe im Internet, gut neuneinhalb Stunden Programm: Das vom früheren Eintracht-Trier-Spieler Daniel Hammel initiierte Fifa20-Turnier übertraf bei weitem die Erwartungen. Sein Kumpel, der Youtuber Meti Volkan, übertrug das Turnier am Samstagabend auf seinem Kanal PMTV (288 000 Abonnenten). Am Ende hatte Julian Riedel die Nase vorn. Der Kapitän des Drittligisten FC Hansa Rostock setzte sich gegen 23 andere Profi-Fußballer durch, die jeweils für ihre Mannschaft spielten. 5:2 nach 0:1 hieß es im Finale gegen den FC St. Pauli, der von Luca Zander gespielt wurde. „Die Jungs hatten nicht nur im Vorfeld sehr gerne zugesagt, sondern waren auch mit voller Begeisterung bei der Sache und haben ordentlich gespendet“, lobte Hammel, der in Diensten des Luxemburger Zweitliga-Tabellenführers FC Swift Hesperingen steht, aber wegen der Corona-Krise genauso wie seine Fußballkollegen derzeit zum Pausieren gezwungen ist – einmal abgesehen von individuellen Fitness-Übungen.

Fast die gesamten neuneinhalb Stunden verfolgte Hammel („Nur einmal musste ich kurz mit dem Hund raus.“) das Turnier in seiner Wohnung in Trier-Süd. Im Vorfeld hatte er sein gutes Netzwerk spielen lassen, um das illustre Teilnehmerfeld zusammenzustellen. Vom gesamten Ablauf inklusive der professionellen Moderation durch Youtuber Meti zeigte er sich begeistert.

Besonders angetan war er vom Achtelfinalspiel des späteren Siegers Riedel gegen Nationalspieler Benjamin Henrichs: Gegen den Akteur des AS Monaco lag der Rostocker zunächst in Rückstand, kam in der 89. Minute aber zum Ausgleich und setzte sich in der Verlängerung schließlich per Golden Goal mit 3:2 durch.

Einige wie etwa Wehen-Wiesbadens Sascha Mockenhaupt sind auch offiziell in E-Sport-Teams im Einsatz. „Ihn hatte ich eigentlich im Finale erwartet. Letztlich ist er aber an der Defensivtaktik von Julian Korb (von Hannover 96, d. Red.) gescheitert“, berichtet Hammel.

In einem Einlagespiel besiegte der Ex-Trierer Robin Koch vom SC Freiburg seinen Mönchengladbacher Bundesligakollegen Denis Zakaria mit 3:1.

Sein Hesperinger Trainer Dan Theis habe sich am Sonntagmorgen eigens gemeldet und gefragt, wie das Turnier gelaufen sei, berichtet der aus dem Westerwald stammende Hammel, der nach seiner Zeit in Trier (2015/16) in der Regionalliga für Alemannia Aachen, die Stuttgarter Kickers und den SC Verl auflief, um dann im vergangenen Sommer in Hesperingen anzuheuern. Auch Spenden seien aus Luxemburg eingegangen, merkt der 27-Jährige mit Stolz an.

Daniel Hammel Foto: Daniel Hammel

Die 10 000 Euro sind über die Plattform betterplace.org für das Kinderhilfswerk Arche gesammelt worden. Eine Wiederholung eines solchen Zocker-Turniers an der Konsole schließt Daniel Hammel nicht aus. Gleichwohl hofft er, „dass wir die Corona-Pandemie bald soweit im Griff haben, um auch wieder auf dem Platz stehen zu können