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Trier/Mannheim: Zweiter Platz und viel Lob für FSV Tarforst

Fußball und Soziales : Daumen hoch: Platz zwei und viel Lob für FSV Tarforst

Trierer Sportverein erhält für sein Engagement in der Corona-Krise die Sepp-Herberger-Urkunde und einen Geldpreis über 3000 Euro.

Um 21.47 Uhr wurde es am Montagabend ernst für den FSV Tarforst. Im Rahmen der virtuellen Preisverleihung der Sepp-Herberger-Urkunden gab DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge die Endplatzierungen in der Kategorie „Corona-Engagement“ bekannt. Mit einem breiten Angebot – von Einkaufshilfen, über ein digitales Ticketsystem bis hin zu Online-Training und Vorlesestunden für die Kleinen (TV berichtete) – hatten die Trierer die Jury bereits im Vorfeld offenbar derart begeistert, dass ihnen ein Platz unter den Top drei (von 138 Bewerbern) sicher war. Noch vor der Stiftung des 1. FC Köln und hinter dem Sieger, dem vorderpfälzischen Club FV Berghausen, der gleich eine eigene Abteilung ins Leben gerufen hat und nicht weniger als 90 Helfer in der Corona-Hilfe einspannt, landete der FSV auf Platz zwei und erhält damit von der nach dem früheren Bundestrainer und 1954er Weltmeister benannten Stiftung auch ein Preisgeld über 3000 Euro.

„Das Geld können wir sehr gut gebrauchen und investieren es vor allem in Kameras oder ähnliches, um unsere digitalen Angebote zu fördern“, sagte FSV-Vorsitzender Werner Gorges kurz nach der Preisverleihung, die er live mit Nachwuchstrainerin Maren Fey, Jugendleiter Steffen Hilmer und Geschäftsstellenleiter Dominik Lay vom Tarforster Sportzentrum aus verfolgt hatte und der aus dem Mannheimer Rosengarten übertragenen Veranstaltung wie alle übrigen nominierten Clubs zugeschaltet war. „Unter so vielen Bewerbern in der engsten Auswahl gewesen zu sein, war schon eine super Sache für uns. Auch den dritten Platz hätten wir akzeptiert“, so Gorges. Allzu gerne wären die Tarforster vor Ort zu Gast gewesen, doch auch das virtuelle Format fand der Vorsitzende „klasse – zumal wir sehr gut dargestellt wurden“.

So schickte Moderator Norbert König „schöne Grüße in die älteste Stadt Deutschlands“ und Laudator Osnabrügge hob das Engagement des FSV in Sachen Jugend- und Flüchtlingsarbeit hervor: „Der Verein ist über die Grenzen des Fußballverbandes Rheinland hinaus bekannt.“

Insgesamt wurden die 16 Preisträger der Sepp-Herberger-Urkunden  im Rahmen der Online-Show geehrt, die über das DFB-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Neben Liveauftritten von prominenten Fußball-Persönlichkeiten (unter anderem Trainer-Legende Klaus Schlappner, Ex-Nationalspielerin Renate Lingor, und Bundesliga-Referee Patrick Ittrich) bereicherten Musik-Acts von den Söhnen Mannheims oder Lotte das abwechslungsreiche Rahmenprogramm.  Preisgelder in einer Gesamthöhe von 55 000 Euro wurden vergeben. In den Kategorien „Behindertenfußball“, „Resozialisierung“ sowie „Schule und Verein“ wurden neun Preisträger geehrt. Hinzu kamen drei Sieger in der Kategorie „Fußball Digital“. Darüber hinaus wurden erstmals in der Kategorie „Corona-Engagement“ Fußballvereine geehrt. Die DFB-Stiftung Egidius Braun stellte hierfür das Preisgeld zur Verfügung. In der Kategorie „Sozialwerk“ wurde zusammen mit der Horst-Eckel-Stiftung der Sonderpreis verliehen, der dem letzten lebenden Weltmeister von 1954 gewidmet ist.

„An diesen Beispielen sieht man wieder, welche gesellschaftliche Bedeutung der Fußball haben kann“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller, der aus dem Quartier der DFB-Auswahl in Düsseldorf zugeschaltet wurde, wo sich die Nationalmannschaft auf das WM-Qualifikationsspiel am heutigen Mittwochabend in Duisburg gegen Nordmazedonien vorbereitet: „Ich bin stolz darauf, dass wir Menschen ehren können, die den großen Teil ihrer Freizeit für ehrenamtliche Arbeit investieren. Das ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig. Wir hoffen alle, dass vor allem die Kinder und Jugendlichen bald wieder auf den Platz zurückkehren dürfen.“

Dirk Janotta, DFB-Vizepräsident, Vorsitzender der Stiftung Sepp Herberger und zudem Schatzmeister des Fußballverbandes Rheinland, sagte: „Der Chef hat immer soziales Engagement gefördert. Wir müssen die Ideen von Sepp Herberger fortsetzen. Das gilt auch für die ehrenamtlichen Aktivitäten. Herbergers Gedanken waren schon immer geprägt von der Idee, Menschen eine Chance auf ein neues Leben zu geben, die einen Fehler gemacht haben. Wir nehmen die Verantwortung dieser Stiftung sehr ernst.“

Der Funktionär aus Kobern-Gondorf an der Untermosel betonte: „Uns alle belastet diese Pandemie. Ich bin begeistert, dass wir erstmals einen Preis speziell für diejenigen ausgerufen haben, die durch Corona stark gebeutelt sind.“