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Trier-Olewig: In der „Steingrotte“ fing alles an

Tischtennis : In der „Steingrotte“ fing alles an

Tischtennis gibt es beim SV Olewig seit mittlerweile 50 Jahren. Reich ist die Chronik an Erfolgen und Geschichten. Unvergessen sind so ein Spieler, der Hunderte von Kilometern zu wichtigen Partien anreiste und ein Saisonfinale in der Eifel, das am Ende zwei Sieger hervorbrachte. Dabei waren die ersten Jahre nach der Gründung ziemlich beschwerlich.

Wenn das kein Grund zum Feiern gewesen wäre: Die Tischtennis-Abteilung des SV Trier-Olewig wird in diesem Jahr runde 50. Corona macht in dieser Zeit Jubiläumsaktivitäten im herkömmlichen Stil unmöglich. Allerdings sieht Abteilungsleiter Dieter Bläsius das gelassen: „Weil der Hauptverein im nächsten Jahr 100 wird, war jetzt sowieso nichts Größeres von unserer Seite aus geplant.“

Bereits seit 1978 spielt er in der ersten Mannschaft, die zwischendurch sogar mal in der damaligen Rheinland-Pfalz-Liga an den Start ging und mit der er vor wenigen Wochen wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison mal wieder den Klassenverbleib in der 2. Rheinlandliga geschafft hat. Damit zählt der SVO zu den Aushängeschildern im regionalen Tischtennis.

Das Amt des Abteilungschefs übernahm Bläsius 2006 von seinem Vater Alfred, der diese Position dreieinhalb Jahrzehnte lang innehatte.

Die ersten Schritte zum organisierten Tischtennissport im Trierer Wein-Stadtteil gingen im Frühjahr 1970 von Berthold Muthers aus, der sich mit dem Vorsitzenden Rudolf Ewerhardy zu Gesprächen über die Gründung einer eigenen Abteilung traf. Schnell war die Begeisterung unter einigen Interessenten geweckt, und die erste Herrenmannschaft meldete für die Saison 1970/71. Als Spiel- und Trainingsstätte musste die sogenannte ,,Steingrotte“ herhalten, die Pausenhalle der Olewiger Grundschule. Als Übergangslösung gedacht, wurde hier ganze sechs Jahre das runde Zelluloid bewegt. Groß war die Euphorie, stark der Zusammenhalt und vergleichsweise ausgeprägt die Qualität der Spieler. Fast schon logische Konsequenz waren die ersten Aufstiege.

Zumindest zwei Akteure sind auch heute noch Thema der beliebten Nostalgiegespräche („Weißt du noch…“):   Sepp Spieles, der zu jeder Partie mit seinem alten Simca pünktlich aus Köln erschien und der französische Ausnahmespieler Daniel Nicoll. Dieser brachte es gar fertig, zu den entscheidenden Begegnungen um den Aufstieg in die Bezirksliga im April ‘76  eigens aus dem knapp 700 Kilometer entfernten Grenoble anzureisen.

Dieter Bläsius, der Tischtennis anfangs nur als – O-Ton – „Garagensport“ betrieb, hatte im Fußball phasenweise eine weitere große Sport-Leidenschaft (als Aktiver in Olewig und beim Postsportverein). In seinem zweiten Jahr als Mitglied der ersten Garnitur bestritt er am 12. April 1980 ein denkwürdiges Finale. Vor 200 Zuschauern gab es beim TTC Schwirzheim nach packenden Partien ein 8:8. Die Gastgeber aus dem Prümer Land stiegen  als Erster in die 2. Rheinlandliga auf, der SVO folgte als Vizemeister. Bis heute bewegt man sich auf diesem oder auf noch höherem Niveau – wie 1989, als gar der Sprung in die Rheinland-Pfalz-Liga gelang.

Der Unterbau genießt in Olewig einen hohen Stellenwert. So waren in der zurückliegenden Saison fünf Teams gemeldet. Auch die Nachwuchsförderung ist Dieter Bläsius, der den guten Austausch mit dem früheren Vereinschef Ewerhardy und dessen Nachfolger Peter Terges ausdrücklich lobt, sehr ans Herz gewachsen: Seinen großen Erfahrungsschatz gibt der mittlerweile 65-jährige, pensionierte Lehrer als Jugendtrainer weiter.

Stolz ist er auf die vielen Aktivitäten über den reinen Spielbetrieb hinaus: „Etwas, was aber über die Jahre immer Bestand hatte, sind die geselligen Veranstaltungen innerhalb der Abteilung.“

Wie wichtig Vereinsmeisterschaften, das Weinfestturnier oder regelmäßige Fahrten sind, weiß auch Felix Heinemann. Seit rund zwei Jahrzehnten zählt er neben Martin Mossal, Stefan Holzmüller und Bläsius zum Stamm der ersten Mannschaft.

SV Olewig Foto: SV Olewig

In seiner Funktion als Präsident des Verbands Rheinland/Rheinhessen ist er sich darüber im Klaren, dass nachhaltige Jugendarbeit und kameradschaftsfördernde Veranstaltungen helfen, um die Aktiven dauerhaft zu begeistern. Heinemann schätzt den Teamgeist in Olewig, der ihm einst die Integration so leicht gemacht hatte: „Als Student wurde ich damals direkt super aufgenommen. Es gab keine Grüppchen. Der Zusammenhalt im SV Olewig ist bis heute sehr ausgeprägt.“Auch das ist ein Grund, warum die Bildung einer Spielgemeinschaft bislang kein Thema war in Olewig – und bestimmt auch noch nicht im nächsten Jahr, wenn das Jubiläum nachgefeiert werden soll.