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Trier/Region: Videos aus dem Wohnzimmer, Sorgentelefon, Pferdepflege

Sport und Corona : Videos aus dem Wohnzimmer, Sorgentelefon und Pferdepflege

Sportvereine in der Corona-Krise: Was noch geht, welche neuen Ideen und Angebote es gibt, und worauf man nicht verzichten kann.

Leere Hallen, verwaiste Sportplätze, kein gemeinsames Training und auch keinerlei Wettkampf: In Corona-Zeiten geht angesichts des Kontaktverbots und geschlossener Sportanlagen (fast) nichts. Nachdem wir bereits ein Interview mit Thomas Lorenz, dem Präsidenten des Post-Sportvereins Trier, veröffentlicht haben (TV vom 2. April), kommen nun weitere Vertreter von Sportvereinen aus der Region zu Wort. In drei Teilen schildern wir die Situation der Clubs. Zunächst bieten wir einen Überblick, welche Aktivitäten es trotz der starken Beschränkungen noch gibt.

Kreativität ist gefragt, um den zahlenden Mitgliedern etwas zu bieten. So auch beim FSV Trier-Tarforst.  „Unsere Übungsleiter haben Trainingsprogramme erarbeitet und diese den jeweiligen Gruppen online zur Verfügung gestellt“, berichtet Werner Gorges, Vorsitzender des ein Dutzend Abteilungen mit 1510 Mitgliedern umfassenden Vereins aus dem Trierer Höhenstadtteil. Zudem bietet der FSV eine Einkaufshilfe für  ältere Menschen an.

Einen solchen Service gibt es auch beim SFG Bernkastel-Kues, so Geschäftsführer Dirk Zenzen – und das nicht nur in der Doktorstadt selbst, sondern sogar im Umkreis von 25 Kilometern. Zahlreiche der 27 Abteilungen gehen ab Montag mit Trainingsvideos zum Mitmachen daheim auf den Internetkanälen des 1900-Mitglieder-Vereins online.

Die Digitalisierung kommt auch dem TuS Fortuna Saarburg zupass. „Unsere  Leichtathleten nutzen diese Form der Interaktion sehr intensiv“, weiß Präsident Marco Hausen. Die Handballer verschicken speziell erarbeitete Übungsvideos an ihre jüngeren Mannschaften, deren Inhalte zu Hause durchführbar seien. „Damit wird versucht, die Motorik und Technik aufrecht zu erhalten. Außerdem möchten wir gerade den Eltern ein Signal geben, dass Training gerade in der aktuellen Zeit wichtig ist“, stellt der an der Spitze des 1800 Mitglieder zählenden Vereins stehende Hausen fest.

Einfach alles zu stoppen, sei mitunter nicht möglich. Das wird bei den erfolgreichen Voltigierern deutlich: Die Pferde müssen versorgt und bewegt werden. Insgesamt entscheide man situationsbedingt, „was wir wie anbieten und umsetzen möchten und können. Dabei legen wir Wert auf Augenmaß und wollen bewusst nicht in Aktionismus verfallen“, betont Hausen.

„Mehr Balance im Alltag“: So lautet das Motto beim Polizei-Sportverein Wengerohr, in dem 1900 Menschen in 14 Abteilungen aktiv sind. Die Online-Tipps und Übungen zur Schulung von Gleichgewicht und Koordination sind in Kooperation mit dem Gesundheitspartner des Vereins, der Heimat-Krankenkasse, entstanden. Mit weiteren Fitnesseinheiten wie Tabata und Faszientraining wolle man den Mitgliedern, aber auch allen anderen Interessierten, kleine Workouts an die Hand geben, um sich zu Hause fitzuhalten, so Geschäftsführerin Claudia Pütz. Spazierengehen, Radfahren, Walking, Nordic-Walking oder Laufen  – alles mit Abstand halten oder alleine – seien sehr gute Möglichkeiten, um sich zu bewegen und etwas für die Ausdauer, das Immunsystem und die mentale Fitness zu tun.

Eine kostenlose App („Zoom“) mit virtuellen  Fitness-Stunden gibt es bei der Turngemeinde Konz. „Jeder, der mitmachen möchte, sieht die Trainer dann auf seinem Handy,  Laptop oder  Fernseher“, erklärt der sportliche Leiter Christian Albrecht.   Los geht es am heutigen Freitag, 18 Uhr, mit einer Zumbastunde (auch für Einsteiger). Außerdem verweist er auf Bewegungsvideos und -spiele für Kinder auf den Online-Kanälen der TG. Für dienstags, 9 bis 12 Uhr, hat der 2200-Mitglieder-Verein vom Saar-Mosel-Eck eigens eine Telefon-Hotline geschaltet. Mitglieder können anrufen und Anregungen geben, ihre Sorgen teilen oder den sozialen Kontakt suchen (Telefon: 06501/ 946680).

Via Skype ist der TV Bitburg aktiv. „Unsere Yogalehrerin bietet ihren Teilnehmern den Kurs auf diesem Weg an“, berichtet Thomas Elgass, geschäftsführender Vorsitzender des Vereins, der in zehn Abteilungen rund 1600 Personen aus der Süd­eifel eine sportliche Heimat bietet.

Das eigene Wohnzimmer ist bei der Familie Emmrich in Schweich der Drehort für Videos der Abteilung Eltern-Kind-Turnen beim TuS Mosella. „In die meisten der zwölf Abteilungen (mit 1750 Mitgliedern, d. Red.) werden ein- oder gar mehrmals pro Woche Trainingseinheiten per Whatsapp verschickt“, sagt Harald Emmrich, der Vorsitzende des Vereins.  Die Trainer der Bezirksligafußballer würden derzeit sehr viel mit den Spieler telefonieren: „Hier geht es aber hauptsächlich um private Themen wie Gesundheit, Gesundheit der Familie und die Situation im Beruf“, so Emmrich weiter. Im Jugendbereich biete man mit dem Kooperationspartner, der Rabauken-Fußballschule, Trainings per Video an.

 TG Konz
TG Konz Foto: TG Konz

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