1. Sport
  2. Sport aus der Region

Trier: Talentförderung und Fußballspaß

Jugendfußball : Talentförderung und Fußballspaß

Anstoß - Die Fußballschule bewährt sich nun bereits seit 25 Jahren. Wie Michael Ziegler ausgerechnet in den USA auf die Idee kam, ein Camp für die jungen Kicker zu gründen, und was sich daraus entwickelt hat.

Es ist 1994, und die Vereinigten Staaten von Amerika sind wohl zum ersten Mal im Fußballfieber. Die Weltmeisterschaft war zu Gast im Land, und mittendrin war auch Michael Ziegler. Zwischen Sportstudium und Referendariat hat er dort in sogenannten „Soccer Camps“ gearbeitet. So etwas gab es zu der Zeit und in der Form in Deutschland noch nicht: Talentförderung und Fußballspaß komprimiert auf ein paar intensive Trainingstage.

Die Idee brachte der angehende Sportlehrer dann mit in die Heimat. Schon 1996 realisierte er sie, zusammen mit Arno Michels, aktuell Co-Trainer von Thomas Tuchel beim FC Chelsea, Holger Jungandreas und Holger Wiedemann.  In der Region sowieso, aber auch bundesweit war das Projekt von Ziegler und seinen Mitstreitern eines der Ersten. Das Premierencamp, damals im Moselstadion, war bereits ein Erfolg und ausgebucht. Daraus entstand dann Anstoß – Die Fußballschule.

Neben den Camps wurde auch ein Fördertraining für talentierte Kinder angeboten, die dort „noch ein bisschen mehr machen können als ohnehin schon im Verein, um ihr Potenzial noch besser auszuschöpfen“, erklärt Ziegler.

Noch immer werde über die Wintermonate so ein Fördertraining angeboten, in der Fußballhalle in Kenn. Der Schwerpunkt wechselte aber mit der Zeit eher in Richtung Camps, so Ziegler.

In einem normalen Jahr ohne Corona-Einschränkungen finden zwischen zehn und zwölf Camps statt, die meisten im Sommer, aber auch um Ostern herum und im Herbst. Auch in diesem Jahr sind, abhängig von der Pandemie-Lage, fünf Camps geplant (siehe Extra).

Wie kann man sich ein Camp vorstellen?

Zwischen 50 und 80 Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren kommen morgens zwischen 8 und 9 zum Sportplatz eines Partner-Sportvereins, in diesem Jahr sind das beispielsweise der SV Mehring, der JFV Bitburg und der TuS Trier-Euren. „Meist bewegen wir uns im Umkreis von 70, 80 Kilometern“, sagt Ziegler.

Ein Tag sieht in etwa so aus: Es geht mit einem ballorientierten Aufwärmtraining los, dann werden Torschuss und Zweikampf geübt und anschließend in Kleingruppen gespielt. Nach dem Mittagessen folgen Spaß-Wettbewerbe und ein Kleinfeldturnier. „Für Torleute gibt es morgens auch ein separates Training“, erklärt Ziegler. Um 16 Uhr ist Schluss. Die Kinder seien meist in feste  Zwölfergruppen eingeteilt, „damit sie immer den gleichen Trainer als Ansprechpartner und Bezugsperson haben“, sagt Ziegler. Der Trainerstab sei vom Alter her immer gut durchgemischt. „Da sind ältere, sehr erfahrene Trainer dabei, die den Laden so ein bisschen am Laufen halten, Trainer die seit einigen Jahren im Jugendbereich tätig sind und viel fachliches Wissen mitbringen“, berichtet er. Es seien aber auch ein paar junge Sportstudenten dabei, die so Leben ins Camp bringen und mit den Kindern auch mal herumalbern. „Die Mischung macht’s“, meint Ziegler.

Froh ist er darüber, dass die Fußballschule nach wie vor jede Menge Teilnehmer hat, obwohl sich vieles geändert hat: „So ziemlich jeder Bundes-, Zweit- und Drittligist und auch einige Regionalligisten bieten mittlerweile eigene Camps an. Der Markt ist unheimlich groß geworden.“

Aktuell versucht man, das Angebot der Fußballschule zu erweitern. Es geht dabei um Tagescamps für Touristen in Österreich. Ziegler: „Meine beiden Jungs und ich kamen auf die Idee. Sie haben auch nicht immer Lust, jeden Tag im Urlaub wandern zu gehen, sondern würden lieber mal einen Tag oder zwei in ein Camp gehen, um dort ein bisschen zu kicken.“ Das Ganze sei allerdings noch in der Planung.