Trierer Miezen gastieren am Samstag in Berlin und wollen zweiten Sieg unter Interimstrainer Ralf Martin.

Handball : 40 Stunden unterwegs für eine Stunde Handball

Trierer Miezen gastieren am Samstag in Berlin und wollen zweiten Sieg unter Interimstrainer Ralf Martin.

Was haben Jupp Heynckes, Niko Kovac und Ralf Martin gemeinsam? Sowohl die Fußballtrainer von Bayern München und Eintracht Frankfurt als auch der Coach der Trierer Handball-Miezen können von sich sagen: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“. Während aber die Kicker gemütlich zum DFB-Pokalfinale an Pfingsten in die Hauptstadt fliegen, setzten sich die Zweitliga-Handballerinnen am Freitag um 14 Uhr in den Bus, sollten gegen Mitternacht in Berlin ankommen – und werden gleich nach dem Auswärtsspiel (Anwurf am Samstag: 19 Uhr) wieder die Heimreise antreten. Insgesamt ist die MJC für eine Stunde Handball 40 Stunden unterwegs.

Eine kurze Trainingseinheit steht am Samstag auf dem Programm, um die Reise aus den Knochen zu bekommen, dann beginnt auch schon die Vorbereitung auf die wichtige Partie – außer der Sporthalle Charlottenburg sehen die Triererinnen nicht viel von der Hauptstadt. Die besondere Würze der Partie macht die Konstellation aus: Weil die Spreefüxxe bei ihrer Anreise zum Hinspiel in Trier Mitte Dezember eine Buspanne hatten, musste die Partie auf den 25. März verlegt werden. Die Miezen hatten die Berlinerinnen 52 Minuten mehr oder weniger im Griff – erzielten dann aber kein Tor mehr und verloren 23:26. Danach zog der Verein die Reißleine, feuerte Trainer Andy Palm. Ralf Martin übernahm den Abstiegskandidaten als Interimstrainer bis Saisonende.

Obwohl also nur genau vier Wochen zwischen Hin- und Rückspiel liegen, hat sich einiges geändert. Im Gepäck in die Hauptstadt haben die Miezen das Selbstvertrauen aus dem 37:35-Erfolg gegen Waiblingen vergangenes Wochenende, dem ersten Sieg unter Martin. „35 Gegentore sind natürlich zu viel, aber wenn du 37 wirfst, kannst du es verschmerzen“, sagt Martin, der in Berlin definitiv weniger Tore und weniger Tempo erwartet als zuletzt. „Wir müssen unsere Abwehr stabilisieren. In unserer Situation zählen nur Siege – und in dieser Liga kann fast jeder gegen jeden gewinnen“, meint er vor der Partie  beim Tabellenachten, der mit 23:23 Punkten vier Zähler hinter Rang drei platziert ist, gleichzeitig aber auch nur sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat.

Triers Differenz auf den Tabellen-14. Hannover beträgt fünf Spieltage vor Saisonende gerade mal zwei Punkte. In den verbleibenden Partien reisen die Miezen unter anderem noch zu den direkten Abstiegskonkurrenten Zwickau (punktgleich) und Bremen (ein Punkt vor der MJC). Dabei setzt Martin auf das Wir-Gefühl: „Wie gegen Waiblingen können alle Spielerinnen zeigen, warum sie sich für einen Mannschaftssport entschieden haben. Auch wenn Joline Müller elf Tore erzielt hat, war der Sieg ein Erfolg des Teams – und das sollen sie heute nochmals auf die Platte bringen.“

Zudem kann die MJC am Samstag auch eine Serie beenden – denn in bisher drei Partien gegen die Spreefüxxe setzte es drei Niederlagen. Während bei den Gastgeberinnen Spielmacherin Anna Eber nach einem Kreuzbandriss für den Rest der Saison ausfällt, steht Martin das gleiche Personal wie zuletzt zur Verfügung – es fehlen weiterhin die verletzten Melanie Eckelt und Dora Simon-Varga sowie Tine Welter (Militärdienst in Luxemburg). Zweite Torfrau neben der zuletzt überragenden Yuko Minami ist erneut Alexandra Krämer aus der zweiten Mannschaft. Studienbedingt stößt Hannah Sattler erst am Samstag zur Mannschaft.

DJK/MJC Trier (Kader): Minami, Krämer - Sattler, Zrnec, Constantinescu, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Smits, Müller, Houben

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