1. Sport
  2. Sport aus der Region

Trierer Ruderer Valentin Wiering: Mit EM-Bronze ins Trainingslager

Rudern : Mit EM-Bronze ins nächste Trainingslager

Valentin Wiering vom RV Treviris Trier belegt bei der U-19-Europameisterschaft der Ruderer in München den dritten Platz mit dem deutschen Achter.

(teu) Viel feiern konnte Valentin Wiering seine EM-Bronzemedaille nicht. Nach dem dritten Platz mit dem deutschen U-19-Achter bei den Ruder-Europameisterschaften in München ging es für den 17-Jährigen vom RV Treviris Trier direkt weiter ins Trainingslager nach Italien. Treviris- und Landestrainer Benedikt Schwarz nutzt die Herbstferien zur Vorbereitung der Saison 2022 im wärmeren Süden genauso wie Wiering, der mit Ruderern aus Frankfurt trainiert. Dieser hat bei seinen ersten internationalen Meisterschaften Blut geleckt. Im kommenden Jahr würde er gerne wieder im einem Nationalmannschaftsboot sitzen. Dann bei den Unter-23-Jährigen. „Man darf gespannt sein, ob Valle in seiner U-23-Zeit den Erfolg noch toppen kann“, blickt Schwarz zuversichtlich auf die Zukunft des Sportlers, der am Trierer Landesstützpunkt trainiert.

„Es war für uns alle die erste internationale Regatta und eine tolle Erfahrung“, sagt Wiering über die EM auf der Münchener Olympia-Regattabahn. Als Vorlauf-Zweite hinter den favorisierten Russen erreichten die acht deutschen Junioren mit der Dresdnerin Emma Lauri Mehner an den Steuerseilen als Zweite direkt die angestrebte Finalteilnahme. Die Russen lagen auch bei der Medaillenvergabe auf der 2000-Meter-Distanz in 6:10,66 Minuten vier Sekunden vor dem deutschen Boot (6:14,53). Noch schneller waren die Rumänen (6:08,66).

„Mit der Medaille sind wir alle zufrieden“, sagt Wiering. „Blöd war nur, dass wir zehn oder zwölf Minuten vorher schon am Start lagen.“ Dadurch seien sie wieder ausgekühlt. Mit ein Grund, weshalb das deutsche Boot beim Start nicht so gut weg kam. Nach dem ersten Streckenviertel lagen Wiering und seine Mitstreiter als Viertplatzierte bereits mehr als drei Sekunden hinter den Tschechen. Die hatten sich aber offensichtlich überschätzt. Bis zur 1000-Meter-Marke schloss der deutsche Achter fast auf. „Auf den dritten 500 Metern konnten wir die Tschechen dann distanzieren“, erzählt Wiering. Die Russen und Rumänen zogen allerdings weiter davon.

Die Bronzemedaille ist für den Schüler des Trierer Auguste-Victoria Gymnasiums der Lohn für tägliches Training und den großen Zeitaufwand für die Fahrt zu den Trainingswochenenden in Breisach bei Freiburg. Für diese bekam Wiering zuletzt freitags nach der zweiten Schulstunde frei. Schnurstracks ging es dann zur fünfstündigen Fahrt in den Süden Deutschlands, um rechtzeitig zur ersten Trainingseinheit in Breisach zu sein. Zugfahren habe den Vorteil, dass man dabei auch Hausaufgaben machen und lernen könne, sagt Wiering. Seit er zehn Jahre alt ist brennt er trotz des hohen Zeitaufwands für den Rudersport. Natürlich weil er Erfolg hat. Aber nicht nur: „Wenn das Boot richtig gut läuft, richtig leicht durchs Wasser fährt, das ist einfach ein cooles Gefühl“, erzählt der Zwölftklässler.